Wie bereits das vorgestellte Bodo Gran Turismo Coupé ist auch die neue offene Variante des ersten eigenen Autos von Brabus eine Hommage an Firmengründer Bodo Buschmann. Die Idee für einen eigenständigen Brabus Gran Turismo entstand laut Unternehmen bereits vor rund zwei Jahrzehnten in Gesprächen zwischen Bodo Buschmann und seinem Sohn Constantin.
Eigenständige Carbon-Karosserie
Mit 5,06 Metern Länge, 2,03 Metern Breite und 1,31 Metern Höhe fällt der offene GT recht groß und flach aus. Die Gewichtsverteilung liegt laut Brabus bei 50,2 zu 49,8 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse. Das Trockengewicht wird mit 1.774 Kilogramm angegeben.
Das Bodo Cabriolet ist kein auf einem aktuellen Mercedes-Modell basierender Umbau. Brabus fertigt die Karosserie komplett eigenständig im Coachbuilding-Verfahren vollständig aus hochfestem Carbon. Die Komponenten entstehen im Pre-Preg-Verfahren und werden in der eigenen Verbundstoffproduktion unter Überdruck im Autoklaven gefertigt. Das elektrisch betätigte und gedämmte Faltdach lässt sich in weniger als 15 Sekunden öffnen und schließen.
Die Front prägen Matrix-LED-Scheinwerfer und große RAM-AIR-Kanäle zur Versorgung des V12 mit Frischluft. Weitere Öffnungen führen Kühlluft zu den Wasser- und Ölkühlern sowie zu den vorderen Bremsen. Eine durchgehende Kontur an den Flanken bildet die sogenannte "Bodo-Linie". Am Heck sitzen auf jeder Seite sieben einzelne LED-Elemente, ergänzt um ein beleuchtetes Brabus-Logo. Ein Carbon-Diffusor fasst die vier Titan-Endrohre der Hochleistungsauspuffanlage ein.
Aktive Aerodynamik und 360 km/h
Für die Aerodynamik kombiniert Brabus einen fest ausgelegten Frontspoiler mit einem elektrisch ausfahrbaren Heckspoiler. Dieser verändert seine Position abhängig von der Geschwindigkeit und erhöht damit den Abtrieb an der Hinterachse. Bei einer starken Bremsung aus mehr als 140 km/h stellt sich der Spoiler senkrecht und übernimmt zusätzlich die Funktion einer Luftbremse.
In den Radhäusern sitzen 22-Zoll-Schmiederäder vom Typ Monoblock Z-GT "Platinum Edition". Die speziell für den Bodo entwickelten Pirelli P Zero tragen die Dimensionen 285/30 ZR 22 vorn und 335/25 ZR 22 hinten sowie eine "BB"-Kennzeichnung. Die Abstimmung von Reifen und Fahrwerk erfolgte unter anderem im Rahmen von Tests in Papenburg.
Die Fahrwerkskonstruktion nutzt eine Doppelquerlenker-Vorderachse und eine Mehrlenker-Hinterachse mit elektronisch geregelten, adaptiven Aluminium-Federbeinen von KW. Fünf Fahrprogramme – Wet, GT, Sport, Sport+ und Individual – verändern unter anderem Antriebs-, Schalt- und Dämpfercharakteristik. Ein Lift-System an Vorder- und Hinterachse kann die Karosserie um rund 25 Millimeter anheben; ab 45 km/h wird automatisch wieder die Normalhöhe eingestellt.
V12 mit 1.000 PS und Hinterradantrieb
Herzstück des Bodo Cabriolets ist ein 5,2 Liter großer V12-Biturbo mit Front-Mittelmotor. Brabus rüstet das Aggregat unter anderem mit zwei speziell entwickelten Turboladern, einer optimierten Ladeluftkühlung und einem eigenen Ansaugtrakt mit RAM-AIR-Versorgung aus. Die Hochleistungsauspuffanlage verfügt über vier Metallkatalysatoren, Otto-Partikelfilter und elektronisch gesteuerte Klappen.
Der Zwölfzylinder leistet 735 kW beziehungsweise 1.000 PS bei 6.400/min und stellt maximal 1.200 Nm zwischen 2.900 und 5.000/min bereit. Die Kraft wird über eine Achtgang-Wandlerautomatik ausschließlich an die Hinterräder übertragen. Ein elektronisch geregeltes Differenzial kann dabei bis zu 100 Prozent sperren.
Damit erreicht der offene 2+2-Sitzer Supersportwagen-Niveau: Für den Sprint von null auf 100 km/h nennt Brabus 3,0 Sekunden, Tempo 200 ist nach 8,5 Sekunden erreicht. 300 km/h fallen nach 23,9 Sekunden an, bevor die Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf 360 km/h begrenzt wird.
Auch die Bremsanlage ist entsprechend dimensioniert. Vorn kommen 410 x 38 Millimeter große Carbon-Keramik-Scheiben mit Sechskolben-Festsätteln zum Einsatz, hinten 360 x 38 Millimeter große Scheiben.
Maßgeschneidertes Interieur
Im Innenraum setzt Brabus auf das sogenannte Masterpiece-Konzept. Für das Cabriolet werden zwei unterschiedliche Ausstattungsvarianten angeboten: "Piano Black" kombiniert "Saddle Brown"-Leder mit Carbon und matten "Dark Shadow"-Elementen. "Silk Stone" greift dagegen die Außenfarbe im gesamten Innenraum auf.
Die bekannte "Shell"-Steppung findet sich auf den vier Sitzen sowie auf weiteren lederbezogenen Flächen im Cockpit und Gepäckraum. Hinzu kommen eine eingestickte Signatur von Bodo Buschmann, eine Bodo-Cabriolet-Silhouette auf den vorderen Rückenlehnen und Carbon-Pedalauflagen. Zum Fahrzeug gehören außerdem ein mit Leder bezogener Schlüssel und eine maßgefertigte Weekender-Tasche.
Eine Besonderheit ist der digitale Produktpass. Jedes Bodo Cabriolet erhält einen blockchainbasierten "Digital Product Passport", der unter anderem Echtheit, Eigentumsverhältnisse und die individuelle Fahrzeugspezifikation dokumentieren soll. Der Pass ist in ein Typenschild im Kofferraum integriert und wurde gemeinsam mit dem Aura Blockchain Consortium entwickelt.
Nur 77 Exemplare vom Cabriolet
Wie beim Coupé ist auch die offene Variante auf 77 Fahrzeuge limitiert. Die Zahl verweist auf das Jahr 1977, in dem Bodo Buschmann Brabus gründete. Das Cabriolet wird dabei als eigenständige limitierte Serie parallel zum Bodo Gran Turismo Coupé gefertigt. Einen Preis nennt Brabus nicht.
Mit 13,7 l/100 km Kraftstoffverbrauch ist das Bodo Cabriolet übrigens trotz seiner geringen Stückzahl offiziell nach Euro 6E-ISC-FCM zertifiziert. Der Tank fasst 82 Liter und reicht damit für lange Reisestrecken.












