Dacia Sandero ab 13.590 Euro: Reicht das Basismodell wirklich für den Alltag?

Dacia Sandero ab 13.590 Euro
Deutschlands billigstes Auto - aber was steckt drin?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.08.2026
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Der Dacia Sandero ist Europas meistverkauftes Auto. 2025 verkauften die Rumänen 289.295 Exemplare des Kompaktwagens und sicherten sich damit zum zweiten Mal in Folge die Spitzenposition. Im laufenden Jahr sieht es nicht schlechter aus. Insgesamt setzte Dacia im vergangenen Jahr 697.408 Fahrzeuge ab, 3,1 Prozent mehr als 2024.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Dacia setzt konsequent auf niedrige Preise und eine überschaubare Ausstattung. Beim Sandero beginnt die Preisliste inzwischen bei 13.590 Euro für den TCe 100. Doch wie viel Auto bekommt man tatsächlich für diesen Betrag? Reicht die günstigste Ausstattung namens "Essential" aus, um im Alltag ohne größere Einschränkungen zurechtzukommen?

Das Wichtigste ist serienmäßig dabei

Auf den ersten Blick fällt die Ausstattung des Sandero Essential erstaunlich solide aus. Dacia verzichtet zwar auf viele Komfortdetails, bei der Sicherheit wird aber nicht gespart. Serienmäßig sind unter anderem Front-, Seiten- und Windowbags, ABS, ein aktiver Notbremsassistent mit Fußgänger- und Fahrraderkennung, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und Müdigkeitserkennung an Bord. Wer übrigens tatsächlich nur 13.590 Euro bezahlen möchte, muss mit weißer Lackierung und 15 Zoll großen Stahlfelgen samt Radkappen leben. Und unter der Motorhaube arbeitet zu diesem Kurs der Einliter-Dreizylinder-Benziner mit 100 PS.

Dafür gehören immerhin LED-Scheinwerfer mit Lichtautomatik, Licht- und Regensensor sowie eine automatische Türverriegelung nach dem Anfahren zum Serienumfang. Hinzu kommen eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Reifendruckkontrolle, ISOFIX an den äußeren Rücksitzen und ein eCall-Notrufsystem. Damit ist der günstigste Sandero keineswegs ein unsicherer Alltagsbegleiter. Die Zeiten von völlig nackt ausgestatteten Billigautos sind damit vorbei.

Beim Komfort wird es spartanisch

Anders sieht es bei den Komfortfunktionen aus. Der Essential verfügt beispielsweise nur über manuell einstellbare Außenspiegel. Eine Klimaanlage findet sich in der aufgelisteten Serienausstattung ebenso wenig wie eine elektrische Parkbremse, eine Rückfahrkamera oder ein digitales Kombiinstrument. Immerhin gibt es einen Tempomaten mit Geschwindigkeitsbegrenzer. Die Rücksitzlehne lässt sich umklappen, das Lenkrad ist höhenverstellbar und eine akustische Einparkhilfe hinten gehört ebenfalls zum Serienumfang.

Wer regelmäßig längere Strecken fährt, dürfte allerdings schnell feststellen, dass sich der Aufpreis für eine besser ausgestattete Variante lohnen kann. Gerade Komfortdetails wie eine Klimaanlage, ein besseres Infotainment oder elektrisch einstellbare Außenspiegel sind im täglichen Betrieb schon angenehmer.

Smartphone statt Touchscreen

Beim Thema Multimedia verfolgt Dacia im Essential einen besonders konsequenten Sparansatz. Statt eines fest eingebauten Infotainmentsystems gibt es "Media Control". Das System lässt sich über die Bedienelemente am Lenkrad beziehungsweise über das eigene Smartphone nutzen. Das ist funktional, setzt aber voraus, dass der Fahrer sein Smartphone entsprechend einsetzen möchte. Ein großer Touchscreen, Navigation oder kabellose Smartphone-Integration gehören erst zu den höherwertigen Ausstattungslinien. Dort gibt es beim Sandero unter anderem ein 10,1-Zoll-Infotainmentsystem und – je nach Variante – ein digitales Kombiinstrument.

Für die reine Navigation und Musiknutzung lässt sich das Smartphone als Alternative durchaus einsetzen. Wer aber ein vollständig integriertes Multimedia-System erwartet, wird mit dem Essential nicht glücklich. Das Schöne: Die nächsthöhere Ausstattungslinie Expression kostet nur 14.790 Euro und hat schon das Meiste an Bord.

13.590 Euro sind nicht das Ende der Rechnung

Teil der Expression-Ausstattung ist der stärkere Antrieb Eco-G 120 mit Flüssiggasbetrieb. Er kombiniert einen 120 PS starken Dreizylinder mit der Möglichkeit, neben Benzin auch LPG zu tanken. Für den günstigeren Basispreis ist nur der 100 PS starke TCe 100 an Bord. Noch deutlich weiter entfernt vom Basismodell liegt der Sandero Stepway. Die höhergelegte Variante bietet mehr Bodenfreiheit und eine umfangreichere Ausstattung. Beim Stepway reicht das Angebot inzwischen bis zum 155 PS starken Vollhybrid, der allerdings ausschließlich mit den höheren Ausstattungslinien erhältlich ist und mindestens 14.990 Euro kostet.

Was fehlt wirklich?

Die entscheidende Frage lautet also weniger, ob der Sandero Essential alltagstauglich ist. Das ist er grundsätzlich. Wer ein möglichst günstiges Auto für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für kurze und mittlere Strecken sucht und sein Smartphone ohnehin als Navi und Medienzentrale verwendet, bekommt mit dem Essential bereits ein erstaunlich vollständiges Fahrzeug.

Wer dagegen Wert auf Komfort legt, dürfte mit der nächsthöheren und nicht viel teureren Ausstattung deutlich glücklicher werden. Beim Sandero Facelift gibt es dort unter anderem ein digitales Kombiinstrument, ein größeres Infotainmentsystem, kabelloses Android Auto und Apple CarPlay, Rückfahrkamera, Regensensor sowie elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel.

Noch mehr bietet die Topausstattung Extreme. Sie bringt unter anderem Klimaautomatik, 16-Zoll-Leichtmetallräder, Keycard Handsfree, Einparkhilfe vorne und einen Totwinkelwarner mit. Selbst dann bleibt der Sandero beziehungsweise Stepway im Vergleich zu vielen Konkurrenten preislich relativ niedrig.

Fazit