Formel 1: Deshalb muss die defekte Mercedes-Batterie per Schiff transportiert werden

Verrückte Rückreise aus Montreal
Deshalb muss die Mercedes-Batterie aufs Schiff

GP Kanada 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.06.2026
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George Russell - GP Monaco 2026
Foto: Wilhelm

Es passierte in der 30. Runde des GP Kanada. George Russell wurde in Kurve 8 plötzlich langsam und parkte seinen Mercedes rauchend am Streckenrand. Der Engländer gab damit die Führung und vielleicht auch den zweiten Saisonsieg an Teamkollege Andrea Kimi Antonelli ab. Für Russell war der erste Ausfall der Saison bitter. Antonelli hat nach seinem vierten Erfolg in diesem Jahr schon 43 Punkte Vorsprung.

Schnell war klar, dass eine defekte Batterie für die Nullrunde verantwortlich war. Das Sicherheitssystem schaltete sofort den Motor ab. Als das Auto mit der Startnummer 63 nach dem Rennen zurück an die Boxen geschleppt wurde, sahen die Mercedes-Ingenieure die Bescherung. Die Batterie war ein Totalschaden.

Das dabei entfachte Feuer schickte auch die MGU-K ins Jenseits. Das Monocoque wurde durch die Hitze beschädigt und befindet sich zur Reparatur in der Fabrik. Russell tritt in Monte Carlo mit einem neuen Chassis an. Immerhin konnte der Motor gerettet werden.

George Russell - Mercedes -  GP Kanada 2026
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Batterie in Salzwasser-Bad

Die Schadensanalyse zog sich in die Länge. Die Heimreise der Überreste des Energiespeichers von Montreal ins englische Brixworth gestaltet sich schwierig. Eine zerstörte Batterie gilt als gefährliche Fracht und darf nicht auf dem Luftweg transportiert werden. Also wurde die Batterie als Seefracht eingecheckt. Sie muss dabei aus Sicherheitsgründen in eine Salzwasserlösung eingetaucht werden.

Es kann Wochen dauern, bis das Container-Schiff in England ankommt. Bis dahin fährt Mercedes mit einem noch nicht hundertprozentig gelösten Problem. Doch die Ingenieure sind sich ziemlich sicher, was zu dem Batteriefeuer geführt hat. Sie haben auf einem Prüfstand in der Fabrik den Vorfall von Montreal mit einer Test-Batterie anhand der Datenlage simuliert und das Schadensmuster nachgestellt.

Russell muss in Monte Carlo bereits auf die dritte Batterie und zweite MGU-K zurückgreifen. Drei Einheiten sind in der Saison erlaubt. Der WM-Zweite muss bis jetzt noch nicht befürchten, dass ihm später im Jahr eine Startplatzstrafe droht. Mercedes beteuert, dass sein Fahrer auch mit dem Restbestand straffrei über die Runden kommen kann. Aber nur, wenn nicht noch ein Schaden eintritt.

George Russell - GP China 2026
Wilhelm

Elektro-Komponenten am Limit

Russell ist nicht der einzige Fahrer im Feld, der bereits mit dem zweiten Energiespeicher unterwegs ist. Auch Lando Norris hat bereits drei Energiespeicher im Pool. Isack Hadjar und Lance Stroll haben für eine vierte Einheit bereits ein Startplatzstrafe kassiert. Die Audi-Piloten Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto haben bei der MGU-K das erlaubte Kontingent ausgeschöpft.

Die elektrischen Komponenten sind in diesem Jahr am Limit gestrickt. Im Vergleich zur Vorsaison ist die Leistung von 120 auf 350 Kilowatt gestiegen. Dementsprechend steigt die Belastung.

So bitter der Ausfall für Russell war, so wenig zeigte sich der Melbourne-Sieger beeindruckt. "Ausfälle gehören zum Motorsport. Lando [Norris] hat letztes Jahr in Zandvoort und in Las Vegas zwei Rennen verloren und wurde trotzdem Weltmeister. Jetzt hat es mich erwischt. Es kann aber auch andere treffen."

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