Dethleffs-Caravan für E-Autos: Ganz schön schräg, der C-Fold

Dethleffs-Caravan für E-Autos
Ganz schön schräg, der C-Fold

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.01.2026
Als Favorit speichern

Damit untersucht Dethleffs, wie sich Caravan-Konzepte an die technischen Anforderungen moderner Antriebe anpassen lassen. Im eingeklappten Zustand misst der C-Fold 1,65 Meter in der Höhe und 1,90 Meter in der Breite. Die kompakte Form verringert den Luftwiderstand und ermöglicht eine bessere Energieeffizienz beim Ziehen. Erst am Zielort hebt sich die obere Hälfte des Aufbaus elektrisch an. So entsteht ein Innenraum mit Stehhöhe, der trotz der flachen Transportposition ein vollständiges Raumgefühl bietet.

Leichtbau und Fahrwerk

Der Aufbau besteht aus Alucore- und Alu-Dibond-Platten mit Wabenstruktur, die Isolierung aus recyceltem PET. Durch die steife Bodenplatte kann auf ein klassisches Chassis mit Längsträgern verzichtet werden. Das Fahrwerk nutzt eine Einzelradaufhängung und eine Luftfederung von Goldschmitt. Sie gleicht Unebenheiten automatisch aus und erlaubt eine integrierte Wiegefunktion zur Gewichtskontrolle.

Ein Rangierantrieb und elektrische Stützen sind ebenfalls vorgesehen. Trotz dieser Ausstattung bleibt das Gewicht bei rund 775 Kilogramm. Für eine mögliche Serienversion wird eine weitere Reduzierung auf etwa 600 Kilogramm angestrebt. Mit einer Gesamtlänge von unter 5,45 Metern passt der Caravan auf herkömmliche Pkw-Stellplätze und lässt sich auch in Carports oder Garagen unterbringen.

Innenraum und Ausstattung

Der Innenraum folgt einem modularen Konzept. Möbel und Sitzgruppen lassen sich einklappen, um den Platz variabel zu nutzen. Die vordere Sitzgruppe kann vollständig versenkt werden und schafft Stauraum für E-Bikes oder Sportausrüstung, die über die Eingangstür verladen werden können.

Der Küchenblock ist einfach aufgebaut. Neben Spüle und Stauraum gibt es einen mobilen Induktionskocher und einen Kompressorkühlschrank. Der Toilettenraum wird bei Bedarf aus dem Bodenpodest ausgefahren und verschwindet im Nichtgebrauch vollständig. Er enthält eine fest eingebaute Trockentoilette und ein kleines Waschbecken.

Im Heck befindet sich der Schlafbereich mit V-förmiger Liegefläche. Tellerfedern sind direkt in die Polster integriert, wodurch ein separater Lattenrost entfällt. Der Stauraum unter den Betten ist ohne Abnehmen der Polster zugänglich. Dachschränke bleiben dank eines Schwenkmechanismus auch im Fahrzustand horizontal ausgerichtet. Verdunkelung und Insektenschutz sind in die Seitenwände integriert.

Materialseitig kombiniert Dethleffs Filzverkleidungen, helle Holzoberflächen und Linoleum-Bodenbelag. Auf dem Dach befinden sich Solarplatten, die zwei Lithium-Ionen-Batterien mit jeweils 150 Ah versorgen. Ein 2.000-Watt-Wechselrichter und eine Klimaanlage gehören zur Bordtechnik. Der Caravan ist für einen weitgehend autarken Betrieb ausgelegt.

Entwicklung und Ursprung der Idee

Die Idee für den C-Fold stammt von Peter und Monika Machart, die einen leichten und aerodynamisch günstigen Caravan für ihr Elektroauto suchten. Peter Machart, Elektroingenieur, entwickelte erste Modelle in der eigenen Werkstatt. Dethleffs griff das Konzept im Innovation Camp der Erwin-Hymer-Group auf und setzte es zu einem voll funktionsfähigen Prototyp um. Über mehr als ein Jahr wurde an der Konstruktion gearbeitet, bevor die Studie auf der CMT 2026 in Stuttgart vorgestellt wurde.

Der C-Fold ist kein serienreifes Produkt, sondern ein technisches Versuchsfeld. Er zeigt, wie sich Leichtbau, flexible Raumkonzepte und elektrische Systeme miteinander verbinden lassen, um Caravaning auf die Anforderungen der Elektromobilität vorzubereiten.

Fazit