Auf TikTok verbreitete sich das Video rasend schnell. Auf den etwas wackeligen Bildern ließ sich eine private Testfahrt mit einem bisher noch unbekannten Rennwagen erkennen. Das komplett im schwarzen Sichtcarbon-Look gehaltene Fahrzeug wirkte auf den ersten Blick wie eine Mischung aus Formel-1-Auto und Le-Mans-Hypercar.
Schnell wurden erste Theorien zum Einsatzzweck des mysteriösen Prototyps aufgestellt. Handelt es sich hier etwa um einen Testträger, um neueste Rennsporttechnologie auszuprobieren? Steckt im Heck vielleicht sogar ein überarbeiteter Honda-Motor, der die aktuellen Probleme von Aston Martin in der Königsklasse lösen kann? Oder sollen hier vielleicht Daten für das Langstrecken-Programm gesammelt werden?
Die etwas skurrile Form gab selbst Experten Rätsel auf. Im Gegensatz zu den Hypercars in Le Mans besitzt das Fahrzeug ein offenes Cockpit. Der Pilot ist wie in der Formel 1 durch einen Halo-Bügel geschützt. Auch die Vorderachse erinnert mit ihren Doppelquerlenkern und der Pushrod-Dämpfung an die Technik der Grand-Prix-Rennwagen aus der Königsklasse.
Technik aus Formel 1 und WEC
Die zweigeteilte Frontpartie mit einem tiefen Splitter und die verkleideten Räder erinnern wiederum an den Valkyrie aus der WEC. Das Heck ist eher ein Zwitter: Die Formel-1-Airbox geht in ein großes Segel auf der Motorverkleidung über. Auch vor den Hinterrädern befindet sich viel Carbon-Bodywork, wie man es eher aus dem Langstreckensport kennt.
Auf dem Heck thront ein breiter Flügel. Der Auspuff tritt mittig aus der Verkleidung aus. Der Sound des Autos erinnert an den V12-Motor, mit dem auch der Le-Mans-Valkyrie befeuert wird. Es gut zu hören, dass der Pilot das Aggregat abstellt und leise weiterrollt. Das spricht dafür, dass ein Hybrid-System an Bord ist.
Wegen des dunklen Looks, der extrem lang gezogenen Karosserie und der etwas skurrilen Formen bekam der mysteriöse Rennwagen von vielen Usern in den sozialen Medien den Spitznamen "Batmobil" verpasst.

Der getestete Prototyp trägt Anleihen von Valkyrie Hypercar für Le Mans, hat aber kein geschlossenes Cockpit.
Auftragsprojekt von US-Milliardär
Eigentlich sollte das Projekt geheim bleiben. Ein paar Details sind dennoch schon nach außen durchgesickert. Nach exklusiven Informationen von auto motor und sport soll es sich hier um ein Einzelstück handeln, das Milliardär Ken Griffin bei Aston Martin Performance Technologies in Auftrag gegeben haben soll. Ein erstes Konzept wurde angeblich schon letztes Jahr beim Rennen in Silverstone in einem kleinen Kreis vorgestellt.
Der Hedgefondsmanager und Gründer der Investmentgesellschaft Citadel steht auf der Top-25-Liste der reichsten Menschen in den USA. Er besitzt sicher die finanziellen Mittel, um sich solch ein Hightech-Spielzeug zu leisten. Wie man hört, gab der Manager Aston Martin den Auftrag, nichts weniger als den schnellsten Rennwagen der Welt zu bauen.
Bei Aston Martin Performance Technologies sind viele Mitarbeiter angestellt, die früher schon für den Formel-1-Rennstall gearbeitet haben. Es sollte also genügend Know-how vorhanden sein, um den gewünschten Ultra-Rennwagen zu entwickeln und zu bauen. Das Ziel besteht angeblich darin, mit dem Auto auf verschiedene Rennstrecken zu gehen und neue Rundenrekorde aufzustellen. Gerüchteweise soll das "Batmobil" zehn Sekunden schneller sein als die aktuelle Formel-1-Generation.
Schneller als der Rekord-Porsche?
Technische Details sind allerdings noch nicht bekannt. Weil das Fahrzeug aber im Gegensatz zu regulären Rennwagen nicht durch irgendwelche Reglements eingeschränkt ist, können sich die Ingenieure hier richtig austoben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch aktive Aerodynamik-Elemente zum Einsatz kommen, um die maximale Performance sowohl auf Geraden als auch in Kurven zu erzielen.
Ein ähnliches Projekt gab es vor einigen Jahren schon einmal von Porsche. Mit dem 919 Hybrid Evo stellte Timo Bernhard 2018 einen neuen Rundenrekord auf der Nordschleife auf. Auch in Spa-Francorchamps hält der Weissacher Rennwagen die Bestmarke. Der Porsche basierte damals auf einem bestehenden Le-Mans-Rennwagen. Der Aston Martin ist dagegen eine komplette Neuentwicklung. Man darf gespannt sein, wo das Batmobil in Zukunft noch einmal auftauchen wird.












