Verstappen vs. Hamilton - GP Portugal 2021 Wilhelm
Lewis  Hamilton - GP Ungarn 2020
Max Verstappen - GP Ungarn 2020
Nicholas Latifi - GP Ungarn 2020
Daniel Ricciardo - GP Ungarn 2020 51 Bilder

Vorschau GP Ungarn 2021: Wiedersehen nach Crash

Vorschau GP Ungarn Wiedersehen nach Highspeed-Crash

In Ungarn treffen Max Verstappen und Lewis Hamilton erstmals nach dem Unfall von Silverstone aufeinander. Der Weltmeister strebt nach seinem neunten Erfolg auf dem Hungaroring. Verstappen schwört Revanche. Und Ferrari? Die Roten gelten unter Experten als Geheimfavorit auf den Sieg.

Diese Weltmeisterschaft steht seit dem GP England unter einem anderen Stern. Der Zusammenprall zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton hat die Rivalität zwischen den beiden Superstars der Szene und die Feindschaft zwischen ihren Teams vertieft. Red Bull sinnt auf Rache, Mercedes will mit einem weiteren Sieg den Stachel noch tiefer in die Wunde bohren. Die Fans dürfen sich auf den nächsten heißen Grand Prix freuen.

Die Stimmung ist aufgeladen. Die Frage lautet, wie sich die Rivalen verhalten werden – auf und abseits der Rennstrecke? Was passiert beim nächsten Rad-an-Rad-Zweikampf? Wer steckt zurück, wer hält weiter voll rein? Verstappen jedenfalls muss sich den schwersten Unfall in bisher 129 Formel-1-Rennen aus den Knochen schütteln. Zu seinem Glück hat der schwere Crash von Silverstone ihn nicht außer Gefecht gesetzt. Der Pilot kam glimpflich davon, und will in Budapest direkt zurückschlagen. Dort hat er bislang noch nie gewonnen.

Das kommende Rennwochenende wird insbesondere aus psychologischer Sicht interessant. Verstappens Vorsprung in der Weltmeisterschaft ist auf acht Punkte geschmolzen. Ein Sieg plus die schnellste Rennrunde und Hamilton würde schon wieder gleichziehen. Der Titelverteidiger reist mit dem Schwung des Heimsiegs und einer Erfolgsstatistik im Rücken in Ungarns Hauptstadt. Kein Fahrer hat häufiger auf dem Hungaroring gewonnen als der Rekordchampion.

Einen weiteren Triumph will der 23-jährige Niederländer in seinem Red Bull unbedingt verhindern und stattdessen den Abstand zu seinem Widersacher vergrößern. Der Sieger wird die Sommerpause auf einem Hoch verbringen. Der Verlierer vier Wochen grübeln.

Die Strecke – Hungaroring

Der Hungaroring, knapp 20 Kilometer außerhalb von Budapest gelegen, bietet bereits seit 1986 regelmäßig eine Bühne für die Formel 1. Die Strecke, mit ihren 14 vorwiegend langsamen und mittelschnellen Richtungswechseln, wird im Uhrzeigersinn absolviert und gehört zu den langsameren Kursen im Kalender. Sieben Kurven werden mit weniger als 150 km/h durchfahren.

Überholen ist auf dem technisch anspruchsvollen Kurs äußerst problematisch. Die langgestreckte letzte Kurve vor der Zielgeraden erschwert es dem Vordermann, direkt im Windschatten zu folgen. Die beiden DRS-Zonen vor Kurve 1 und vor Kurve 2 helfen nur bedingt. Das Qualifying und ein guter Start sind deshalb besonders wichtig. Die Zeitenjagd ist hier eine große Herausforderung. Die Kunst ist es auf dem Hungaroring, die Reifen in den ersten beiden Sektoren nicht zu überlasten, um im letzten Abschnitt noch ausreichend Haftung zu haben. Wer die Reifen überhitzt, verliert überproportional viel Rundenzeit.

Mit 443,6 Metern ist der Weg von der Pole Position zur ersten Kurve einer der längsten im ganzen Jahr. Die linke Seite der Startaufstellung liegt auf der Ideallinie und bietet deshalb deutlich mehr Grip.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 4,381 km
  • Rundenzahl: 70
  • Gesamtdistanz: 306,6 km
  • Rundenrekord (Rennen): 1.16,627 min (Lewis Hamilton, 2020)
  • Top-Speed: 316 km/h
  • DRS-Zonen: 2 (T1-T2 / T14-T1)
  • Abtriebslevel: hoch
  • Reifen: C2, C3 und C4
  • Boxenstopp-Zeit: 17,7 Sekunden
  • Distanz Pole Position -> Kurve 1: 443,6 Meter
Pirelli - GP Ungarn 2021 - Info-Grafik
Pirelli
Das sind die Anforderungen an die Reifen auf dem Hungaroring. Pirelli geht mit den Mischungen C2 bis C4 den Mittelweg.

Setup

Früher wurde der Hungaroring oft mit Monte Carlo verglichen – eine langsame Strecke, nur ohne Leitplanken. Doch mit den breiteren und abtriebsschwangeren Autos, mit denen die Formel 1 seit 2017 fährt, hat sich der Charakter der Rennstrecke etwas verändert. Die Kurvengeschwindigkeiten stiegen. Aus langsamen Kurven wurden mittelschnelle. Aus mittelschnellen schnelle.

Vor allem im Mittelteil werden viele der Kurven im vierten oder fünften Gang durchfahren – kein Vergleich zu den Stadtkursen in Monaco und Baku mit überwiegend eckigen Passagen, die im zweiten oder dritten Gang genommen werden. Nichtsdestotrotz: Es reiht sich Kurve an Kurve. Die Geraden sind kurz. Das wirkt sich auf das Setup aus. Voller Abtrieb heißt die Parole der Ingenieure.

Da der Hungaroring vom Charakter sehr rund ist, gibt es an die Bremsen und die Reifen keine übermäßigen Anforderungen. Trotzdem müssen die Fahrer auf die Reifen achtgeben. Vor allem auf die weichen, besonders wenn die Wettervorhersage eintrifft. Die Meteorologen sagen ein heißes Rennwochenende voraus, auch wenn es am Sonntag etwas abkühlen sollte (27°C). Pirelli bleibt mit den mittelharten Mischungen C2, C3 und C4 wie schon im Vorjahr auf der konservativen Seite.

2020 ist für die Strategie kein Maßstab, weil der Rennstart auf nasser Piste erfolgte. Das Jahr davor zeigte, dass die Taktik auf dem Hungaroring nicht immer eindeutig ist. Damals siegte Hamilton mit zwei Boxenstopps. Er überflügelte Verstappen, der es mit einem Reifentausch versuchte, erst in den Schlussrunden.

Mangels langer Geraden ist es nicht so einfach, eine dauerhafte Frischluftversorgung für die Antriebseinheiten zu gewährleisten. Vor allem im unteren Drehzahlbereich ist viel Leistung gefragt, um gut aus den langsamen Ecken herauszukommen. Auch das Fahrwerk muss etwas weicher abgestimmt werden, um die Traktion zu verbessern, den Untersteuer-Charakter der Strecke zu lindern und die Kerbs glattzubügeln.

Carlos Sainz - Formel 1 - GP England 2021
Wilhelm
Ferrari gilt als Geheimfavorit für das elfte Saisonrennen.

Technik-Updates

Mercedes hat seine Upgrades bereits in Silverstone verschossen. Neuteile soll es erst wieder nach den Sommerferien in Zandvoort geben. Danach ist dann ganz Schluss. Der Weltmeister begibt sich in Budapest an die Optimierung der Ausbaustufe, die vor zwei Wochen in England debüttierte und den Rückstand auf Red Bull verkleinerte.

Red Bull macht wie immer ein Geheimnis aus seinen Upgrades. Immerhin war von Honda zu erfahren, dass der in Silverstone angeschlagene Motor von Max Verstappen in Japan untersucht wurde und den Unfall offenbar überlebt hat. Es wurden im erlaubten Rahmen Teile getauscht. Das Triebwerk soll am Freitag im Training zum Einsatz kommen, um sicherzugehen, dass auch wirklich alles funktioniert.

McLaren hat im Kampf um den dritten WM-Platz noch einmal eine kleine Technikoffensive angekündigt. Auch von Ferrari sind die letzten Weiterentwicklungen zu erwarten. Bei den weiteren Mittelfeldteams dürfte es sich ähnlich verhalten. Die letzten Entwicklungsschritte wurden bereits vor Wochen abgesegnet und befanden sich seither in Produktion. Nach Ungarn dürfte die Entwicklung dann auslaufen, weil sich alle Teams ganz auf 2022 vorbereiten.

Die Favoriten

Red Bull hatte in den letzten Rennen das schnellste Auto – auch in Silverstone. Ohne die Kollision hätte Verstappen vermutlich gewonnen. Deshalb fliegt er auch nach Ungarn als Favorit. Teamkollege Sergio Perez muss sich nach drei durchwachsenen Rennen steigern. Verstappen braucht ihn als Edelhelfer gegen Mercedes. In diese Rolle muss anders herum auch Valtteri Bottas schlüpfen. Beide fahren im Dienst der Teamkapitäne.

Hamilton hat acht seiner inzwischen 99 Siege in Ungarn gefeiert. Deshalb wird es für Verstappen keine leichte Aufgabe, ihn dort zu schlagen. Gefahr könnte den Top-Teams von Ferrari drohen. In Budapest fällt das Power-Defitzit nicht so stark ins Gewicht wie zuletzt in Silverstone. Und schon da hätte Charles Leclerc beinahe gewonnen. Wir wissen: Je langsamer die Strecke, desto besser für Ferrari. Hitze würde den roten Autos ebenso nicht ungelegen kommen. Das reduziert die Gefahr von Graining.

Doch Ferrari will sich nicht in die Rolle des Geheimfavoriten drängen lassen. Leclerc winkt ab. "Wir müssen realistisch bleiben. Wenn wir direkt hinter den Top-Teams landen, müssen wir zufrieden sein." McLaren versucht weiter dagegenzuhalten. Das britische Traditionsrennstall will vor der Sommerpause noch einmal auftrumpfen. Lando Norris fährt seit Saisonstart in bestechender Form. Daniel Ricciardo sollte das flüssige Layout ohne starke Bremszonen entgegenkommen.

Dahinter erwartet uns der gewohnte Dreikampf zwischen Alpine, Aston Martin und Alpha Tauri. Sie müssen aber auf George Russell im Williams achten, der zuletzt zweimal ins Q3 einzog. Im Vorjahr belegte der Brite in Budapest in der Quali einen starken 12. Platz. Mick Schumacher erhält eine neue Sitzschale, damit er sich nicht mehr so schief ins Cockpit krümmen muss – sein Gegner wird wie üblich Nikita Mazepin heißen.

Red Bull - GP Ungarn 2020
Wilhelm
Max Verstappen verunfallte auf dem Weg in die Startaufstellung. Er hatte den zweiten Platz im Rennen den Red-Bull-Mechanikern zu verdanken.

So lief das Rennen im Vorjahr

Der GP Ungarn 2020 war das dritte Saisonrennen. Corona hatte den Rennkalender durcheinandergewürfelt und den Hungaroring in eine frühere Startposition gebracht. Das wechselhafte Wetter prägte das 35. Rennen in der Geschichte im osteuropäischen Staat. Ein Gewitter vor Rennstart setzte die Strecke unter Wasser und zwang die Mehrzahl des Feldes auf Intermediate-Reifen.

Titelverteidiger Lewis Hamilton ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, münzte seine Pole in die Führung um und grüßte nach 70 Runden als Sieger. Teamkollege Bottas verpatzte den Start und kämpfte sich mühsam auf das Podest zurück. Mehr als der dritte Platz war für den Finnen jedoch nicht möglich. Dazwischen schob sich noch Verstappen, der schon vor Rennbeginn fast draußen war.

Auf dem Weg in die Startaufstellung hatte der Holländer seinen Red Bull in Kurve 12 verloren. Die Mechaniker wechselten die kaputte Spurstange vorne links in Rekordtempo. Der Pilot dankte es mit dem zweiten Platz. Sein damaliger Teamkollege Alexander Albon wurde Fünfter. Er setzte sich gegen Sebastian Vettel im Ferrari durch.

Lance Stroll war über weite Strecken auf dem Weg zu einem Podest. Doch Racing Point taktierte zu zögerlich. Man wartete auf weiteren Regen, der nie kam. So schlüpfte ihm Bottas mit einem früheren zweiten Stopp durch auf Rang drei. In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die Highlights vom GP Ungarn 2020.

Zeitplan GP Ungarn 2021

Datum Session
Freitag, 30.07., 11:30-12:30 Uhr 1. Training
Freitag, 30.07., 15:00-16:00 Uhr 2. Training
Samstag, 31.07., 12:00-13:00 Uhr 3. Training
Samstag, 31.07., 15:00-16:00 Uhr Qualifikation
Sonntag, 01.08., ab 15 Uhr Rennen
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