Neuer Antrieb Nissan e-Power

Elektroauto ohne Nachladen - dank Benzinmotor

Elektroauto Nissan Leaf Foto: Hans-Dieter Seufert

Ein Elektroauto, das nicht per Kabel geladen wird. Geht das? Nissan versucht es, braucht aber einen Verbrennungsmotor dazu. Das herkömmliche Hybrid-Konzept stellen die Japaner dabei auf den Kopf.

Bei den bisher bekannten Hybrid-Systemen wird ein Verbrennungsmotor zur Verbrauchsreduktion von einem oder mehreren Elektromotoren unterstützt. Nissan setzt in Sachen Effizienz jetzt Einen drauf und dreht das ganze System dafür einfach um. e-Power nennt sich das Konzept, das jetzt erstmals in ein Fahrzeug eingebaut wurde. Dabei handelt es sich um ein Auto mit vollelektrischem Antrieb, das zum Aufladen der Batterie einen kleinen Benzinmotor nutzt und Ladevorgänge per Kabel damit überflüssig macht. Das Benzin-Aggregat ist dabei von den Rädern entkoppelt.

Die serielle Hybrid-Konfiguration von Nissan besteht zudem aus einem Generator und einem Inverter. Bei dieser Struktur müssten laut Nissan Elektromotor und Battterie eigentlich größer sein, weil sie als einzige Antriebsquelle fungieren. Durch Optimierungen des Gewichts, der Motorsteuerung und des Energiemanagements ist es den Japaners nun gelungen, das Prinzip auf Kompaktklassen-Niveau zu schrumpfen.

Nissan e-Power Elektroantrieb Hybrid Foto: Nissan
Nissan dreht das konventionelle Hybrid-System um und gibt dem Elektroantrieb den Vorzug.

Vorzüge eines Elektroautos

Die bekannten Merkmale eines elektrisch angetriebenen Autos bleiben bestehen: Vom Fleck weg hohes Drehmoment und leiser Antrieb. Mit dem e-Power-System wird der Verbrennungsmotor seltener genutzt, als bei anderen Hybriden, weil er sich nicht die Mühe machen muss, die Räder anzuschieben. Dadurch fährt man zwar mit einem vollelektrischen Auto durch die Gegend, muss sich aber keinen Kopf über das Nachladen der Batterie machen.

Verbaut wurde der e-Power-Antrieb erstmals in einem Nissan Note. Über die genauen Verbrauchswerte macht der Hersteller bislang keine Angaben. Der Aufbau des Elektroantriebs stammt aus dem E-Auto Leaf. Mit dem e-Power-Konzept bewegt sich Nissan zwischen dem ersten Opel Ampera und dem BMW i3 mit Range Extender. Während beim Opel Ampera I der Verbrenner in bestimmten Betriebszuständen auch die Räder mitantreibt, nutzt der BMW i3 das 2-Zylinder-Benzin-Aggregat aus einem Motorrad nur, wenn die Batterie leer ist, um die diese wieder zu aufzuladen.

Der konkrete Vorteil am Konzept des Nissan könnte in der Gesamt-Energiebilanz begründet sein oder zumindest für Länder mit hauptsächlich fossiler Energieerzeugung sogar in einer günstigeren CO2-Bilanz zur Folge haben, wie etwa beim Techrules aus China, der allerdings eine Gastrubine zur stromerzeugung nutzt.

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