Bereits der Name macht stutzig: "Aznom" – was zum Teufel soll das bedeuten? Wer glaubt, hier handele es sich um ein von einer teuren Agentur erfundenes, bedeutungsschwangeres Kunstwort oder einen Begriff aus dem osteuropäischen Sprachraum, irrt leider. Denn in Wahrheit ist die Erklärung ziemlich banal: Rückwärts heißt das Wort "Monza" – und damit ist genau die Provinz gemeint, in der jene Rennstrecke beheimatet ist, auf der die Formel 1 Jahr für Jahr Highspeed-Rekorde aufstellt.
In direkter Nähe zur Rennstrecke Monza
Das gibt einen Hinweis auf die Herkunft der Firma, die aktuell einiges an Buzz in der Autowelt erzeugt. Biassono, die Heimatstadt von Aznom, befindet sich nämlich in Norditalien. Genauer: in der Region Lombardei beziehungsweise in der Provinz Monza und Brianza (MB). Das Autodromo Nazionale di Monza befindet sich nur ein paar Steinwürfe vom Firmensitz entfernt und auch zu den klangvollen italienischen Autoherstellern Ferrari, Lamborghini oder Maserati beträgt die Fahrzeit nur jeweils zwei bis drei Stunden.
Aznom sieht sich in der Tradition namhafter italienischer Karosseriebauer wie Pininfarina, Bertone, Ghia, Touring oder Zagato. Deshalb lautet das Mantra der Norditaliener auch: "Ein Auto ist nicht nur ein Fahrzeug: Für viele ist es ein Traum, ein Symbol, ein Ausdruck der Persönlichkeit seines Besitzers." Die Firma baut ihre Fahrzeuge deshalb vorrangig auf konkrete Kundenanfrage und begleitet dabei den gesamten Prozess: von der Idee bis zur Umsetzung, sei es ein Restyling oder ein Einzelprojekt.
Hier handelt es sich übrigens keineswegs um Newcomer: Die Firma gibt es bereits seit mehr als 15 Jahren. Dabei kümmert sich Aznom vornehmlich um alles Gestalterische. Für die konkrete technische Umsetzung ist die Monza Garage aus der Nachbarschaft verantwortlich, bei der es sich um einen klassischen Tuner und Restaurator handelt, der obendrein noch Rennwagen betreut. Gemeinsam entwickeln und bauen die Partner nicht nur Einzelstücke, sondern auch Auto-Kleinserien. Und die decken inzwischen eine große Bandbreite ab – vom Kleinstwagen mit Elektroantrieb zur Riesenlimousine, die selbst Rolls-Royce-Modelle in den Schatten stellt.
Aznom Smart 4Teen
Das Einstiegsmodell von Aznom ist der Smart 4Teen. Hier bauen die Italiener Smart-Modelle der zwischen 1998 und 2007 gebauten ersten Generation (Typ 450) zu Elektroautos um. Die betagten Microcars erhalten in Biassono einen 15 kW (20 PS) starken E-Antrieb und einen 11,4 Kilowattstunden großen LFP-Akku, der eine Reichweite von 140 Kilometer erlauben soll. Aznom bietet zwei Versionen an: Eine maximal 45 km/h schnelle für die L6e-KLasse, die bereits von 14-Jährigen gefahren werden darf, und eine Variante mit 90 km/h Topspeed. Letztere passt in die L7e-Klasse und darf ab 16 Jahren pilotiert werden. Die Preise starten bei 24.339 Euro.
Aznom Palladium
Mit diesem Modell machte Aznom 2020 erstmals international auf sich aufmerksam. Der nach dem gleichnamigen Edelmetall benannte Palladium (siehe Video nach dem dritten Absatz) kommt deshalb so hochbeinig daher, weil er auf einem Pick-up-Chassis basiert. Das bedingt seine eigenwilligen Proportionen, bei denen die Türen schon weit vor der Hinterachse aufhören und die Heckpartie ewig nach hinten ausläuft. Leistungsstarke V8-Motoren sind für den knapp sechs Meter langen und zwei Meter hohen Palladium obligatorisch; welches Triebwerk konkret zum Einsatz kommt, entscheidet jedoch allein der Kunde oder die Kundin. Ein großes Budget ist allerdings Voraussetzung: Erst bei rund 1,4 Millionen Euro geht's los.
Aznom L'Epoque
Die jüngste Kreation toppt jedoch alles, was Aznom bisher vorgestellt hat. Gemeinsam mit dem Camal Designstudio haben die Italiener den L’Epoque erdacht, eine fast acht Meter lange Limousine mit 30-Zoll-Rädern im "Art Déco"-Stil (siehe Fotoshow über dem Artikel). Bei der epochalen Yacht auf Rädern kombiniert Aznom klassische Coachbuilding-Prinzipien mit Leiterrahmen-Chassis sowie zeitgemäßer Technik und loungeartigem Innenraum. Antriebsseitig setzt der L’Epoque auf einen viermotorigen Elektro-Allrad-Strang mit einem V6-Verbrenner als Range-Extender. Noch ist der Koloss eine Design- und Machbarkeitsstudie. Eine Umsetzung als Einzelstück wäre jedoch grundsätzlich möglich.












