Erste Hintergründe zum tödlichen Nordschleifen-Unfall

Trauer um Juha Miettinen
Erste Hintergründe zum Unfall

24h-Rennen 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.04.2026
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Juha Miettinen - NLS - 2025
Foto: Stefan Baldauf / SB-Medien

Im ersten Rennen zu den ADAC 24h Qualifiers auf der Nürburgring-Nordschleife kam es um 17:55 Uhr, nur 25 Minuten nach dem Start, zu einer Kollision von insgesamt sieben Fahrzeugen im Streckenabschnitt Klostertal/Steilstrecke. Das Rennen wurde sofort mit roter Flagge unterbrochen, um umfangreiche Bergungs- und Rettungsmaßnahmen einzuleiten. Im Fahrerlager waren direkt die Sirenen zu hören.

Um 20 Uhr, also rund zwei Stunden später, verkündete Rennleiter Walter Hornung vor allen versammelten Teilnehmern schließlich die traurige Nachricht: Trotz der unmittelbaren Hilfe konnten die Notfallmediziner nach der Bergung von Juha Miettinen aus dem BMW 325i mit der Startnummer 121, der von Keeevin Motorsport betreut wird, nichts mehr für den 66-jährigen Finnen tun. Er verstarb im Medical Center, nachdem alle Reanimationsversuche erfolglos geblieben waren.

Miettinen war ein erfahrener Nordschleifen-Pilot, der jahrelang sowohl in der Rundstrecken-Challenge Nürburgring als auch in der Nürburgring-Langstrecken-Serie aktiv war. Er startete bereits in der achten Saison gemeinsam mit seinem schwedischen Teamkollegen Dan Berghult im BMW 325i. Zuletzt holten die beiden den Klassensieg bei NLS3 in der BMW 325i Challenge.

Juha Miettinen - NLS - 2025
Baldauf

Sieben Fahrzeuge beteiligt

Offiziell bestätigte Details zum Unfallhergang gibt es derzeit nicht, jedoch munkelte man, es sei womöglich durch ausgelaufene Betriebsmittel auf der Strecke zum Unglück gekommen. Das würde auch erklären, warum insgesamt sieben Fahrzeuge betroffen waren. Zudem hörte man, es sei zunächst ein Fahrzeug eingeschlagen, dieses daraufhin mit dem Heck leicht in der Höhe gewesen und genau in diesem Moment sei Miettinen in dieses Auto gekracht. Das würde bedeuten, der Aufprall könnte möglicherweise im oberen Teil der Tür der Fahrerseite erfolgt sein.

Neben dem BMW 325i mit der Startnummer 121 waren zudem folgende Fahrzeuge involviert: PROsport-Aston Martin Vantage GT3 von Dumarey/Böckmann/Wahl/Rönnefarth (#27), BMW 325i von J+S Competition von Becker/Spölgen (#111), der rent2Drive-Porsche Cayman GTS von Croci/Larbi/Ackermann/Le Bihan (#410), der Porsche Cayman von Klinkmüller/Beckwermert (#448), der Giti-BMW 330i (Tamm/Egger/Hökfelt) (#503) sowie der Griesemann-Porsche 911 GT3 Cup von Griesemann/Griesemann/Adorf/Holzer (#992).

Die anderen sechs Fahrer kamen zur vorsorglichen Untersuchung in das Medical Center sowie in umliegende Krankenhäuser, keiner musste über Nacht bleiben. Das Rennen wurde am Samstagabend nicht wieder aufgenommen. Die Gedanken aller Beteiligten bei den 24h Nürburgring sind bei den Hinterbliebenen von Juha Miettinen. Im Rahmen der Startaufstellung für das Sonntagsrennen (19.4.) um 13 Uhr gab es eine Gedenkminute für den verstorbenen Motorsportler.

Juha Miettinen - NLS - 2024
NLS

Unfallhergang wird nun untersucht

Wie es bei einem Unfall mit Todesfall üblich ist, hat sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Auch der Deutsche Motorsport Bund hat Untersuchungen eingeleitet. Das ist ebenfalls ein Standardprozess, weil es darum geht, für die Zukunft die Sicherheit für alle zu verbessern. Dazu gibt es auch einen engen Austausch mit der FIA. Was den genauen Unfallhergang betrifft, wird es bei den Untersuchungen natürlich auch darum gehen, wie die zeitliche Abfolge war und welche Flaggensignale gezeigt wurden.

Unter anderem starteten einige Autos mit Trauerschleifen-Aufklebern ins Rennen. Dafür haben sich einige Teams zusammengetan und über Nacht diese Sticker drucken lassen. Diese sind auch auf den Fahrzeugen des Veranstalters aufgebracht. Auch die BMW-Autos in Imola beim Saisonauftakt der WEC trugen die Trauerschleifen. Es gab auch die Möglichkeit für die Teams, die nicht am Sonntagsrennen teilnehmen wollten, sich abzumelden und das Nenngeld zurückzuerhalten.

Inzwischen haben auch viele öffentlich ihre Anteilnahme ausgedrückt. Max Verstappen postete in seiner Instagram-Story: "Wir sind alle geschockt davon, was heute passiert ist. Motorsport ist etwas, das wir alle lieben, aber in diesen Zeiten ist es eine Erinnerung wie gefährlich es sein kann. Ich spreche Juhas Familie und seinen Angehörigen mein tief empfundenes Beileid aus." Die FIA reagierte mit einem Posting: "Die FIA nimmt mit großer Trauer den Tod von Juha Miettinen zur Kenntnis, der sich nach einem Zwischenfall im ersten Rennen der ADAC 24h Nürburgring Qualifiers heute ereignet hat. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und allen, die an der Veranstaltung beteiligt waren."