Bentley hat sein Flaggschiff – den Flying Spur – umfassend überarbeitet und stattet die Luxuslimousine künftig ausschließlich mit elektrifizierten V8-Antrieben aus. Neben technischen Neuerungen erhält das Modell eine deutlich modernisierte Optik, die sich stärker an der jüngsten Generation des Continental GT orientiert. Und für einige Fans der Marke dürfte das aristokratische Gesicht sogar an den ehemaligen Arnage erinnern. Die Produktion startet im September 2026 im Werk Crewe, die ersten Auslieferungen sind für das vierte Quartal vorgesehen.
Neues Design mit Einzel-Scheinwerfern
Die auffälligste Änderung betrifft die Frontpartie. Erstmals seit 1962 trägt eine Bentley-Limousine einzelne Frontscheinwerfer anstelle der markentypischen Vier-Augen-Grafik. Damit übernimmt der Flying Spur die aktuelle Designsprache des Continental GT. Gleichzeitig wurde der Kühlergrill stärker in den Stoßfänger integriert, während die bisherigen Luftauslässe hinter den Vorderrädern durch glattere Karosserieflächen mit dezentem Markenemblem ersetzt wurden.
Auch das Heck wurde überarbeitet. Eine neu gestaltete Gepäckraumklappe, modifizierte Rückleuchten sowie eine in Wagenfarbe lackierte Kennzeicheneinfassung sorgen für einen aufgeräumteren Auftritt. Ergänzt werden die Änderungen durch neue Designs für die 22-Zoll-Leichtmetallräder, die für verschiedene Modellvarianten erhältlich sind.
V8-Hybridantriebe als neue Basis
Technisch setzt Bentley künftig auf leistungsstarke Plug-in-Hybridantriebe mit V8-Biturbomotor. An der Spitze des Programms steht weiterhin der Flying Spur Speed. Dessen Antrieb kombiniert einen 4,0-Liter-V8 mit einem Elektromotor und erreicht eine Systemleistung von 782 PS sowie 1.000 Nm Drehmoment. Damit handelt es sich laut Bentley um das stärkste viertürige Serienmodell der Unternehmensgeschichte.
Die Energieversorgung übernimmt eine 25,9-kWh-Batterie, die eine elektrische Reichweite von bis zu 76 Kilometern ermöglichen soll. Der Allradler verbindet damit hohe Fahrleistungen mit lokal emissionsfreiem Fahren auf kürzeren Strecken.
Rückkehr des Flying Spur S
Mit der Modellpflege kehrt zudem die sportlich positionierte S-Version in die Baureihe zurück. Der Flying Spur S nutzt einen High-Performance-Hybridantrieb mit 680 PS und 930 Nm Drehmoment. Gegenüber dem bisherigen S-Modell entspricht dies einer Leistungssteigerung von rund 20 Prozent beziehungsweise 130 PS.
Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 3,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 307 km/h. Für eine besonders dynamische Fahrcharakteristik erhält der Flying Spur S zahlreiche Fahrwerkskomponenten, die bislang den Topversionen vorbehalten waren. Dazu zählen ein elektronisches Sperrdifferenzial an der Hinterachse, aktiver Allradantrieb, Torque Vectoring, adaptive Zwei-Ventil-Dämpfer, die aktive 48-Volt-Wankstabilisierung Bentley Dynamic Ride sowie eine neue Generation der Fahrstabilitätsregelung.
Optisch hebt sich die S-Version durch die Blackline-Spezifikation von den übrigen Modellen ab. Schwarze Matrix-Kühlergrills, abgedunkelte LED-Matrix-Scheinwerfer, schwarze Markenlogos, dunkle Außenspiegelkappen und schwarze Endrohre der Sportabgasanlage unterstreichen den sportlichen Anspruch.
Mehr Individualisierung im Innenraum
Im Interieur erweitert Bentley die Möglichkeiten zur Personalisierung. Kunden können künftig zwischen fünf unterschiedlichen Sitzdesigns wählen, deren Fertigung jeweils rund zwölf Stunden Handarbeit erfordert. Zur Auswahl stehen verschiedene Steppungen und Polsterstrukturen, die sowohl Komfort als auch Seitenhalt verbessern sollen.
Neu ist außerdem die sogenannte Virtuoso Collection. Diese exklusive Ausstattungslinie kombiniert besondere Materialien, individuelle Stickereien und Dekorelemente in Champagner-Gold. Angeboten wird sie in den drei Designwelten "Soprano", "Tenor" und "Bass", die von hellen bis zu dunklen Innenraumkonzepten reichen.
High-End-Audiosystem aus dem Batur
Ein zentrales Merkmal der Virtuoso Collection ist das Naim-for-Mulliner-Audiosystem, das ursprünglich für den exklusiven Bentley Batur entwickelt wurde. Die Anlage arbeitet mit 21 Lautsprechern und nutzt spezielle Lautsprechermembranen, deren Technologie auf Entwicklungen des französischen Audiospezialisten Focal basiert.
Durch die besonders steifen und leichten Membranstrukturen soll eine sehr lineare Frequenzwiedergabe bei geringer Verzerrung erreicht werden. Bentley bezeichnet das System als die bislang aufwendigste Audioanlage innerhalb seines Modellprogramms.
Neue Außenfarbe Dark Teal
Ergänzt wird die Modellpflege durch die neue Metallic-Lackierung "Dark Teal". Der Farbton kombiniert ein mittleres Blau mit dezenten Grünanteilen und soll die klareren Karosserielinien des überarbeiteten Flying Spur besonders hervorheben. Mehr Eindrücke zum neuen Bentley Flying Spur gibt es in der Bildergalerie.












