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Audi A6 E-Tron Concept: 700 km Elektro-Reichweite

Audi A6 E-Tron Concept 700 km Reichweite - bremst er den Diesel aus?

2023 bringt Audi den vollelektrischen A6 E-Tron auf Basis der neuen Oberklasse-Architektur PPE. Ein Concept Car auf der Messe in Shanghai gibt einen realistischen Ausblick auf die Serienversion.

Mit der gleichnamigen Verbrenner-Baureihe verbindet den Audi A6 E-Tron nur die Typbezeichnung. Der elektrische Viertürer steht auf der gemeinsam mit Porsche entwickelten Premium Platform Electric (PPE), die für weitere Flachbodenautos aber auch für SUVs von Audi und Porsche gedacht ist. Bei Audi geht es 2022 mit dem dem Q6 E-Tron los, der eng mit dem elektrischen Porsche Macan verwandt wird und irgendwann den ersten E-Tron ersetzen dürfte. 2023 ist der A6 E-Tron geplant, 2024 ist mit Elektro-Entsprechungen von A4 und A5 Sportback auf PPE-Basis zu rechnen. Die Verbrenner-Baureihen werden Nachfolger auf Basis erneuerter Plattformen des MLB evo erhalten.

Karosserie des Audi A6 E-Tron

Das jetzt auf der chinesischen Messe gezeigt Showcar ist eher ein viertüriges Coupé vom Zuschnitt eines A5 Sportback denn eine klassische Limousine. Dementsprechend gibt eine große Heckklappe den Zugang zum Kofferraum frei. Eine Karosserievariante mit steiler stehender Heckscheibe und separatem Heckdeckel ist für den wichtigen chinesischen Markt geplant; sie wird dann zudem den für dort üblichen Zuschlag beim Radstand bieten.

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Das Heck erinnert ein wenig an Kias Stinger. Die große Heckklappe macht den A6 E-Tron nach Audi Nomenklatur eigentlich zum Sportback.

Schon beim Concept Car beträgt der stattliche 2,95 Meter, was im Verein mit dem E-Antrieb in einer speziell dafür entwickelten Architektur für Platzverhältnisse sorgen dürfte, die jene des Verbrenner-A6 toppen. Denn der A6 E-Tron ist mit 4,96 Meter minimal länger als der aktuelle A6, geht aber mit 1,96 Meter sieben Zentimeter mehr in die Breite. Dafür duckt sich das E-Auto mit 1,44 Meter knapp einen Zentimeter flacher in den Wind.

Audi A6 E-Tron / Audi S6

  Audi A6 E-Tron Quattro Audi S6 
Länge 4,96 m 4,94 m
Breite 1,96 m 1,89 m
Höhe  1,44 m 1,45 m
Radstand 2,95 m 2,93 m
Leistung 476 PS 349 PS
Drehmoment  800  Nm 700 Nm
0 - 100 km/h < 4,0 s 5,0 s
cW-Wert 0,22 0,29
CO2-Ausstoß 0  g/km 203  g/km
Preis k. A. 75.147 Euro

Das hilft dem Luftwiderstand und damit dem Verbrauch sowie der Reichweite. Außerdem bekommt der A6 E-Tron serienmäßig eine Luftfederung, die die Karosse bei höherem Tempo absenkt und so den Luftwiderstand weiter reduziert. Zudem hat Audi großen Wert auf die Aerodynamik gelegt. Der cW-Wert von 0,22 weist die Form des A6 E-Tron allerdings als nicht ganz so windschlüpfig aus wie die des neuen Rekordhalters Mercedes EQS, der 0,20 erreichen soll.

Design

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Der von einem schwarzen Einleger betonte Batteriebereich oberhalb des Seitenschwellers verbindet die ausgebuchteten Radhäuser.

Der A6 E-Tron hat die bislang flachsten Audi-Scheinwerfer. Sie rahmen den E-Tron-typisch geschlossenen, invertierten Singleframe ein. Die 22 Zoll großen Räder betonen die kurzen Überhänge und die flache Passagier-Kabine. Die quattro-Radhäuser lassen die Karosserie noch breiter wirken. Der von einem schwarzen Einleger betonte Batteriebereich oberhalb des Seitenschwellers verbindet sie. Dem cW-Wert helfen die vom E-Tron bekannten kamerabasierten virtuellen Außenspiegel, die hohe Abrisskante am Heck und der kräftig ausgeformte Diffusor darunter.

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Vom Interieur gibt's bislang nur eine Skizze.

Licht und Spiele

Dank digitaler Matrix-LED- und OLEDs können die schmalen Scheinwerfer und Rückleuchten personalisierbare Lichtsignaturen darstellen. An den Seiten der Karosserie sind je drei kleine hochauflösende LED-Projektoren integriert, die beim Öffnen der Türen die Passagiere mit dynamischen Lichtinszenierungen auf dem Boden begrüßen – in ihrer jeweiligen Sprache. Bei der Premiere in Shanghai begrüßt das Concept-Car die Besucher in chinesischer Schrift. Die hochauflösenden Projektoren erzeugen aber auch Warnsymbole auf dem Boden – zum Beispiel, um einen Fahrradfahrer vor dem Öffnen der Fahrzeugtür zu warnen. Vier weitere LED-Projektoren in den Fahrzeugecken erzeugen Blinkerprojektionen.

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Blinkt auch auf der Straße: Audi A6 E-Tron Concept

Die Scheinwerfer haben das Digital Matrix Light, das mit dem E-Tron Sportback debütierte, zur Spielerei erweitert: Steht der Audi A6 E-Tron Concept etwa bei einer Ladepause vor einer Wand, können sich Fahrer und Fahrgäste die Zeit mit einem darauf projizierten Videospiel vertreiben. Statt auf einem kleinen Bildschirm im Cockpit sehen sie die virtuellen Landschaften ihres jeweiligen Spiels großformatig auf die Wand projiziert. Dabei können die Spieler neben oder direkt vor dem Fahrzeug stehen, um das mehrere Meter breite Spiel besonderes gut zu sehen. Die Bedienung des Spiels selbst findet über das Smartphone statt – die Audi-Designer haben es eigens fürs Showcar erdacht und entwickelt.

Audi A6 E-Tron
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Scheinwerfer als Beamer: Der A6 E-Tron projiziert bei Bedarf Spiele an die Wand.

Auch hinten sind Lichtspiele angesagt: Dort sitzen digitale OLED-Elemente, die im durchgehenden Leuchtenband wie ein Display fungieren. Auch sie können individualisierbare Variationen von digitalen Lichtsignaturen und dynamische Lichtinszenierungen darstellen, die sich für den Kunden anpassen lassen. Die dreidimensionale Architektur OLED-Elemente soll den Lichtspielen zu einer "beeindruckenden Raumwirkung" verhelfen.

Antrieb und Fahrleistungen

Wie das Design gibt auch die Technik der Studie schon einen sehr konkreten Ausblick auf das Serienauto. Die Batterie soll in der breiten PPE-Bodengruppe Platz für 100 kWh finden. Die Einstiegsvariante soll mit einer permanent erregten Synchronmaschine hinten auskommen – damit hat Audi endlich einen A6 mit Heckantrieb. Auch eine solche Basisversion soll dennoch in weniger als sieben Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.

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Für die zweimotorige Quattro-Version verspricht Audi 476 PS.

Ein A6 E-Tron quattro hat aber einen zweiten Motor auf der Vorderachse und damit schnell regelbaren Allradantrieb. Mit der vorderen Asynchronmaschine verspricht Audi eine Systemleistung von 350 kW (476 PS) sowie ein maximales Drehmoment von 800 Nm, elektroautotypisch ab niedrigsten Drehzahlen. Damit soll der A6 E-Tron in unter vier Sekunden auf 100 zischen. Von Zulieferern ist zu hören, dass der Konzern zudem daran arbeitet, mit der PPE später dank bis zu vier Elektromotoren auf eine Gesamtleistung von bis zu 1000 kW kommen – also weit jenseits dessen, was RS6 und RS7 zu leisten im Stande sind. Vage Zukunftsmusik.

Laden und Reichweite

Schnell laden können soll der A6 E-Tron aber vom Start weg. Die Batterien der PPE operieren wie beim Porsche Taycan mit 800 Volt Spannung. Das ermöglicht 270 kW Ladeleistung. In weniger als 25 Minuten lässt sich der Ladestand der rund 100 kWh großen Batterie laut Audi von 5 auf 80 Prozent steigern. Vielleicht wichtiger: Gerade einmal zehn Minuten sollen genügen, um Antriebsenergie für mehr als 300 Kilometer Fahrstrecke aufzunehmen. Bei der Reichweite mit einer vollen Ladung rechnet Audi mit 700 Kilometer nach WLTP.

Technik und Plattform

Neben dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) auf dem der neue VW ID.3 (und der neue Audi Q4 E-Tron) sowie unzählige weitere Konzernfahrzeuge aufbauen, ist die PPE-Basis die zweite große Elektroplattform im riesigen VW-Universum. Sie entspricht ungefähr dem MLB (modularer Längsbaukasten), auf dem alle Audis ab dem A4 aufwärts basieren, auch die SUV wie der Q5 und das erste E-Auto, der E-Tron.

Audi Q5 e-tron / Q6 e-tron
Schulte Design
Auch der elektrische Q5 (Q6 E-Tron) basiert auf der PPE.

Die J1-Plattform von Porsche Taycan und Audi E-Tron GT nutzen zwar auch Porsche und Audi, aber sie ist nicht mit der gemeinschaftlich entwickelten PPE zu verwechseln. Ob letztere irgendwann auch als Basis für die Nachfolger von Taycan und E-Tron GT dienen wird, ist noch nicht klar. Der große elektrische Reise-Audi der Oberklasse mit dem Arbeitstitel "Landjet", der aus dem Leuchtturmprojekt Artemis hervorgeht und 2024 auf den Markt kommen soll, steht jedenfalls auf der PPE und das zweite Artemis-Auto soll ein Porsche sein.

Die PPE ist der MEB von Audi und Porsche

Erste Audi-Serienfahrzeuge auf PPE-Basis verspricht Audi bereits für das zweite Halbjahr 2022 – das dürfte der SUV Q6 E-Tron sein. Aber Audi betont, dass die PPE so konzipiert ist, dass sie eine besonders große Bandbreite von Volumen-Automobilen ermöglichen. Die Spanne umfasse SUV und CUV mit Hochboden ebenso wie Flachboden-Automobile, "die zum Kernsegment des Audi-Angebots zählen – wie die Audi-A6-Baureihe". Darum ist ausdrücklich die Erweiterung des PPE-Angebots um Modelle in A4-Größe geplant, dem seit Jahrzehnten volumenstärksten Segment für Audi.

So will Audi das Volumen von E-Autos steigern, ohne die Verbrenner-Baureihen sein zu lassen. Die höheren Stückzahlen der Technik im Konzern sollen es den Ingolstädtern erlauben, die Oberklasse-Technologie in weiten Teilen des Modellprogramms anzubieten.

Dazu ist die PPE auf den Weltmarkt ausgelegt. Die Fertigung ist in Europa, aber auch im größten Einzelmarkt von Audi in China geplant. In Changchun baut Audi eigens ein neues Werk, in dem ab Mitte des Jahrzehnts Audi-E-Automobile auf PPE-Basis vom Band rollen sollen. Dieses Werk will Audi zusammen mit dem Joint-Venture-Partner VAW-Volkswagen betrieben.

Marktstart und Preis

Auch wenn der A6 E-Tron als Concept Car schon jetzt in Shanghai steht, wird er nicht das erste PPE-Auto von Audi und kommt erst 2023 auf den Markt. Aber die Marke wollte schon jetzt zeigen, dass nicht jedes Elektroauto wegen einer großen Batterie zwangsläufig ein hohes SUV werden muss.

Audi A6 E-Tron
Audi
Die Heckgestaltung kennt man so noch nicht von Audi.

Preislich wird sich der A6 E-Tron an seinem Verbrenner-Pendant orientieren müssen. Bei dem kosten Modelle mit der erwartbaren Einstiegsleistung jenseits der 330 PS mindestens etwa 60.000 Euro. Mal sehen, ob das auch 2023 darstellbar ist. Der S6 mit 350-PS-Diesel kostet gut 75.000 Euro, ein RS6 (Avant) steht mit mehr als 116.000 Euro in der Preisliste. Da sollte auch der A6 E-Tron quattro mit seinen 476 PS deutlich drunter bleiben.

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Eine Reiselimousine wie den A6 nehme ich lieber als Diesel, 700 km WLTP sind auf der Autobahn keine 400.
Elektro! 700 km und die enorme Ladegeschwindigkeit verlangen doch selbst beim Reisen kein Kompromisse mehr.

Fazit

Der A6 E-Tron Concept zeigt, dass die Elektrifizierung bei Audi 2023 auch die klassischen Baureihen erfasst. Vorteil, wenn ein E-Auto mal kein SUV ist: Der Luftwiderstand geht runter, die Reichweite hoch. Beim Audi A6 E-Tron Concept ist nicht nur der Name schon seriennah, sondern auch Optik, Abmessungen und Technik.

700 Kilometer WLTP-Reichweite scheinen so was wie der neue Standard für große E-Autos zu werden – siehe Mercedes EQS. Aber von der deutschen Premium-Konkurrenz setzt sich der A6 E-Tron dank 800-Volt-Technik bei der Ladegeschwindigkeit ab.

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