24h Nürburgring: Drama in der Garage – So stahl der Dacia Verstappen die Show!

Schrauber-Drama nach Radverlust
Dacia stiehlt Verstappen die Show

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.05.2026
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Dacia Logan - 24h Rennen 2026
Foto: ADAC / Gruppe C

Das 24h-Rennen am Nürburgring lebt von der Vielfalt der Fahrzeuge. Im Fokus der Öffentlichkeit stehen vor allem die vielen schnellen GT3-Bomber, die um den Gesamtsieg kämpfen – vor allem, wenn mit Max Verstappen ein vierfacher Formel-1-Weltmeister in einem dieser Flügelmonster sitzt. Doch den größten Applaus bei der Zieldurchfahrt bekam dieses Jahr ein Auto am anderen Ende des Spektrums.

Der Dacia Logan vom Team Ollis Garage ist schon seit Jahren ein Publikumsliebling. Wie kein anderes Fahrzeug im Feld steht der Kompaktwagen sinnbildlich für bezahlbaren Motorsport und viel Leidenschaft beim Einsatzteam. Diese Leidenschaft wurde auch 2026 auf eine harte Probe gestellt. Um das Auto über die Distanz zu bringen, musste das komplette Team bis an seine Grenzen schuften.

Ein kleiner Dreher nach zweieinhalb Stunden ging noch glimpflich aus. Ein Schauer hatte im Abschnitt Hatzenbach für eine feuchte Piste und damit Gripverlust gesorgt. Der Dacia trudelte kurz in die Wiese. Ein Einschlag konnte zum Glück vermieden werden. Nach dem kurzen Schreckmoment ging es lange Zeit ohne Probleme weiter.

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Erster Defekt kurz vor Mitternacht

Der Blick der Fahrer war dabei stets in den Rückspiegel gerichtet. Alle Beteiligten hatten das Drama aus dem Vorjahr noch gut in Erinnerung. Vor zwölf Monaten war es zu einem heftigen Unfall am Flugplatz gekommen. Ein außer Kontrolle geratener Aston Martin Vantage GT4 hatte den Dacia auf die Hörner genommen. Das Ergebnis war ein Totalschaden.

In diesem Jahr blieb das blau-grüne Blech weitestgehend von Dellen verschont. Das heißt aber nicht, dass die Mechaniker durchschlafen konnten. Ganz im Gegenteil. Fahrer und Teamgründer Oliver Kriese bemerkte anderthalb Stunden vor Mitternacht beunruhigende Geräusche und Vibrationen aus dem Vorderbau. Der erste Verdacht ging in Richtung Radlager.

Der Tausch war in einer Stunde erledigt, brachte aber nicht den gewünschten Erfolg. Nach einer Testrunde stand der Dacia erneut in der Garage. Dieses Mal fanden die Mechaniker den wahren Grund für die Unruhe im Fahrzeug. Eine Getriebebefestigung war abgerissen. Der zweite Reparaturversuch war erfolgreich. Noch vor Mitternacht war die Startnummer 300 wieder im Rennen.

Dacia Logan - 24h Rennen 2026
ADAC / Gruppe C

Schrauber-Wettlauf ist erfolgreich

Bis zum Vormittag wurden fleißig Runden gedreht, als plötzlich das linke Vorderrad verloren ging. Dabei hatten die Mechaniker erst kurz vorher die Bolzen erneuert. Die erste Bestandsaufnahme vor Ort zeigte, dass man Glück im Unglück hatte. Das restliche Auto hatte den Radverlust gut überstanden. Der Dacia musste nur irgendwie zurück zur Box kommen.

Obwohl das Team die Rennleitung mit der Bitte kontaktierte, das Auto nicht einfach an den Abschlepphaken zu nehmen, passierte genau das. Auf den TV-Bildern war plötzlich zu sehen, wie der Dacia durch die Wiese und über den Asphalt geschleift wurde. In der Garage schaute man fassungslos zu und bereitete sich schon auf mögliche Folgeschäden vor.

Nachdem der Rennwagen dann von der Ladefläche eines richtigen Abschleppers hinter der Garage abgestellt wurde, begannen direkt die Arbeiten am Radträger und der linken Vorderradaufhängung. Das Auto sollte unbedingt noch einmal auf die Strecke geschickt werden, um die Zielflagge zu sehen. Es begann ein Rennen gegen die Zeit. Die Fans auf den Tribünen und in den sozialen Medien fieberten mit den fleißigen Mechanikern mit.

Eine gute Stunde vor dem Abpfiff war es dann soweit. Unter dem Jubel der Haupttribüne verließ der Dacia noch einmal die Garage. Ähnlich groß fiel der Applaus dann auch aus, als das Auto um kurz nach 15 Uhr die Linie kreuzte. Das Ziel war im wahrsten Sinne des Wortes erreicht. Die Platzierung (P107) interessierte am Ende niemanden. Das Team hatte mal wieder gezeigt, worauf es beim 24h-Rennen am Nürburgring wirklich ankommt.

Fazit