Die chinesische Autoindustrie baut ihre Präsenz im internationalen Motorsport weiter aus. Während Lynk & Co. etwa einige TCR-Tourenwagen im Einsatz hat, plant Great Wall Motor (GWM) nun den nächsten Schritt. Der Konzern möchte in die GT3-Kategorie einsteigen und gründet dafür eine neue Performance- und Rennsportmarke namens Great Faith (GF).
Im Zentrum des Projekts steht ein neues Supersportwagen-Konzept, das als technische Basis für den späteren GT3-Rennwagen dient. Die Straßenversion erhält einen neu entwickelten 4,0-Liter-V8 mit Biturbo-Aufladung. Je nach Bericht soll das Aggregat mit elektrischer Unterstützung zwischen 1.000 und 1.200 PS leisten. Ein Leichtbaukonzept mit Carbon-Monocoque senkt das Gewicht auf unter 1.300 Kilo.
Für den Einsatz im GT3-Sport wird das Fahrzeug deutlich reduziert. Der Hybridantrieb entfällt, während die Leistung auf rund 600 PS begrenzt wird, um den technischen Reglements der internationalen GT3-Klassen zu entsprechen. Damit folgt GWM dem typischen Ansatz moderner GT3-Homologationen, bei denen Serienfahrzeuge als Grundlage dienen, jedoch für den Rennbetrieb stark modifiziert werden.
Verstärkung von Rennsport-Größen
Technisch erhält das Projekt Unterstützung aus Europa. Der Ingenieur Adam Thomson beteiligt sich am Projekt. Er war zuvor am GT-Programm von McLaren in leitender Position beteiligt. Zu seinen Verantwortungsbereichen gehörte die Entwicklung der Fahrzeugarchitektur. Das könnte auch die Nutzung des Carbon-Monocoque erklären. "Das Carbon-Monocoque ist eine unserer drei Schlüsselkomponenten. Er trägt nicht nur die Sitzstrukturen für die Passagiere, sondern stützt auch die gesamte restliche Karosseriestruktur des Fahrzeugs", sagt Thomson in einem Interview in den sozialen Netzwerken. Dieses Konzept soll nicht nur die strukturelle Steifigkeit erhöhen, sondern auch Gewicht sparen und die Basis für ein hochpräzises Fahrverhalten schaffen, so Thomson. Der Fokus liegt auf maximaler Stabilität unter Rennbedingungen, um eine konstante Performance auch bei hoher Belastung zu gewährleisten.
Auch der geplante Rennwagen folgt einem hybriden Antriebskonzept. Im Heck arbeitet der besagte 4,0-Liter-V8. An der Front kommt ein P4-Elektromotor hinzu, der die Vorderachse antreibt. Er besteht aus Magnesium und wird von einer Hochleistungs-Batterie gespeist. Der V8 ist außerdem mit einem P2-E-Motor und einem Neungang-Getriebe gekoppelt.
Präsenz im Motorsport für emotionales Image
GWM ist nicht der einzige chinesische Konzern, der in den Rennsport einsteigt. Mehrere Hersteller arbeiten derzeit daran, ihre Präsenz im internationalen Motorsport auszubauen. Dabei könnte es nicht nur um technologische Entwicklung, sondern auch um den Aufbau einer emotionaleren Markenwahrnehmung gehen.







