Formel 1: Setup-Fehler: Ist das Mercedes-Duell schon vor dem Rennen entschieden?

Setup-Fehler bei George Russell
Ist das Mercedes-Duell schon entschieden?

GP Japan 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.03.2026
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George Russell & Kimi Antonelli - Mercedes - GP Japan 2026
Foto: xpb

Für Mercedes wird es langsam zur Gewohnheit. Beim dritten Rennwochenende des Jahres starten erneut beide Silberpfeile aus der ersten Startreihe. Die Reihenfolge dürfte allerdings einige Fans überraschen. Wie schon in Shanghai konnte sich Kimi Antonelli die Pole-Position sichern.

In China wurde George Russell von einem Problem an seiner Power Unit eingebremst. Der Brite konnte nur einen Run im Q3 setzen und hatte damit keine Chance, das interne Duell für sich zu entscheiden. In Suzuka funktionierte die Technik. Allerdings verhielt sich sein Rennauto nicht ganz so, wie es der Pilot erwartet hatte.

"Wir haben vor dem Qualifying noch eine Änderung am Heck vorgenommen. Das war eigentlich nur eine kleine Sache", grübelte der Brite. "Ich bin dann rausgefahren und es hat sich angefühlt, als wäre hinten irgendwas kaputtgegangen. In der letzten Kurve wäre ich fast abgeflogen. Ich musste meinen Fahrstil komplett umstellen und den Frontflügel flacher stellen, um die Balance auszugleichen."

George Russell - Mercedes - GP Japan 2026
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Balance-Nachteil auch im Rennen

Russell zeigte sich überrascht, dass man von dem Setup-Umbau so sehr auf dem falschen Fuß erwischt wurde: "Das war eigentlich eine transparente Sache. Das haben wir in der Vergangenheit schon oft gemacht. Vielleicht liegt es an den neuen Autos. Entweder hat es einen deutlich größeren Einfluss, als wir erwartet hatten, oder wir haben beim Umbau einen Fehler gemacht. Oder es war doch etwas kaputt."

Toto Wolff erklärt, warum man die Änderung überhaupt vorgenommen hat, obwohl es in den Freien Trainings zuvor sehr gut lief: "Wir haben die mechanische Balance etwas nach hinten geschoben, um bei den Flügeleinstellungen mehr Spielraum zu bekommen. Aber das war zu viel." Für das Rennen lässt sich unter Parc-Fermé-Bedingungen nun nicht mehr viel korrigieren. "George wird auf jeden Fall einen Nachteil auf der Hinterachse haben. Solche Fehler passieren leider."

Das Pech von Russell war das Glück von Antonelli. Im Q3 hätten beiden Runden des Italieners zur Pole-Position gereicht. "In den ersten Runs war es etwas schwierig", berichtete der Youngster. "Im Vergleich zum Training hat der Wind etwas zugelegt. Das hat zu einigen Rutschern geführt. Dann haben die Reifen überhitzt. Das Heck hat generell nicht so stabil gelegen. Am Ende war ich aber happy mit der Session. Die erste Runde im Q3 war stark. In der zweiten habe ich es dann etwas übertrieben."

Kimi Antonelli - Mercedes - GP Japan 2026
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Entscheidung schon am Start

Von Teamchef Wolff gab es erneut ein Sonderlob für seinen jungen Schützling: "Das war heute sehr gut von Kimi. Er ist die ganze Session ruhig geblieben. Am Ende haben wir ihm gesagt, er soll die erste Runde auf Sicherheit fahren. In der zweiten hat er dann richtig gepusht. Und schon war es nicht mehr so gut."

In den Trainings hinterließen die Mercedes auf den Longruns einen dominanten Eindruck. Es sieht also alles nach dem dritten Doppelsieg in Folge aus. Antonelli versucht sich nicht, von seinen Verfolgern aus der Ruhe bringen zu lassen: "Ich mache mir da keine großen Sorgen. Ich muss mich nur auf mich konzentrieren und die Prozeduren richtig hinzubekommen. Das Ziel ist es, in Kurve 1 vorne zu liegen und danach die freie Fahrt zu nutzen."

Russell auf Startplatz zwei droht wie schon in den ersten beiden Rennen früh von den Ferrari geschnappt zu werden. "Hier bietet der Asphalt mehr Grip. Die Unterschiede sollten also theoretisch nicht ganz so groß sein, wie zum Beispiel in Melbourne. Ich würde natürlich gerne die Führung übernehmen", gab sich der WM-Spitzenreiter angriffslustig.

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