Silvretta Classic 2026: Diese 5 Exoten gehen an den Start

Silvretta Classic 2026
Fünf besondere Autos beim Montafon-Klassiker

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.07.2026
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Seit fast drei Jahrzehnten gehört die Silvretta zu den bekanntesten Oldtimer-Rallys im Alpenraum. Vom 9. bis 11. Juli führt die 28. Auflage über 672 Kilometer durch Vorarlberg sowie Teile der Schweiz und Liechtensteins. Die Route führt die Fahrerteams durch idyllische Dörfer, am Walensee entlang und natürlich über die Berge der Alpen. Wer selbst schon mal bei einer Oldtimer-Rallye an den Start gegangen ist, der weiß, wie wichtig das gute Zusammenspiel von Fahrer und Beifahrer ist. Nicht nur bei den Wertungsprüfungen, sondern auch, wenn es um die Navigation mit dem Roadbook geht.

Doch fast noch spannender als die Wertung fällt jedes Jahr das Teilnehmerfeld aus. Zwischen Vorkriegsautomobilen, klassischen Sportwagen und Limousinen finden sich zahlreiche Fahrzeuge, die ihre Hersteller geprägt oder sogar Motorsportgeschichte geschrieben haben. Einige davon stechen in diesem Jahr besonders hervor.

Volvo P1800 ES (1973)

Über kaum einen Volvo kursiert ein bekannterer Spitzname als über den P1800 ES. Wegen seiner komplett verglasten Heckklappe taufte ihn die Szene einst "Schneewittchensarg". Was zunächst etwas skurril klingt, entwickelte sich längst zum Markenzeichen des Modells.

Der ES erschien 1971 als letzte Ausbaustufe der P1800-Baureihe. Statt eines klassischen Coupés entstand ein Shooting Brake mit deutlich größerem Gepäckraum. Unter der langen Haube arbeitet ein 2,0-Liter-Vierzylinder mit Benzineinspritzung und 124 PS. Sportwagenleistungen standen dabei nie im Vordergrund. Vielmehr verband der Volvo souveräne Langstreckeneigenschaften mit einer für damalige Verhältnisse hohen Alltagstauglichkeit. Genau diese Qualitäten passen bis heute gut zu einer Rallye wie der Silvretta Classic. Der P1800 ES mit der Startnummer 35 wird von Pia Riegel und Klaudia Giez pilotiert. Beide waren einst bei Germany’s Next Topmodel dabei und gehen das zweite Mal bei der Silvretta an den Start.

BMW E3 2800 Group 1 (1969)

Ende der 1960er-Jahre stand BMW vor einer wichtigen Aufgabe. Die Münchner wollten zeigen, dass eine große Reiselimousine nicht zwangsläufig behäbig sein muss. Das Ergebnis war der E3. Mit seinem laufruhigen Reihensechszylinder, ausgewogenem Fahrwerk und klarem Design entwickelte sich das Modell schnell zum Grundstein der modernen BMW-Oberklasse.

Der bei der Silvretta Classic eingesetzte E3 unterscheidet sich allerdings deutlich von einem Serienfahrzeug. Der Zusatz "Group 1" verweist auf einen historischen Tourenwagen, der nach dem damaligen Rennsportreglement aufgebaut wurde. Solche Fahrzeuge kamen Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre europaweit im Tourenwagensport zum Einsatz. Entsprechend selten bietet sich heute die Gelegenheit, einen E3 in dieser Ausführung auf öffentlichen Straßen zu erleben. Das Fahrzeug stammt aus der Wundercar Collection von Dr. Zschoke. Frank Klaas und der ehemalige Chefredakteur von auto motor und sport, Bernd Ostmann, sind mit diesem BMW unterwegs.

Porsche 911 SC (1978)

Der 911 SC markierte Ende der 1970er-Jahre einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte des Porsche 911. Eigentlich plante der Hersteller, den 928 langfristig als Nachfolger zu etablieren. Stattdessen entwickelte sich der SC zum Verkaufserfolg und bewies, dass der klassische Heckmotor-Sportwagen noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen war.

Mit seinem luftgekühlten Dreiliter-Sechszylinder, der zunächst 180 und später bis zu 204 PS leistete, verband der SC Alltagstauglichkeit mit sportlichen Fahrleistungen. Viele Exemplare legten hohe Laufleistungen zurück und gelten bis heute als besonders standfest. Ebenso standfest wie der Fahrer, der hier ins Lenkrad greifen wird. Walter Röhrl wird gemeinsam mit Stephanie Schulz im Team MAC Jeans an den Start gehen.

Audi Sport quattro S1 (1986)

Kaum ein anderes Auto steht so sehr für die Rallye-Weltmeisterschaft der 1980er-Jahre wie der Audi Sport quattro S1. Sein kurzer Radstand, der aufgeladene Fünfzylinder und der permanente Allradantrieb machten ihn zu einem der spektakulärsten Wettbewerbsfahrzeuge seiner Zeit.

Entwickelt für die Gruppe B, brachte es der S1 in seiner letzten Evolutionsstufe auf deutlich mehr als 450 PS. Gewaltige Kotflügel, markante Spoiler und der charakteristische Klang des Turbomotors machten ihn schon damals zum Publikumsliebling. Heute zählt jeder Einsatz zu den seltenen Gelegenheiten, einen der berühmtesten Rallyewagen überhaupt in Bewegung zu erleben. Heiko und Fabian Hübl steuern die Legende, allerdings nicht über die gesamte Strecke.

Zudem widmet die Schweizer Uhrenmarke Union Glashütte der Silvretta Classic eine limitierte Uhr namens Belisar Chronograph Limitierte Edition Silvretta Classic 2026. Das Design soll an die Rallye-Atmosphäre der 80er-Jahre und damit auch an den S1 erinnern.

Renault 5 Turbo 1 Cévennes (1981)

Äußerlich erinnert der Renault 5 Turbo noch an den französischen Kleinwagen, technisch trennen beide Welten. Renault versetzte den Motor hinter die Vordersitze, stellte den Antrieb auf die Hinterachse um und verbreiterte die Karosserie deutlich. So entsteht aus einem Alltagsauto ein Homologationsmodell für den Rallyesport.

Die bei der Silvretta Classic startende Cévennes-Ausführung entstand als Kundensportversion für private Rallyeteams. Ihren Namen erhielt sie nach der französischen Rallye des Cévennes, bei der Jean Ragnotti 1980 einen viel beachteten zweiten Platz erreichte. Mit verstärkter Karosserie, Überrollkäfig und weiteren Motorsport-Komponenten diente sie als Bindeglied zwischen dem Serienfahrzeug und den späteren Werksrennwagen. Bei der Silvretta 2026 sitzen Dr. Thomas Brunnhuber und Dr. Dominik Brunnhuber im Cockpit.

Die Rallye aus nächster Nähe erleben

Wer die Fahrzeuge nicht nur im Vorbeifahren sehen möchte, findet entlang der Strecke mehrere gute Anlaufpunkte. Bereits vor dem Start bietet sich in Partenen Gelegenheit, die Teilnehmerfahrzeuge aus der Nähe zu betrachten. Beim Zieleinlauf der zweiten Etappe zum Därflifäscht in Gaschurn werden viele Zuschauer erwartet. Dort treffen die Teams am Freitagnachmittag gegen 17 Uhr nach rund 300 Kilometern ein.

Den Abschluss bildet am Samstag der Zieleinlauf auf dem Kirchplatz in Schruns mit der Fahrzeugparade. Hier lassen sich viele der Klassiker noch einmal in Ruhe ansehen und häufig auch die Fahrer und Beifahrer treffen.

Im Video sehen Sie einen Ausschnitt der 23. Ausgabe der Silvretta Classic.

Fazit