Neue Papaya-Regeln bei McLaren: "Haben uns selbst Kopfschmerzen zugefügt"

Neue Papaya-Regeln bei McLaren
„Haben uns selbst Kopfschmerzen zugefügt“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.02.2026
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McLaren war das dominante Team der Vorsaison. Der Titel in der Konstrukteursmeisterschaft konnte schon sechs Rennen vor dem Finale in Singapur eingetütet werden. Nur die Fahrer-WM blieb lange offen. Beinahe hätte Max Verstappen am Ende noch Lando Norris die Butter vom Brot genommen. Zwei Pünktchen gaben schließlich den Ausschlag zu Gunsten des McLaren-Piloten.

Ein Grund, warum der Meisterkampf in der Fahrerwertung so lange offen blieb, waren die Papaya-Regeln. Die Teamleitung versuchte, keinen der beiden Piloten zu priorisieren. So nahmen sich Norris und Teamkollege Oscar Piastri immer wieder gegenseitig Punkte weg. Und am Kommandostand gab es immer wieder strittige Entscheidungen.

Nach der Startkollision in Singapur wurden Sanktionen gegen Norris ausgesprochen, die dann nach dem Sprintcrash in Austin wieder aufgehoben wurden. Der Stallregie-Befehl in Monza nach dem Boxenstopp-Patzer von Norris schlug ebenfalls große Wellen. Und auch bei der Strategie versuchten die Ingenieure stets sicherzustellen, dass keiner von beiden benachteiligt wird. Auch wenn es teilweise den Teaminteressen widersprach.

McLaren hat Lektion gelernt

Immer wieder mussten die beiden Piloten Fragen beantworten, ob die Fairness-Regeln nicht etwas zu strikt angewendet werden. So wurden zum Beispiel in Katar beide Piloten auf die gleiche (falsche) Taktik gesetzt, obwohl es eigentlich besser gewesen wäre, das Risiko durch ein Splitten der Strategie zu minimieren.

"Wir haben einige Lehren aus der Vorsaison gezogen. Einiges war gut, es gab aber auch harte Lektionen", blickt Piastri zurück. "Wir hatten eine Reihe von Rennen, die aus verschiedenen Gründen ziemlich ereignisreich waren. Daraus müssen wir jetzt die Lehren ziehen. Sowohl ich persönlich als auch wir als Team müssen zusehen, wie wir besser mit solchen Situationen umgehen."

Der Pilot kündigte an, dass es für 2026 neue Regeln geben wird: "Wir werden ein paar kleinere Anpassungen vornehmen, wie wir an die Sache herangehen. Da gibt es viele Aspekte, natürlich auch den, wie wir intern gegeneinander fahren. Aber auch was die Performance oder das Reifenmanagement angeht, haben wir einige Lektionen gelernt. Wir wollen uns ja weiterbewegen und nicht stillstehen."

Norris, Stella & Piastri - McLaren - GP Mexiko 2025 - Mexiko-Stadt - Formel 1
Andy Hone via Getty Images

Papaya-Regeln bekommen Feintuning

Teamchef Andrea Stella kündigte schon an, die Papaya-Regeln etwas aufzuweichen, ohne dabei den grundlegenden Fairness-Gedanken ganz zu vernachlässigen. Piastri begrüßt dieses Vorhaben: "Die Regeln etwas zu verschlanken, ist eine weise Entscheidung. Wir haben uns damit selbst ein paar Kopfschmerzen zugefügt, die unnötig waren. Als generelles Prinzip bringt es viele positive Aspekte mit sich. Es geht jetzt nur darum, das Ganze etwas feinzutunen."

Einige Fans des Australiers warfen der Teamführung letztes Jahr vor, im Zweifel Norris zu bevorteilen. Dieses Gefühl hatte Piastri nach eigener Aussage nicht: "Ich hatte meine faire Chance. Daran sollte sich auch nichts ändern. Das heißt aber nicht, dass alle Dinge optimal gelaufen sind. Das wurde ja auch nach außen klar. Es gab aber niemals böse Hintergedanken oder Zeiten, in denen ich die guten Absichten des Teams angezweifelt habe."

Laut Piastri wird es aber trotz guter Intentionen nie die perfekte Lösung geben: "Es gab Dinge, die besser hätten laufen können, Situationen, die man anders hätte handhaben können. Das ist Teil des Profisports und der Formel 1. Man kann nicht jedes Mal die richtige Entscheidung treffen. Und man kann nicht immer jede einzelne Person glücklich machen. Das ist die spezielle Natur der Formel 1, einer Teamsportart, bei der es am Ende einen Preis für einen Einzelsportler gibt."

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