Spektakuläres Ferrari-Patent für offene Handschaltung: Klassische Schaltkulisse wie früher

Spektakuläres Ferrari-Patent für offene Handschaltung
Klassische Schaltkulisse wie früher

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.06.2026
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06/2026 Rendering Ferrari Schaltkulisse Patent
Foto: Seibt / USPTO / KI-generiertes Bild

Ferrari arbeitet offenbar an einer neuen Handschalt-Option, die klassische Elemente früherer Sportwagen mit moderner Getriebetechnik kombiniert. Darauf deuten mehrere Patentanmeldungen hin, die vom Portal CarBuzz in den USA entdeckt wurden. Sie beschreiben ein System, das in Optik und Bedienung an die berühmten offenen Ferrari-Schaltkulissen erinnert, technisch jedoch mit einem elektronisch gesteuerten Doppelkupplungsgetriebe zusammenarbeitet.

Offen wie früher

Die Zeichnungen zeigen eine klassische Schaltkulisse mit sechs Gassen und einem kugelförmigen Schalthebel. Auf den ersten Blick wirkt die Konstruktion wie ein konventionelles Handschaltgetriebe vergangener Jahrzehnte. Tatsächlich besteht jedoch keine mechanische Verbindung zwischen Schalthebel und Getriebe. Stattdessen arbeitet das System nach dem sogenannten Shift-by-Wire-Prinzip. Die Bewegungen des Hebels werden elektronisch erfasst und anschließend als Schaltbefehle an das Getriebe weitergegeben.

Laut Patent bewegt sich der Schalthebel wie bei einem herkömmlichen Handschalter entlang zweier Achsen. Ein Stift am unteren Ende des Hebels überträgt die Bewegungen an eine elektronische Steuereinheit. Um das typische Schaltgefühl klassischer Ferrari-Modelle nachzubilden, kommen unterhalb der Schaltkulisse federbelastete Rollen mit definierten Rastpunkten zum Einsatz. Diese sorgen dafür, dass der Hebel spürbar in die einzelnen Schaltgassen geführt wird.

Die Patentskizzen zeigen darüber hinaus vier zusätzliche Tasten für die Fahrstufen Rückwärtsgang, Neutral, Drive und Manual. Dadurch kann das Fahrzeug sowohl im automatischen Fahrbetrieb als auch in einem manuellen Modus genutzt werden. Im Automatikbetrieb übernimmt die Elektronik sämtliche Gangwechsel. Aktiviert der Fahrer den manuellen Modus, erfolgen die Schaltvorgänge über die den Schalthebel.

Realistisches Schaltgefühl

Ferrari beschreibt außerdem eine elektronische Regelung der Federkräfte innerhalb des Mechanismus. Dadurch kann der Widerstand beim Schalten situationsabhängig verändert werden. Das System könnte beispielsweise verhindern, dass bei hohem Tempo bestimmte Schaltgassen angewählt werden. Die Bewegung des Hebels würde sich damit ähnlich anfühlen wie bei einem klassischen Handschaltgetriebe, obwohl die eigentlichen Gangwechsel weiterhin von der Doppelkupplungstechnik ausgeführt werden.

06/2026 Ferrari Patentzeichnung offene Schaltkulisse
United States Patent And Trademark Office

Besonders aufschlussreich ist eine weitere Patentanmeldung, die den Zusammenhang zwischen Schaltkulisse und bestehender Ferrari-Getriebetechnik genauer erläutert. Darin beschreibt der Hersteller ein Fahrzeug mit Doppelkupplungsgetriebe und einem Steuerungssystem für Gangwechsel im manuellen Modus. Die Unterlagen legen nahe, dass Ferrari die neue Schaltlösung auf Basis bereits vorhandener Getriebe entwickeln möchte.

Als möglicher Technikspender gilt der aktuelle Ferrari 12Cilindri. Dessen Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe könnte mit vergleichsweise geringem technischem Aufwand um die neue Bedienlogik ergänzt werden. In den Patenten wird zudem ein Zusammenspiel mit einem elektronisch simulierten Kupplungspedal angedeutet. Ferrari hatte bereits zuvor Schutzrechte für entsprechende Systeme angemeldet.

Die Entwicklung erinnert in Teilen an den Koenigsegg CC850 (siehe Video oben). Das schwedische Hypercar kombiniert ein automatisiertes Mehrganggetriebe mit einer Bedienung, die sich wie ein klassisches Handschaltgetriebe nutzen lässt. Ferrari verfolgt offenbar einen ähnlichen Ansatz, setzt dabei jedoch auf seine bestehende Doppelkupplungstechnologie.

Zusätzliche Aktualität gewinnt das Thema durch Aussagen von Ferrari-Chef Benedetto Vigna. Bei einer Händlerveranstaltung kündigte er laut Medienberichten für den 4. Juli die Vorstellung eines neuen Modells an, das Elemente der Vergangenheit mit moderner Technik verbinden solle. Offizielle Details nannte Ferrari bislang nicht. Allerdings wird seit einiger Zeit über eine limitierte Variante des 12Cilindri spekuliert, die mit dem neuen Schaltsystem ausgerüstet sein könnte.

Fazit