Für einige Teams haben die Ferien nicht direkt mit der Zielflagge des Ungarn-Grand-Prix begonnen. Während die Kollegen schon ihre freie Zeit genießen konnten, mussten die Piloten von Alpine und Audi am Montag und Dienstag noch ein paar Extra-Einheiten am Hungaroring einlegen, um neue Pirelli-Reifen für die kommende Saison zu testen.
Am Mittwoch (29.7.) legte dann auch noch Aston Martin eine Session nach. Weil private Testfahrten während der Saison nicht erlaubt sind, wurden die Proberunden als sogenannter "Filmtag" deklariert. Die Regeln für diese Promo-Events besagen, dass nicht mehr als 200 Kilometer zurückgelegt werden dürfen. Dazu müssen spezielle Demo-Reifen aufgeschnallt sein, die andere Eigenschaften besitzen als die normalen Pirelli-Spezifikationen.
Um Rundenzeiten ging es den Ingenieuren bei der Ausfahrt allerdings nicht. Es handelte sich um eine Art ersten Shakedown mit dem überarbeiteten Honda-Motor, der nach der Sommerpause in Zandvoort seine Grand-Prix-Premiere feiern soll. Testfahrer Jak Crawford saß im Cockpit und sammelte so viele Daten, wie die maximal 45 Runden zuließen.

Während sich die Stammpiloten schon in die Ferien verabschiedet haben, musste Testpilot Jak Crawford eine Extra-Schicht schieben.
Erst Chassis- dann Motor-Upgrade
Für die Techniker boten sich bei der Testfahrt optimale Bedingungen. Weil das Grand-Prix-Wochenende nur wenige Tage her war, konnten direkte Vergleichswerte zur alten Antriebseinheit gesammelt werden. Aston Martin hatte für das letzte Rennen vor der Sommerpause ein großes Chassis-Paket geschnürt, mit dem die aerodynamische Performance deutlich gesteigert wurde.
Fernando Alonso rückte mit der B-Version des AMR-26 erstmals ins in die zweite Runde des Qualifyings vor. Im Rennen kamen beide grünen Autos vor Cadillac, Williams und Haas ins Ziel. Der Fortschritt war klar erkennbar. Nach der Sommerpause soll nun auch vom Antrieb mehr kommen. Der Honda-Motor gilt als das schwächste Triebwerk im Feld. Mit dem Doppel-Upgrade will man endgültig die Wende einleiten.

Zu viele Defekte, zu wenig Leistung - der Honda-Motor konnte im ersten Halbjahr nicht überzeugen.
Neuer Motor mit 30 PS mehr?
Dass die Japaner während der Saison ihre Power-Unit ändern dürfen, ist nur dank des neuen ADUO-Systems möglich. Auch Audi und Ferrari haben das Programm zur Angleichung der Motoren bereits genutzt. In der Winterpause bekommt Honda die Möglichkeit, noch einmal nachzulegen.
Mehr als ein Funktionstest war für Aston Martin beim Filmtag in Budapest aber wohl noch nicht drin. Neben den aufgezeichneten Telemetrie-Daten konnte sich Crawford im Cockpit immerhin am eigenen Leib überzeugen, ob die Vibrationsprobleme endlich komplett beseitigt wurden.
Nach Informationen der italienischen Webseite "it.motorsport.com" sollen die ersten Eindrücke positiv gewesen sein. Vibrationen wurden keine registriert. Auch die Spitzenleistung soll mit dem Motor-Facelift spürbar erhöht worden sein. Von bis zu 30 PS mehr ist die Rede. Damit kann Aston Martin zwar noch nicht um Siege kämpfen. Fernando Alonso und Lance Stroll dürften im Mittelfeld aber wieder regelmäßig von WM-Punkten träumen.












