Stroll - Bottas - GP Abu Dhabi 2022 - Freitag Wilhelm
Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Abu Dhabi 2022 - Rennen
Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Abu Dhabi 2022 - Rennen
Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Abu Dhabi 2022 - Rennen
Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Abu Dhabi 2022 - Rennen 32 Bilder

GP Abu Dhabi: Alfas Stolpersteine für Aston Martin

Alfas Stolpersteine für Aston Martin Mit allen Mitteln zum sechsten Platz

GP Abu Dhabi 2022

Es war ein verkorkstes Wochenende mit Happy End für Alfa-Sauber. In einem Herzschlagfinale setzte sich der Rennstall gegen Aston Martin durch. Der sechste Platz in der WM bringt Sauber viele Millionen mehr aus der Rechteausschüttung der Formel 1.

Diese 0,630 Sekunden bringen Alfa-Romeo-Sauber neun Millionen. So viel mehr bekommt der Schweizer Rennstall für den sechsten Platz, wenn die Formel 1 so viel Geld an die Teams ausschüttet wie im letzten Jahr. Es dürfte sogar mehr sein. Das Team aus Hinwil war in der Schlussphase nur Zuschauer. In der Box, am Kommandostand und in der Fabrik drückte man Daniel Ricciardo die Daumen. Dass man mehr zitterte als ohnehin schon, lag am späten Ausfall von Lewis Hamilton, der ohne Hydraulikdruck nicht mehr schalten konnte.

Dadurch rückte Sebastian Vettel im Aston Martin um eine Position auf. Ricciardo verbündete sich mit Alfa. Der Australier rettete den neunten Platz vor dem heranstürmenden Vettel über die Ziellinie. Damit sammelte der Heppenheimer in seinem letzten Formel-1-Rennen nur einen Punkt. Zu wenig, um einen Positionswechsel in der Tabelle herbeizuführen.

Zwei hätten es sein müssen, dann hätte Aston Martin den Gegner noch vom sechsten Platz in der Team-Weltmeisterschaft gestoßen. Es herrschte Gleichstand nach 22 Rennen: So entschied Alfa-Sauber das Duell durch ein besseres Einzelergebnis für sich. Der fünfte Platz von Valtteri Bottas in Imola sticht. Aston Martin schaffte in dieser Saison bestenfalls sechste Plätze.

Schumacher - Bottas - Vettel - GP Abu Dhabi 2022 - Rennen
Motorsport Images
Bottas gegen Schumacher: Vettel nähert sich von hinten.

Alfa-Sauber übertrifft Erwartungen

Alfa Romeo empfand es als gerechten Ausgang. "Wir hatten über die Saison das bessere Auto", urteilte Teammanager Beat Zehnder. Teamchef Frederic Vasseur jubelte: "Die Arbeit des ganzen Teams an der Rennstrecke und in der Fabrik wurde gekrönt. Der sechste WM-Platz übertrifft unsere Erwartungen und Zielsetzungen vor der Saison. Es ist ein großer Erfolg für das Team. Darauf können wir weiter aufbauen."

Auch in Abu Dhabi war der C42 ein schnelles Mittelfeldauto. "So schnell wie in Brasilien." Dort kämpfte man im vorderen Mittelfeld. Allerdings verschworen sich die Umstände gegen Alfa-Sauber. Kein Auto im Q3. Guanyu Zhou schaffte wenigstens den Aufstieg in den zweiten Teil. Valtteri Bottas blieb bereits im Q1 hängen. Der Finne haderte mit Verkehr in seiner Aufwärmrunde. Der Routinier konnte die Reifen nicht richtig konditionieren. Er startete mit 20 Grad zu kalten Vorderreifen in seine fliegende Runde. Damit war nichts auszurichten.

Aston Martin nimmt es sportlich

Schlechte Startpositionen schmälerten die Aussichten auf Punkte im Rennen. Sie ließen Überlegungen am Alfa-Kommandostand reifen, wie man seine Autos einsetzen könnte, um die Schaltkreise der Aston Martin zu stören. "Wir haben unseren Fahrern einen Auftrag an die Hand gegeben. Sie sollten so lange wie möglich draußen bleiben, um Aston Martin in Zweikämpfe zu verstricken. Um ihnen Sekunden bei ihrer Aufholjagd zu rauben."

Es gelang. Valtteri Bottas bremste Sebastian Vettel ein. Guanyu Zhou den zweiten grünen Rennwagen mit Lance Stroll am Steuer. "Bottas ist in den Kurven sechs, sieben geradeaus gefahren, nachdem ihn Seb überholt hatte", schildert Aston-Martin-Teamchef Mike Krack. "Zhou stach innen rein, um Lance zu stören. Das waren Manöver, die sicher am Limit waren. Aber das kann man so spielen." Das Team aus Silverstone nahm die knappe Niederlage sportlich auf.

Lob für Vettel

Ohnehin musste sich Aston Martin an die eigene Nase fassen. Die Einstoppstrategie warf Vettel überhaupt erst weit nach hinten. Er musste mit einem Auto überholen, das einen schwachen Topspeed hat, und gleichzeitig Reifenmanagement betreiben. "Wir haben mal hier eine Sekunde verloren, mal da. Das summiert sich. Deshalb hat Lance Sebastian später überholt. Und Seb ist nicht mehr an Ricciardo vorbeigekommen." Mit zwei Boxenstopps hätte Vettel Sechster oder Siebter werden können. Dann wäre Aston Martin Sechster in der WM.

Ein Lob gab es für den scheidenden Ex-Weltmeister. Krack über Vettels letzte Ausfahrt: "Es gab so viel Trubel und Ablenkung um ihn herum. Das hatte schon in Brasilien die Woche zuvor begonnen. Alles drehte sich um seinen Abschied. Jeder wollte ein Stück von ihm haben. Als er im Auto saß, und das Visier runterklappte, war er aber voll konzentriert. Er hat das ausgeblendet. Seine Runde im zweiten Teil der Qualifikation war besonders eindrucksvoll. Sebastian ist meisterhaft gefahren."

Valtteri Bottas - Alfa Romeo  - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 18. November 2022
Alfa Romeo
Alfa-Sauber setzte sich dank des besseren Einzelergebnisses gegen Aston Martin durch.

Alfa-Sauber nicht standfest

Alfa Romeo punktete in zehn von 22 Rennen. Aston Martin in 15 der 22 Grand Prix. Bis zum GP Kanada, dem neunten Lauf der Saison, hatte Alfa-Sauber bereits 51 Zähler angesammelt. Danach kamen nur noch vier hinzu. Aston Martin trumpfte vor allem in Singapur und Japan mit insgesamt 20 Punkten auf. Man schlug aus den verregneten Rennen maximalen Profit, und brachte sich überhaupt erst wieder ins Rennen um den sechsten Platz.

Die Entwicklung verlief etwas gegensätzlich. Alfa begann stark, hatte vor allem aber in der Saisonmitte einen Durchhänger. Da stockte die Entwicklung. Aston Martin erlebte einen Katastrophenstart, änderte die Philosophie seines Autos und besserte sich. "In Australien gab es eine Krisensitzung. Wir hatten drei große Schwachstellen identifiziert: die Rückmeldung des Autos. Wir mussten den Fahrern ein Gefühl dafür geben. Unser Übergewicht. Und die Aerodynamik." Alfa-Sauber zehrte davon, von Beginn an am Mindestgewicht zu liegen.

Alfas Updates ab Japan schlugen voll ein. Frontflügel und Unterboden beflügelten den C42. Das größte Problem der Saison: die mangelnde Zuverlässigkeit. Kein Team legte weniger Rennkilometer zurück als der Schweizer Rennstall.

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