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Elektroauto e.Go Life (2018)

16.000-Euro-E-Auto in 3 Leistungsvarianten

e.Go Life Foto: e.GO Mobile AG 10 Bilder

Die e.GO Mobile AG hat auf der CeBIT in Hannover das Elektroauto e.Go Life vorgestellt. Der Kleinwagen kann seit Mai bestellt werden und kostet ab 15.900 Euro, die Nachfrage ist hoch. Neu ist eine dritte Leistungsstufe.

18.09.2017 Uli Baumann 18 Kommentare

Die aus einem Forschungsprojekt der Hochschule RWTH Aachen hervorgegangene e.GO Mobile AG will mit dem e.Go Life die Elektromobilität voranbringen – und zwar über den Faktor Preis. Der e.Go Life soll nämlich nur 15.900 Euro kosten und natürlich prämienfähig sein. Die E-Auto-Prämie beträgt derzeit 4.000 Euro. Damit würde der Elektrozwerg unter dem Strich nur 11.900 Euro kosten. Bereits seit Mai ist der e.Go Life bestellbar, ausgeliefert wird ab Frühjahr 2018.

Neues Motorenangebot ab Sommer 2018

Download Preisliste e.GO Life (PDF, 0,54 MByte) Kostenlos

Die Kundennachfrage ist hoch. Die e.GO Mobile AG meldet bereits über 1.200 Vorbestellungen. Und, die Kunden wünschen sich mehr Leistung. Diesem Kundenbegehren kommt das Unternehmen jetzt mit einer dritten Leistungsstufe für den Kleinwagen nach. Ab Sommer 2018 soll der e.Go Life dann mit einem 20, 40 und 60 kW starken E-Motor erhältlich sein. Die Elektromotoren kommen weiterhin von Bosch, werden aber von 48 auf 230 Volt umgestellt. Die neue Basisversion mit 20 kW soll eine Real-Reichweite von 104 Kilometer schaffen und kostet wie bisher 15.900 Euro. Die 40-kW-Variante wird mit 114 Kilometer Reichweite angegeben und die 60-kW-Version mit 154 km. Das neue Powermodell soll in 3,2 Sekunden auf 50 und in 8,6 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit klettert auf 160 km/h. Die kleineren Versionen lassen es bei 114 km/h respektive bei 150 km/h bewenden. Neben der 15.900 Euro teuren Basisversion wurde die mittlere Leistungsvariante jetzt mit 17.400 Euro eingepreist. Das Power-Modell soll ab 19.900 Euro zu haben sein.

Die Batteriekapazitäten werden 14,9 kWh, 17,9 kWh und 23,9 kWh betragen. Die Ladezeiten an 230 Volt werden mit sechs bis knapp 10 Stunden angegeben. An einem Schnelllader sollen sie auf 3 bis rund 4,5 Stunden sinken. Das Leergewicht mit Batterie soll zwischen 880 und 950 kg liegen

Anlassermotoren an der Hinterachse

Der e.Go Life kommt als Zweitürer mit einer 2+2-Sitzkonfiguration. Er misst in der Länge 3,35 Meter, in der Breite 1,70 Meter und in der Höhe 1,57 Meter. Das Design wirkt wie eine Mischung aus glattgelutschtem VW Lupo und VW Up. Bislang galt für den Kleinwagen folgende Antriebskonfiguration: Ohne Batterien sollte das Leergewicht bei 650 kg liegen. Die Reichweite der 14,4 kWh großen Batterie wurde mit 100 km angegeben. Mit dem 19,2 kWh große Akku wären bis zu 130 km machbar gewesen. Der 22 kW starke Elektroantriebsstrang wäre von Bosch gekommen. Konzipiert waren zwei Elektromotoren an der Hinterachse. Dabei handelt es sich um herkömmliche Anlassermotoren, wie sie beispielsweise in Hybridmodellen verbaut werden. Den Spurt von Null auf 50 km/h sollte der e.Go Life in 4,9 Sekunden schaffen.

e.Go Life Foto: e.GO Mobile AG
Den 22 kW starken Elektroantriebsstrang liefert Bosch. Er besteht aus zwei Elektromotoren an der Hinterachse.

Die Serienfertigung des e.Go Life startet im Frühjahr 2018 im Triwo-Technopark in Aachen. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Produktionsstätte mit rund 3,6 Millionen Euro – insgesamt liegt die Investionssumme der Triwo AG bei 25,7 Millionen Euro. Deren Gebäude wird dann an die e.Go Mobile AG vermietet. Insgesamt umfasst das Fertigungsgelände 16.000 Quardatmeter, jährlich solltenen dort 10.000 Fahrzeuge entstehen. Jetzt wird verdoppelt (siehe Interview).

Interview mit e.Go Life-Chef Günther Schuh

Günther Schuh lehrt Produktionstechnik an der RWTH Aachen, der führenden Ingenieurschmiede in Deutschland. Außerdem ist er Chef der e.Go Mobil AG, seiner inzwischen zweiten Autofirma.

Was macht den e.Go so günstig?

Schuh: Das beginnt mit dem Grundkonzept. Wir wollten ein Stadtauto bauen. Also genügen rund 100 Kilometer Reichweite und geringe Geschwindigkeiten. Deshalb reichen Anlassermotoren, die den e.GO bis Tempo 50 so schnell beschleunigen wie jedes andere Auto auch und maximal 100 km/h schaffen. Im Vergleich zum Elektromotor im i3 sind sie sehr günstig. Gleichzeitig aber auch so sparsam, dass wir auch mit einer kleinen Batterie auskommen – das wiederum spart Gewicht. Der Rahmen besteht aus einfachen Vierkant-Aluprofilen. Und wir haben alles weggelassen, was man nicht braucht. Das gilt nicht nur für das Auto selbst. Auch bei der Produktion gehen wir neue Wege.

Was machen Sie anders als ein Autohersteller?

Schuh: Wir verzichten zum Beispiel auf ein Presswerk, das allein eine Investition von rund 120 Millionen Euro darstellt. Unsere Karosserie produziert ein Kofferhersteller, der hochwertigste Thermoplastmaterialien benutzt. Diese sind elastischer als Metall und verdauen sogar einen Parkrempler. Und sie erlauben uns, auch auf die teure Lackierstraße zu verzichten.

Thermoplast erinnert an den Trabant …

Schuh: Heutige Thermoplastteile sehen unglaublich gut aus. Ein Autohersteller muss fünf Klarlackschichten auftragen, um unsere Brillanz zu erreichen. Und da die durchgefärbten Bauteile angeschraubt oder angeklebt werden, ist auch eine Reparatur viel einfacher und günstiger.

Es heißt überall, die Kunden seien noch nicht reif für E-Autos.

Schuh: Die Hauptfehleinschätzung liegt darin, dass die Autohersteller meinen, der Markt nehme Elektroautos zum Beispiel wegen fehlender Reichweite noch nicht an, am Preis liege es nicht. Da bin ich ganz anderer Meinung: Es liegt am Preis. Viele Nutzer würden eher eine eingeschränkte Reichweite akzeptieren als einen hohen Preis. Wenn ich ein reichweitenbeschränktes Auto anbieten will, dann muss eben der Preis stimmen!

Wollen Sie die Autoindustrie ärgern?

Schuh: Nein, wir sind keine Besserwisser. Wir wollen aber mal aufzeigen, wie man ein günstiges Elektroauto bauen kann, das sich auch ein Privatkunde leisten kann. Wir hoffen im Gegenteil, dass die Hersteller unsere Ideen übernehmen.

Wer sind die Geldgeber für das e.Go-Projekt?

Schuh: Wir verfügen natürlich über Kapital aus dem Verkauf von Street Scooter an die Post. Zudem haben wir strategische Investoren aus der Autoindustrie – aber keine Autohersteller. Diese wollten zwar auch bei uns einsteigen, aber da wäre uns die Gefahr zu groß, dass sie uns beeinflussen wollen.

Und wie kommt der e.Go bisher an?

Schuh: Die Resonanz ist überwältigend: 814 Bestellungen von Privatkunden in zweieinhalb Monaten sind mehr, als wir erwartet haben. Das zeigt: Auch Privatkunden greifen zu, wenn der Preis stimmt. Hinzu kommen Städte, Behörden, Pflegedienste und Logistiker, die sich für das Auto interessieren. Die Polizei in Aachen wird einige Autos im Verwaltungsbereich testen, vielleicht auch die Bundeswehr. Die Nachfrage der Flottenkunden ist auch viel größer als erwartet. Wir haben bereits die geplante Anlaufproduktion 2018 verkauft und versuchen jetzt, die Kapazität auf 1.800 Autos zu erhöhen.

Welche Kapazität hat Ihre Fabrik?

Schuh: Ursprünglich hatten wir für 2019, das erste volle Produktionsjahr, den Bau von 10.000 Autos geplant. Jetzt ziehen wir die Einführung einer zweiten Schicht in der Produktion vor. Wir werden sie Ende Mai 2019 einführen und kommen dann auf eine Jahresproduktion von 20.000 Autos.

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@ Suzi-Man:
Grundsätzlich lebt der Mensch verschwenderisch. In einer gut etablierten Gesellschaft wie der unseren in ganz besonderem Maße. Der Umgang mit Energie überschreitet schon die Grenze der Absurdität. Viele elektrische Geräte in Deutschen Haushalten gehörten auf den Schrottplatz da sie die reinsten Energiefresser sind.

Industrielle Elektromotoren die dem Betrieb von grossen Stanzen und Pressen etc. dienen, stammen aus den späten Fünfzigern und frühen Sechzigern und haben einen Wirkungsgrad von ca. 65%. Würden all die Energievergeuder in den Haushalten und Industrie mit effizienten Maschinen ersetzt, zum Horror aller EVUs,
gäbe es mehr als ausreichende elektr. Energie um die gesamte Fahrzeugflotte in Deutschland elektr. zu versorgen. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht?

yoatmon 20. September 2017, 16:35 Uhr
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