Geely Galaxy Cruiser aus China: Neuer Geländewagen im Land-Rover-Look kommt nach Europa

Geely Galaxy Cruiser
Geländewagen im Land-Rover-Look kommt nach Europa

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.01.2026
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Man muss nicht zweimal hinsehen, um zu erkennen, welches Modell für den Geely Galaxy Cruiser Pate stand. Front, Heck, Dachform – nennen wir es höflich eine Hommage an den Land Rover Defender. Im Frühjahr 2025 hatte Geely den Galaxy Cruiser, damals noch als Konzeptfahrzeug bezeichnet, erstmals ins Rampenlicht gefahren. Jetzt steht fest: Der Galaxy Cruiser kommt tatsächlich. Gegenüber dem britischen Magazin Autocar bestätigte der Hersteller, dass der Galaxy Cruiser noch 2026 in Produktion gehen wird. Gleichzeitig wurde zugesagt, dass das Modell auch für den Export nach Großbritannien vorgesehen ist. Zunächst soll der Marktstart in China erfolgen, noch im Verlauf dieses Jahres, ein Termin für den Verkaufsbeginn in Europa wurde bislang nicht genannt. Und von der Insel ist es nicht mehr weit nach Festland-Europa.

Der Galaxy Cruiser basiert auf der SEA-R-Plattform, einer speziell für große, leistungsstarke Fahrzeuge ausgelegten Architektur, die auch beim Zeekr 9X verwendet wird. Eine angepasste Version dieser Plattform kommt zudem beim kommenden Lotus Eletre Plug-in-Hybrid zum Einsatz. Die technische Basis ist damit auf einen elektrifizierten Allradantrieb ausgelegt. Geely hat die Plattform dabei speziell für den Offroad-Einsatz überarbeitet.

Jedes Rad einzeln gesteuert

Eine zentrale Rolle spielt dabei das Fahrwerk. Das Konzeptfahrzeug ist mit einer aktiven Einzelradaufhängung ausgestattet, bei der jedes Rad über eigene Steuerelemente unabhängig geregelt wird. Dadurch kann das System Dämpfung und Federwege in Echtzeit anpassen. Bei der Geländefahrt können die Räder einzeln gezielt angehoben oder abgesenkt werden, um optimalen Bodenkontakt zu halten. Trotz Einzelradaufhängung soll dadurch im Gelände eine besonders gute Verschränkung ermöglicht werden. Gleichzeitig lassen sich auf der Straße Nick- und Wankbewegungen reduzieren, was dem Komfort und der Fahrstabilität zugutekommt.

Ergänzt wird das Fahrwerk durch eine elektronisch gesteuerte Lenk- und Bremsanlage ohne direkte mechanische Verbindung. Diese Technik ermöglicht es, die Reaktionen des Fahrzeugs je nach Untergrund und Fahrprogramm zu variieren. In Kombination mit der aktiven Aufhängung soll der Galaxy Cruiser damit präziser auf losem Untergrund, in tiefem Sand oder auf nasser Fahrbahn reagieren als mit herkömmlichen Systemen.

Mit Sonar für Wasserfahrten

Für Geländefahrten ist der Galaxy Cruiser auf eine Wattiefe von bis zu 800 Millimetern ausgelegt. Sensoren überwachen dabei die Wasserhöhe und sogar die Strömung, während Kameras und ein Sonarsystem den Bereich vor und unter dem Fahrzeug erfassen. Die Elektronik kann den Antrieb und die Verteilung der Motorkraft entsprechend anpassen, um ein gleichmäßiges Vorankommen zu ermöglichen. Ein KI-gestütztes Assistenzsystem unterstützt den Fahrer, indem es Hindernisse erkennt und Hinweise zur sicheren Linienwahl gibt.

Als Antrieb ist für die Serienversion ein Plug-in-Hybrid vorgesehen, der einen aufgeladenen 2,0-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit mehreren Elektromotoren kombiniert. In den technisch verwandten Modellen der Plattform kommen drei E-Maschinen zum Einsatz, was auch beim Galaxy Cruiser einen permanenten elektrischen Allradantrieb ermöglicht. Die Energie wird in einer Batterie mit rund 70 kWh gespeichert. Nach dem chinesischen CLTC-Messzyklus soll damit eine rein elektrische Reichweite von rund 350 Kilometern erreichbar sein, wobei diese Angabe unter dem in Europa üblichen WLTP-Standard niedriger ausfallen dürfte. Leistungsdaten für das Auto selbst sind noch nicht veröffentlicht, die Plattform ist jedoch für sehr hohe Systemleistungen ausgelegt.

Verschiedene Antriebs-Modi

Im Innenraum setzt Geely auf ein digitales Cockpit, in dem Antrieb, Fahrwerksfunktionen und Offroad-Modi zentral gesteuert werden. Die Steuerelemente für Antrieb und Fahrprogramme sind besonders robust ausgeführt, um auch im rauen Geländeeinsatz sicher bedient werden zu können. Je nach Fahrsituation kann das System zwischen rein elektrischem Betrieb, Hybridmodus oder einem Modus für erweiterten Reichweite wechseln, bei dem der Verbrennungsmotor vor allem als Generator arbeitet. Was vom Interieur der Studie den Weg in die Serie findet, ist noch nicht klar. Insgesamt wirken die Details im Cockpit aber nicht zu futuristisch und könnten in dieser Form tatsächlich in Produktion gehen.

Fazit