Formel 1: Motoren-Schock: Deshalb darf auch Mercedes nachrüsten

Motoren-Schock in der Formel 1
Deshalb darf auch Mercedes nachrüsten

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.06.2026
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Mercedes - GP Monaco 2026
Foto: xpb

Noch immer warten wir auf die offizielle Bestätigung der FIA. Doch die Spatzen pfeifen das Ergebnis der Leistungsanalyse im Rahmen des ADUO-Verfahrens schon von den Dächern. Nicht Mercedes hat den stärksten Verbrenner der Formel 1 entwickelt, sondern Red Bull. Als neuer Motorenhersteller direkt an die Spitze – vor dieser Leistung der Ingenieure in Milton Keynes kann man nur den Hut ziehen.

Allerdings hatte wohl auch das spezielle Messverfahren seinen Anteil an dem unerwarteten Ergebnis. Die meisten Experten sind sich einig, dass Mercedes insgesamt den besten Antrieb hat. Bei der Fahrbarkeit, der Effizienz der Rekuperation und den Möglichkeiten bei der Ladestrategie ist der aktuellen WM-Spitzenreiter klar die Nummer 1. Doch diese Faktoren zählen beim ADUO-Verfahren nicht.

Die FIA misst nur die Spitzenleistung des Verbrenners. Auf ausdrücklichen Wunsch sollten andere Faktoren, die einen Einfluss auf die maximalen PS-Werte haben, keine Rolle spielen. So wurde zum Beispiel auch nicht einbezogen, dass sich Ferrari durch den Gegendruck des Auspuff-Winglets selbst etwas Leistung beraubt oder dass man mit dem kleinen Turbo Maximal-Power zu Gunsten der besseren Fahrbarkeit opfert.

Kimi Antonelli - Mercedes - GP Japan 2026
Mercedes

Mercedes kann mit Upgrade warten

So steht jetzt plötzlich Red Bull an der Spitze, was den Verbrennungsmotor angeht. Der Mercedes-V6 weist mehr als zwei Prozent Rückstand auf. Damit bekommt das Team, das bisher alle sechs Rennen gewonnen hat, die Möglichkeit, in dieser Saison noch ein Upgrade nachzulegen. Davon profitieren natürlich nicht nur die Silberpfeile, sondern auch die Kundenteams McLaren, Williams und Alpine.

Was den Zeitpunkt des Upgrades angeht, hat Mercedes alle Freiheiten. Der Vorsprung beim restlichen Auto ist so groß, dass aktuell keine Eile besteht. Die Ingenieure können in Ruhe entwickeln und neue Teile erst dann homologieren, wenn es sich lohnt bzw. wenn die Konkurrenz dem Werksteam auf die Pelle rücken.

Der Leistungsrückstand von Ferrari, Audi und Honda gegenüber Red Bull fällt mit mehr als vier Prozent noch deutlich größer aus. Deshalb dürfen diese drei Motorhersteller zwei Upgrades nachlegen, um die Lücke zu schließen. Red Bull geht wie gesagt leer aus. Dabei hatte Teamchef Laurent Mekies noch in Montreal die Hoffnung geäußert, ebenfalls noch einmal neue Antriebsteile homologieren zu dürfen.

Nikolas Tombazis - Formel 1 - 2023
Wilhelm

Wird ADUO abgeschafft?

Die genauen Leistungswerte wollte die FIA übrigens nicht veröffentlichen. Die geheimen Daten müssen geschützt werden, hieß es vom Weltverband. Auch die Details, wie genau die Performance untersucht und das Ergebnis schließlich ermittelt wurde, bleibt unter Verschluss. Man will verhindern, dass die Hersteller ihre Motoren trickreich an die Messung anpassen, um dann von Upgrade-Möglichkeiten zu profitieren.

Unklar ist noch, welche Auswirkungen das Ergebnis auf das ADUO-Verfahren selbst hat. Das eigentliche Ziel, für mehr Ausgeglichenheit und Spannung in der Formel 1 zu sorgen, wurde verfehlt. Die Frage lautet nun, ob man das Messverfahren anpassen kann, um den eigentlichen Marktführer besser zu ermitteln, oder ob man den ADUO-Mechanismus komplett aus dem Reglement streicht.

Fazit