Mercedes B55 AMG

Azubis bauen B-Klasse mit V8-Motor

Mercedes-Benz B-Klasse B55 V8-Motor Foto: Daimler 24 Bilder

Im Jahr 2010 wurde eine ganz besondere B-Klasse aufgelegt. Der Mercedes B55 mit V8-Motor war das Ergebnis eines Projekts von zwölf Auszubilden der Mercedes-Lehrwerkstatt in Rastatt. Wir erinnern uns.

Was macht man nicht alles zur Mitarbeitermotivation. Zum Beispiel eine Höllen-B-Klasse bauen lassen. Der Rastatter Mercedes-Werkleiter Peter Wesp stellte seinen Mitarbeitern 2010 die Aufgabe, auf Basis der damals aktuellen B-Klasse ein ganz besonderes Fahrzeug zu schaffen. Dabei sollte das Raumkonzept der B-Klasse unverändert und die Alltagstauglichkeit gewahrt bleiben. Von außen sollten nur dezente Hinweise den Umbau kennzeichnen und der Innenraum entsprechend aufgewertet werden.

388 PS für den Rentner-Van

Als neues Herzstück für den sportlichen Mercedes B55 wurde ein 5,5-Liter-V8 mit 388 PS und 530 Nm samt Siebengang-Automatik aus einem E 500 auserkoren. „Das V8-Herz passte erstaunlich gut, wir konnten sogar die originalen Motoraufhängungen verwenden“, freute sich Würz nach der Transplantation. Doch die sportliche B-Klasse verlangte nach weiteren Modifikationen. So wurde die Lenkung angepasst und die Hinterachse einer E-Klasse der Baureihe W210 in die B55-Karosserie integriert. Für die Kardanwelle zum neuen Hinterradantrieb wurde ein Weg durch den Sandwichboden freigeräumt – ohne Modifikationen am Chassis. Zudem musste noch das Motorsteuergerät auf den neuen Hinterradantrieb umprogrammiert werden. Auf die Anpassung von ABS, ASR und ESP wurde allerdings verzichtet.

Aus dem umfangreichen Mercedes-Ersatzteilangebot bedienten sich die Auszubildenden bei der Abgasanlage mit mittig angeordnetem Doppelendrohr, die für eine entsprechende akustische Entfaltung des V8 sorgt. Damit die Kraft des B55 eingebremst werden kann, sitzt hinter den AMG-Sporträdern im Fünf-Speichen-Design die Bremsanlage des C32 AMG. Für entsprechende Fahrdynamik in der B-Klasse sorgt ein K&W-Gewindefahrwerk und breite 18-Zoll-Reifen der Dimension 235/40 vorne und 255/35 hinten. Bei der Innenausstattung steuerte die Mercedes-Ausbildungswerkstatt in Sindelfingen Alcantara-Verkleidungen der A-, B- und C-Säulen bei sowie einen ebenfalls mit dem noblen Material bezogenen Dachhimmel.

Insgesamt legt der Mercedes B55 AMG beim Gewicht gegenüber der Basis zwar um 180 Kilogramm auf 1.620 Kilogramm zu, totzdem soll der Mercedes B55 AMG in 5,2 Sekunden auf Tempo 100 sprinten. Erst bei 270 km/h soll sich die V8-Power den Fahrwiderständen geschlagen geben. Nicht schlecht für einen ehemaligen B 200 CDI. Der Mercedes B55 AMG blieb ein Einzelstück – kein Wunder bei einem damaligen Umbaupreis von rund 100.000 Euro. Der TÜV hätte mit kleinen Modifikationen dem B55 AMG hingegen seinen Segen gegeben.

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