auto motor und sport Logo
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Seat Tarraco (2018)

Neuer Seat-SUV im ersten Fahrbericht

Seat Tarraco Erlkönig Foto: Seat 20 Bilder

Der dritte Seat-SUV wirbelt mächtig Staub auf, nicht nur auf der Teststrecke bei Barcelona. Der Taracco läuft im VW-Werk in Wolfsburg vom Band. Im Tarnkleid kommt er zum ersten Kennenlernen. Na, dann mal los, Tarraco!

31.07.2018 Heinrich Lingner, Holger Wittich Powered by

So fährt der Seat Tarraco

Seat Tarraco Erlkönig Foto: Seat
auto motor und sport-Redakteur Heinrich Lingner durfte den Seat Tarraco bereits fahren.

„Da hinauf?“ Der Instruktor sieht den fragenden Blick. „Das geht locker, mit viel oder wenig Gas, ganz wie du magst“, sagt er. Vor uns ragt ein Steilhang in die Höhe, auf dem ein paar Spuren verraten, dass hier normalerweise Cross-Motorräder hochhüpfen. Der Tarraco erklimmt die Steigung locker. Ein Stupser Gas, den Rest erledigt die Steuerungs-Software, welche das XDS-Differenzial, das DSG und die Haldex-Kupplung der fünften Generation verknüpft. Der große Seat kraxelt flink nach oben, bis auf dem Monitor in der Mitte nur noch der Himmel über Katalonien zu sehen ist. Dann plumpst der Bug nach unten, Büsche und die sandige Piste geraten wieder ins Visier der Bugkamera. „Toll, oder?“, fragt der Beifahrer.

In der Tat, derlei Klettertalent scheint dem größten aller MQB-SUV nicht in die Wiege gelegt. Doch er kann es, sogar ohne mechanische Sperren, Untersetzung und mit ganz normalen Straßenreifen. Sekundärtugenden, klar, doch schön, dass der Tarraco sie beherrscht. Dabei hat er sich bereits auf der ersten Probefahrt vom Flughafen in die Berge sehr talentiert gezeigt. Okay, so viel anders als seine Plattformbrüder Skoda Kodiaq und VW Tiguan Allspace fährt er nicht. Und selbst durch die Tarnbeklebung ist zu erahnen, dass die Design-Unterschiede eher gering ausfallen werden.

Seat Tarraco Erlkönig Foto: Christian Schulte
So könnte der neue Seat Tarraco aussehen.

Mit DSG und DCC

Zweiliter-TDI, Sechsgang-DSG, 190 PS, was soll da schon schiefgehen? Eben, nichts. Der Tarraco schnürt über die nordspanische Autobahn, als wäre er bereits seit Jahren auf dem Markt. Das Instrumentarium ist in blickdichte Matten gehüllt, nur Tacho und Navi sind ausgespart. Sie offenbaren keine Geheimnisse, erinnern an den kleineren Ateca. Die Bedienung ist unprätentiös, alles da, wo man es vermutet. Dazu gehören die Einstellknöpfe fürs DCC, es stand auf „Sport“, daher also das etwas herbe Ansprechen auf Querfugen. In der Komfort-Stellung gibt sich der Tarraco verbindlicher, bügelt auch größere Unebenheiten nieder. Die Spreizung der DCC-Stufen scheint etwas größer als bei Kodiaq und Allspace.

Das passt ja dann auch zur Positionierung als Seat-Topmodell, das im Übrigen in Wolfsburg vom Band laufen wird. Zu Preisen ab rund 30.000 Euro wird er erhältlich sein, dann freilich mit 150-PS-Benziner und Vorderradantrieb. Einen gleich starken Diesel sowie einen Benziner mit 190 PS wird es ebenfalls geben. Ob wir noch eine Runde drehen wollten, fragt der Instruktor. Na klar – los, Tarraco!

Das Design des neuen Seat Tarraco

Gut zu erkennen: Seat leistet sich neben der markentypischen Front und den charkteristischen Scheinwerfern einen ganz anderen Haubenverlauf als etwa Skoda beim Kodiaq. Vorne endet sie früher, dafür überbrückt die Frontmaske in Wagenfarbe den Abstand zwischen dem oberen Rand des Grills und der Haubenöffnung. Neu für die Marke: Der im Vergleich zum Ateca erheblich kräftiger umrahmte Kühlergrill, der von der Form her ein wenig an den des Ford Kuga erinnert. Außerdem hat der Tarraco Brüstungsspeigel – ihr Fuß sitzt im Türblech und nicht im Scheibeneck. Auf ersten Innenraumbildern ist das bordeigene Infotainmentsystem zu sehen, das sich stark an das der Schwestermodelle anlehnt.

Skoda Kodiaq gegen Peugeot 5008Lieber SUV als Crossover?

Römische Kolonie ist Namensgeber

Den Namen des neuen Modells hatte auto motor und sport zunächst aus gut unterrichteten Kreisen erfahren. Wie Seat am 19. Februar 2018 mitteilte, wird der neue große SUV tatsächlich auf den Namen der römischen Kolonie Tarraco hören. Laut der spanischen VW-Marke hatten mehr als 35 Prozent der rund 150.000 Tielnehmer aus 134 Ländern für den Siegernamen gestimmt. Ursprünglich sollte der Name des dritten SUV bereits im Oktober 2017 verkündet werden. Allerdings, so hieß es, wurde die Veröffentlichung des Namens wegen des Unabhängigkeitsreferendums Anfang Oktober und den anschließenden Ausschreitungen sowie der Flucht des katalonischen Regierungschef Puigdemont verschoben.

Zuvor durften Seat-Fans über den Namen des SUV abstimmen. Die Voraussetzung: „Es muss sich um eine spanische Ortsbezeichnung oder Gegend handeln, der Name muss zu den Seat Markenwerten und den Eigenschaften der Produkte passen und nicht zuletzt muss er in verschiedenen Sprachen einfach auszusprechen sein. In einer ersten Phase der Aktion wurde jeder Vorschlag berücksichtigt, unabhängig davon, wie viele eingehen.“ Unter seat.com/seekingname hatten bis zum 22.6.2017 insgesamt 133.332 Personen aus 106 Ländern ganze 10.130 Namensvorschläge eingereicht.

Seat Tarraco sollte längst bekannt gegeben werden

In Phase 2 kam es zur Vorauswahl an denen neben Seat-Experten und Namesfindungsspezialisten auch Kunden beteiligt sind. Hervorgegangen aus dieser Runde sind die Namensvorschläge Abrera, Alboran, Aran, Aranda, Avila, Donosti, Tarifa, Tarraco und Teide. Mit diesen Namensvorschlägen fanden Tests in verschiedenen Märkten statt, um zum Schluss vier Namen zu haben. Diese gab Seat auf der IAA 2017 bekannt. In die engere Auswahl kamen Alboran (Mittelmeer-Insel, Almería zugehörig), Aranda (Aragonien), Avila (Kastilien-León) oder Tarraco (Katalonien).

Seat Tarraco leak Foto: MQB-Coding
Ein erster Blick in den Innenraum des neuen SUV.

Positionierung des Neulings

Der neue Seat Tarraco basiert auf der MQB-A2-Plattform des Konzerns und soll das künftige Flaggschiffmodell des spanischen Herstellers sein. Er wird ein Segment über dem Ateca positioniert und soll als 5- und 7-Sitzer angeboten werden. Er wird also so etwas wie die spanische Ausgabe des Skoda Kodiaq. Während der Seat Arona auf der A0-Plattform basiert, die mit dem kommenden VW T-Cross (Polo-SUV) vergleichbar ist, baut der Ateca auf der A1-Plattform auf, die auch den neuen VW T-Roc (Golf-SUV) trägt. Die Entsprechung der MQB-(Modularer Querbaukasten)-A2-Plattform wäre dann der Tiguan Allspace mit sieben Sitzen. Dieser verfügt über einen Radstand von 2.791 Millimeter (+109 mm gegenüber dem Tiguan). Das entspricht auch exakt dem Radstand des Skoda Kodiaq.

Antriebseitig wird sich der neue Seat Tarraco aus dem Konzernregal bedienen und nur in der Basisausführung mit Vorderradantrieb auf den Markt kommen. Alle höher motorisierten Varianten erhalten Allrad. Die Kraftübertragung übernimmt in den schwächeren Modellen ein manuelles Schaltgetriebe, bei den stärkeren Version das DSG.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie uns Ihre Meinung.

Neues Heft