Sebastian Vettel - GP Ungarn 2019 xpb
Verstappen -Hamilton - GP Ungarn 2019 - Budapest - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Ungarn 2019 - Budapest - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Ungarn 2019 - Budapest - Rennen
Start - GP Ungarn 2019 - Budapest - Rennen 61 Bilder

F1 Vorschau GP Ungarn

Letzte Chance für Ferrari

In Budapest bietet sich für Ferrari die Chance auf Wiedergutmachung. Der Hungaroring wird den Ingenieuren zudem viele Erkenntnisse zum aktuellen Kräfteverhältnis liefern. In der Vorschau haben wir die letzten Infos zum GP Ungarn.

Normalerweise verabschiedet sich der Formel-1-Zirkus in Budapest immer in die Sommerferien. In dieser Saison geht es dank Corona jetzt aber erst so richtig los. Nach dem doppelten Appetithäppchen auf der Power-Strecke in Spielberg ist der kurvige Hungaroring genau das richtige Kontrastprogramm.

Nach dem Wegfall des Klassikers in Monaco liegt Budapest nun ganz oben im Abtriebslevel-Ranking. Motorleistung und Luftwiderstand sind dagegen zweitrangig. Zumindest auf dem Papier müssten das ideale Bedingungen für Ferrari sein. Bevor es auf die nächsten Powerstrecken in Silverstone, Spa-Francorchamps und Monza geht, bietet sich für die mattrot lackierten Autos in Ungarn eine gute Chance zu glänzen.

Auch Red Bull macht sich wegen der besonderen Streckencharakteristik große Hoffnungen. Nach den zwei Mercedes-Siegen zum Auftakt muss Max Verstappen endlich die Trendwende einleiten, wenn es noch was werden soll mit dem Unternehmen "jüngster F1-Weltmeister aller Zeiten". Sollte Mercdes dagegen erneut klar gewinnen, bedeutet das für die Spannung der restlichen Saison nichts Gutes.

Vielleicht sorgt ja auch das Wetter für etwas Abwechslung. Ausgerechnet für den Rennsonntag sind Regenschauer vorhergesagt. Klar ist jetzt schon, dass die übliche Hitzeschlacht in Ungarn dieses Jahr ausfallen wird. Die Meteorologen glauben nicht, dass das Quecksilber über die 25°C-Marke klettern wird.

Die Strecke – Hungaroring

Der Hungaroring, knapp 20 Kilometer außerhalb von Budapest, bietet bereits seit 1986 regelmäßig eine Bühne für die Formel 1. Die Strecke, mit ihren 14 vorwiegend langsamen und mittelschnellen Richtungswechseln, wird im Uhrzeigersinn absolviert und gehört in Sachen Durchschnittsgeschwindigkeit zu den langsameren Kursen im Kalender. 10 Kurven werden mit weniger als 150 km/h durchfahren.

Überholen ist auf dem anspruchsvollen Kurs äußerst problematisch. Die langgestreckte letzte Kurve vor der Zielgeraden erschwert es dem Vordermann direkt im Windschatten zu folgen. Die beiden DRS-Zonen vor Kurve 1 und vor Kurve 2 helfen nur bedingt. Das Qualifying und ein guter Start sind deshalb besonders wichtig. Mit 443 Metern ist der Weg von der Pole Position zur ersten Kurve einer der längsten im ganzen Jahr. Die linke Seite der Startaufstellung liegt auf der Ideallinie und bietet deshalb deutlich mehr Grip.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 4,381 km
  • Rundenzahl: 70
  • Gesamtdistanz: 306,630 km
  • Rundenrekord (Rennen): 1:17.103 min (Max Verstappen, 2019)
  • Top-Speed: 318,2 km/h
  • DRS-Zonen: 2 (T1-T2 / T14-T1)
  • Abtriebslevel: hoch
  • Reifen: C2, C3 und C4
  • Boxenstopp-Zeit: 16,4 Sekunden
  • Distanz Pole Position -> Kurve 1: 443,6 Meter
Pirelli-Grafik - GP Ungarn 2020
Pirelli
Pirelli ist mit den drei mittleren Mischungen in Budapest sehr konservativ unterwegs. Wir erwarten wieder ein Einstopp-Rennen.

Setup

Der geringe Anteil an langen Geraden und die vielen langsamen Kurven wirken sich auch auf das Setup aus. Voller Abtrieb heißt die Parole der Ingenieure. Sowohl der Heck- als auch der Frontflügel werden extrem steil gestellt, damit das Auto stabil auf dem Asphalt klebt. Da der Hungaroring vom Charakter sehr rund und langsam ist, gibt es an die Bremsen und die Reifen keine besonderen Anforderungen. Pirelli bleibt mit den mittelharten Mischungen C2, C3 und C4 wie schon in Spielberg auf der konservativen Seite.

Obwohl die Temperaturen dieses Jahr nicht ganz so extrem sind wie in der Vergangenheit, dürfen die Ingenieuren das Hitze-Thema nicht aus den Augen verlieren. Mangels langer Geraden ist es nicht so einfach eine dauerhafte Frischluftversorgung für die Antriebseinheiten zu gewährleisten. Vor allem im unteren Drehzahlbereich ist viel Leistung gefragt, um gut aus den langsamen Ecken herauszukommen. Auch das Fahrwerk muss etwas weicher abgestimmt werden, um die Traktion zu verbessern, den Untersteuer-Charakter der Strecke zu lindern und die Kerbs glattzubügeln.

Technik-Updates:

Die hohe Schlagzahl in der aktuellen Saison macht die Weiterentwicklung der Autos schwierig. Nach den beiden Auftaktrennen steht in Budapest nun der dritte Grand Prix innerhalb von drei Wochen auf dem Programm. Da sind kaum größere Upgrade-Pakete zu erwarten. Eigentlich wollte Ferrari mit einer große Ausbaustufe anreisen. Der neue Frontflügel und ein modifizierter Unterboden debütierten nun aber schon eine Woche früher. Es ist unklar, ob für Budapest noch etwas in der Pipeline steckt.

Neben neuen High-Downforce-Heckflügeln haben viele Teams bereits angekündigt, kleinere Upgrades nach Budapest zu bringen, um die in Spielberg erkannten Schwächen zu lindern. Dabei geht es nicht nur um die Steiergung der Performance sondern auch die Verbesserung der Zuverlässigkeit. So will Renault zum Beispiel die defektanfälligen Kühler überarbeiten, die in Spielberg gleich zwei Mal zu Ausfällen geführt haben.

Die Favoriten:

So überlegen, wie sich Mercedes in den ersten beiden Rennen präsentiert hat, ist es nur schwer vorstellbar, dass sich der Vorsprung nur wegen einer anderen Streckencharakteristik plötzlich komplett in Luft auflöst. Dennoch dürfen sich WM-Spitzenreiter Valtteri Bottas und Lewis Hamilton keine Fehler erlauben. Max Verstappen hat schon im Vorjahr in Budapest bewiesen, dass er auf kurvigem Terrain nur schwer zu schlagen ist.

Ferrari wird in den Kampf ganz vorne sicher nicht eingreifen können. Es wäre schon ein Erfolg, wenn man sich im vorderen Mittelfeld positionieren und sichere Punkte einfahren würde. Doch McLaren, Racing Point und Renault sind harte Konkurrenten. Budapest wird ein guter Indikator für das wahre Kräfteverhältnis im Mittelfeld.

Auch die Hinterbänkler hoffen in Ungarn auf eine Trendwende. Alpha Tauri war in Spielberg nicht allzu weit weg vom Rest des Mittelfelds. Diese Lücke lässt sich schließen, wenn es ideal läuft. Für Haas, Alfa Romeo und Williams sehen wir dagegen schwarz. Wenn nichts Verrücktes passiert, dürften die drei genannten Teams wieder leer ausgehen.

Lewis Hamilton - GP Ungarn 2019
xpb
Im Vorjahr konnte Lewis Hamilton dank der Hilfe seiner Strategen den Sieg in Budapest feiern.

So lief das Rennen im Vorjahr:

2019 wurde wieder einmal deutlich, dass Überholen in Budapest schwierig ist. Weil Lewis Hamilton auf der Strecke nicht an Max Verstappen vorbeikam, tüftelten die Strategen am Kommandostand eine Alternativtaktik aus. Der spätere Weltmeister wurde in der 48. Runde überraschend zum zweiten Boxenstopp geholt. In den verbleibenden 22 Runden schaffte es Hamilton, den Zeitverlust von 20 Sekunden wieder reinzufahren und Verstappen mit frischeren Reifen zu überrumpeln.

Ferrari hatte keine Chance in das Duell um den Sieg einzugreifen und fing sich eine schallende Ohrfeige ein. Weder Charles Leclerc noch Sebastian Vettel konnten das von Red Bull und Mercedes angeschlagene Tempo mitgehen. In 70 Runden büßte der erfolgreichste Rennstall der Formel 1-Geschichte über eine Minute ein.

Für Valtteri Bottas war Budapest 2019 auch keine Reise wert. Der auf Rang zwei gestartete Mercedes-Fahrer musste seine Hoffnung auf den Sieg bereits nach wenigen hundert Metern begraben. Erst überholte ihn Teamkollege Hamilton in Kurve zwei, dann schlüpfte auch noch Leclerc vorbei. Dabei kam es zu einem Kontakt, bei dem der Frontflügel zu Bruch ging. Im restlichen Verlauf des Rennens bließ der Finne zur Aufholjagd. Es reichte aber nur für den achten Platz.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die Highlights vom GP Ungarn 2019.

Zeitplan GP Ungarn 2020

Session Termin
Training 1 Fr. 17. Juli, 11.00 Uhr
Training 2 Fr. 17. Juli, 15.00 Uhr
Training 3 Sa. 18. Juli, 12.00 Uhr
Qualifying Sa. 18. Juli, 15.00 Uhr
Rennen So. 19. Juli, 15.10 Uhr
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