Innenraum neuer VW ID. Polo: Elektro-Kleinwagen erhält 80er-Jahre-Retro-Cockpit

Innenraum neuer VW ID. Polo
Elektro-Kleinwagen erhält 80er-Jahre-Retro-Cockpit

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.01.2026
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Mit der Vorstellung des ID. Polo öffnet Volkswagen erstmals den Blick auf eine Cockpit-Architektur, die künftig alle ID-Modelle prägen soll. Bei der Gestaltung und Umsetzung spielten vor allem die Rückmeldungen aus der Kundschaft eine wichtige Rolle, bei der die bisherige Design-Strategie der ID.-Modelle nicht nur Lob einsammelte – Stichwort Touch-Flächen. Jetzt spricht VW von einer klareren Struktur, einer nachvollziehbaren Bedienlogik und einem höheren wahrgenommenen Qualitätsniveau. Die ersten Bilder zeigen, dass das nicht nur Versprechungen sind.

Größere Instrumente

Das Cockpit des ID. Polo folgt einer ausgeprägt horizontalen Linienführung. Zwei große Displays bilden die visuelle Achse des Innenraums. Direkt hinter dem Lenkrad sitzt das digitale Kombiinstrument mit einer Bildschirmdiagonale von 26,0 Zentimetern, das die klassischen Fahrinformationen darstellt. In der Mitte der Instrumententafel ist das Infotainmentdisplay mit 33 Zentimetern Diagonale positioniert. Die hohe Auflösung und die reduzierte grafische Darstellung sollen eine schnelle Erfassbarkeit der Inhalte ermöglichen. Durch die zentrale und leicht zum Innenraum geneigte Anordnung ist der Bildschirm sowohl für den Fahrer als auch für den Beifahrer gut erreichbar.

Unterhalb dieses Displays ist eine eigene Leiste für zentrale Klimafunktionen integriert. Hier befinden sich physische Tasten für Temperatur, Lüftung und weitere Grundfunktionen sowie der Warnblinkschalter. Volkswagen kehrt damit bewusst zu einer klar getrennten Bedienebene zurück, in der häufig genutzte Funktionen unabhängig vom Touchscreen erreichbar sind. Auch das neue Multifunktionslenkrad folgt diesem Prinzip. Seine Tastenfelder sind klar gegliedert und verzichten auf berührungssensitive Flächen. Dadurch lassen sich Assistenzsysteme, Anzeigeinhalte und Audiofunktionen direkt über physische Schalter steuern.

Prominenter Regler

Zwischen der Smartphone-Ablage und den Cupholdern in der Mittelkonsole ist ein Drehregler platziert, der von Fahrer und Beifahrer gleichermaßen erreicht werden kann. Über ihn wird die Lautstärke geregelt, zusätzlich lassen sich Titel oder Radiosender durch Drehen wechseln.

Ein zentrales Gestaltungselement ist das weiterentwickelte ID.Light. Die schmale Lichtleiste unterhalb der Windschutzscheibe erstreckt sich nun nicht mehr nur über die Breite der Instrumententafel, sondern reicht bis in die Vordertüren hinein. Sie dient weiterhin als visuelle Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Insassen, etwa zur Anzeige von Navigationshinweisen, Ladezuständen oder Assistenzsystemmeldungen.

Materialwahl wirkt hochwertiger

Auch bei den Materialien setzt Volkswagen auf einen neuen Ansatz. Armaturenbrett und Türverkleidungen sind mit stoffbespannten Flächen versehen, die eine weichere Anmutung erzeugen sollen als harte Kunststoffoberflächen. Tasten, Regler und Griffe sind so ausgeführt, dass sie sich klar voneinander absetzen und eine eindeutige Haptik bieten. Ergänzt wird dies durch den Einsatz von Recycling-Materialien, die in die neue Cockpitlandschaft integriert sind.

Softwareseitig zieht mit dem ID. Polo eine neue Generation des Betriebssystems ein. Sie bringt Funktionen wie One-Pedal-Driving sowie weiterentwickelte Parkassistenten in das Fahrzeug. Optional ist eine neue Version des Travel Assist verfügbar, die neben Spurführung und Abstand auch Verkehrszeichen wie rote Ampeln und Stoppschilder erkennen kann. Diese Funktionen werden über die Displays visualisiert und in die Bedienlogik des Cockpits eingebunden.

Ein besonders nettes Detail des digitalen Kombiinstruments ist die sogenannte Retro-Anzeige. Per Tastendruck am Lenkrad oder über das Infotainment lässt sich die Darstellung der Instrumente in eine grafische Ansicht umschalten, die an die Anzeigen des ersten Golf aus den 1980er Jahren erinnert. Drehzahlmesser, Geschwindigkeitsanzeige und Skalen erscheinen dann in einem klassischen Layout.

Insgesamt zeigt der Innenraum des ID. Polo eine neue Interpretation der bekannten Volkswagen-Bedienmuster. Physische Tasten, große Displays und eine klare räumliche Gliederung prägen das Bild. Stoffbezogene Flächen und Lichtakzente sorgen für eine ruhigere, wohnlichere Anmutung, während die digitale Ebene durch Softwarefunktionen und variable Anzeigen ergänzt wird.

Fazit