Praga S1 Karbon-Rennwagen Praga Cars
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Praga R1 Karbon-Rennwagen für die Langstrecke

Praga R1 Karbon-Rennwagen Leicht, aerodynamisch effizient und kostengünstig

Praga stellt mit dem neuen R1 eine umfassend verbesserte Version seines Langstrecken-Rennwagens vor. Der Bolide soll vor allem durch Einfachheit punkten.

Das Portfolio des kleinen aber feinen Herstellers Praga ist eines der Extreme: Die aus der Slowakei und Großbritannien operierende Marke mit tschechischen Wurzeln hat Gokarts im Angebot, nimmt mit schweren Trucks an der Rallye Dakar teil oder erobert in ihren eigenen Flugzeugen die Luft. Ein viertes Standbein sind Leichtbau-Sportwagen, die aber nur manchmal – wie der hier vorgestellte R1S – auch eine Straßenzulassung aufweisen.

Der neue R1 ist dagegen ausschließlich für die Rennstrecke bestimmt. Und er tritt in große Fußstapfen: In der vergangenen Saison hat Praga mit dem Vorgänger-Modell sieben von neun Rennen der Britcar Endurance Championship gewonnen und folgerichtig auch den Titel eingefahren. Mit dem 2021er R1 zielen die Tschechen wieder auf diese Rennserie ab: VR Motorsport, der offizielle Praga-Importeur auf der Insel, will bis zu zwölf Exemplare ins Vereinigte Königreich bringen. Ziel ist eine eigene Kategorie innerhalb der Britcar Endurance Championship; 2022 soll sich diese gar zum Markenpokal ausweiten.

Romain Grosjean als Entwicklungshelfer

Praga hat den R1 in jeder Hinsicht weiterentwickelt – nach eigener Aussage mithilfe des Ex-Formel 1-Fahrers Romain Grosjean. Der Rennwagen erhält ein völlig neues Kohlefaser-Monocoque, das für eine optimale Crash-Sicherheit mit Paneelen verstärkt wird, die aus dem robusten synthetischen Polymer Zylon bestehen. Trotz ähnlicher Silhouette zeigt sich auch die nicht einmal einen Meter hohe, 4,13 Meter lange und 1,80 Meter breite Karbon-Karosserie (Radstand: 2,53 Meter) komplett umgestaltet. Gleiches gilt für die aerodynamischen Elemente: Frontsplitter, Unterboden, Diffusor und Heckflügel weisen jeweils eine neue Formgebung auf, was in Kombination den Luftwiderstand um fünf Prozent verringert, während der Abtrieb um 15 Prozent erhöht wurde.

Praga S1 Karbon-Rennwagen
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Die Aerodynamik des Praga R1 zeigt sich vollständig verändert.

Gleichzeitig halten die Leichtbau-Materialien das Leergewicht bei gerade einmal 643 Kilogramm. Der zwei Liter große, 370 PS starke und in Längsrichtung als Mittelmotor eingebaute Zweiliter-Turbobenziner, den Praga von einem Alpine-Rennmotor ableitet, dürfte mit dem Track Tool demnach leichtes Spiel haben. Immerhin beträgt das Leistungsgewicht nur 1,74 Kilogramm pro PS. Der Sechzehnventiler saugt einen Großteil seiner Frischluft über die auf dem Dach positionierte Hutze an; ein Ladeluftkühler optimiert den Temperaturhaushalt.

Mit Cosworth die Motorelektronik optimiert

Praga hat zusammen mit Cosworth die Motorelektronik geändert, was sowohl die Gasannahme verbessern als auch eine breitere Verteilung des auf maximal 395 Newtonmeter bezifferten Drehmoments gewährleisten soll. All diese Maßnahmen zielen auf eine bessere Fahrbarkeit des Motors ab, der zudem über drei verschiedene Settings verfügt. Das über Lenkradwippen kommandierte Sechsgang-Getriebe stammt vom Spezialisten Hewland.

Auch das neu konstruierte Doppelquerlenker-Fahrwerk mit Pushrod-Elementen soll den Umgang mit dem Praga R1 für den Piloten vereinfachen. Die Mechaniker freuen sich dagegen über die einfachen Verstellmöglichkeiten, welche die Dämpfer und der Stabilisator bieten. Und zudem über die leicht abzunehmenden Karosserieteile. Praktischer als sein Vorgänger präsentiert sich der Rennwagen auch wegen seiner neuen LED-Scheinwerfer, die bei Regen oder Dunkelheit die Sicherheit verbessern. Und wegen seines auf 92 Liter vergrößerten Benzintanks, der zudem mit zusätzlichen Pumpen aufgerüstet wird. Die Bremsanlage mit rundum verbauten 280-Millimeter-Scheiben und Vierkolben-Sätteln zieht Praga aus dem Regal der Experten von AP Racing.

Typisches Rennwagen-Cockpit

Innen weist der Praga R1 ein typisches Rennwagen-Cockpit auf, das zu weiten Teilen blankes Karbon präsentiert. Der Fahrer nimmt in einem Vollschalen-Sitz mit Sechspunkt-Gurten von Schroth Platz, legt seine Beine erhöht in einem schlauchförmigen Bereich im Vorderwagen ab und blickt durch eine relativ schmale Windschutzscheibe, neben der auf der rechten Seite ein kleines Digital-Display angeordnet ist. Sein Lenkrad ist oben und unten offen und bietet die wichtigsten Verstellmöglichkeiten. Am Dach gibt es ein weiteres Bedien-Panel mit einigen Zusatzfunktionen. Hier lassen sich beispielsweise die Drücke der Flüssigkeiten überwachen. Alle drei Pedale sind stehend angeordnet und lassen sich verstellen; zudem ist ein Feuerlösch-System an Bord.

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Innen geht es wie in einem typischen Rennwagen zu; der Fahrer blickt vorrangig auf blankes Karbon.

Der Praga R1 soll aber nicht nur besser, sondern im Unterhalt auch günstiger zu betreiben sein als das Vorgänger-Modell. "Das neue Auto ist ein bedeutender Schritt in Bezug auf Betriebseffizienz", sagt Vincent Randall, der Besitzer des VR Motorsport-Teams. Vor allem niedrige Preise sollen es Praga künftig ermöglichen, auch Kunden auf weiteren Märkten anzusprechen. Die Verantwortlichen berichten von einer weltweit stark zunehmenden Nachfrage. Autos, die nicht von VR Motorsport übernommen werden, können ab Frühsommer ausgeliefert werden.

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Fazit

Teambesitzer und private Rennfahrer, für die Motorsport eher Hobby als Beruf ist, achten immer stärker darauf, ihrer Leidenschaft kostengünstig frönen zu können. Insofern ist Pragas Ansatz, den neuen R1 so simpel wie möglich zu konstruieren, sicher der richtige. Nun muss der Bolide nur noch beweisen, dass er tatsächlich schneller und besser ist als sein Vorgänger.

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