Spyker hat den C8 Preliator XXV Coupé in Monterey vorgestellt. Das gezeigte, fahrbereite Exemplar trägt die Chassisnummer 270 – und Victor Muller führt Spyker wieder als CEO. Die niederländische Sportwagen-Manufaktur baut den Preliator XXV 25-mal, daher die römische XXV im Namen. Die Marke fertigt jedes Auto individuell nach den Wünschen der Kunden. Laut Spyker gingen 19 der 25 Fahrzeuge bereits vor dem Debüt weg, vor allem an frühere Spyker-Besitzer.
Audi-V8 mit 800 PS – und Handschalter
Mittig angeordnet und somit hinter den Sitzen arbeitet ein 4,0-Liter-V8-Biturbo aus dem Audi-Regal – mit 800 PS und 1.000 Nm. Jalopnik ordnet die Leistungsstufe einem Upgrade durch Abt zu. Der Motor ist an eine echte Sechsgang-Handschaltung gekoppelt. Die Niederländer versprechen eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 350 km/h.
Cockpit ohne Bildschirme
Die mit aufwändigen Metall-Kippschaltern und einem auffällig auf seinem offenliegenden Gestänge sitzenden Handschalt-Hebel ausgestatteten Spyker-Innenräume sind legendär – dieses Erkennungsmerkmal bewahrt sich die Marke: Kippschalter, analoge Instrumente und poliertes Aluminium zieren das Armaturenbrett. Die Inneneinrichter loben die "Lebendigkeit" von Metall und haben sich gegen den Einsatz von Carbon entschieden. Die einzigen digitalen Anzeigen sind ein Head-up-Display und die Rückfahrkamera im Innenspiegel. Mit diesem Screen Detox folgt Spyker einem Weg, den De Tomaso mit dem P72 bereits seit einem Jahr beschreitet. Auffallend wenige Bildschirm-Fläche liefern zudem Audi mit dem Concept C und Jaguar mit dem Type 01.
Aluminium statt Carbon
Spyker baut Karosserie und Struktur vollständig aus Aluminium. Den Spaceframe haben die Niederländer neu entwickelt und fertigen ihn in Kooperation mit Coventry Prototype Panels (CCP). Der traditionsreiche englische Karosseriebauer stellt auch die Außenhaut-Elemente des Coupés her. Die Spyker-Verantwortlichen nennen zirka 2.100 Stunden Bauzeit pro Auto. Spektakuläre Glaskuppel-Dächer scheinen bei teuren Coupés zudem ein Trend zu sein – der neue Spyker ist damit ebenso ausgerüstet wie das Morgan Midsummer Coupé.

Die Spyker-Innenräume sind mit ihren vielen Metall-Schaltern Kult - auf Bildschirme verzichten die Niederländer.
Luftfahrt-Aerodynamik
Spyker treibt das Flugzeug-Thema beim C8 Preliator besonders weit: sieben NACA-Lufteinlässe sind für unterschiedliche Kühlaufgaben da. Am Heck sitzt eine markante Finne als Verweis auf den Spyker C1 Aerocoque von 1919. Dazu kommt das Isogrid-Muster aus verschachtelten Dreiecken in Gittern und Details; Teile davon bestehen aus 3D-gedrucktem Edelstahl und sind teilweise vergoldet.
Tank hinten, Kofferraum vorn
Spyker verlegt den Tank in einen speziell crashgeschützen trapezförmigen Raum hinter die Sitze und vor den Motor – eine Anordnung, die die Marke von modernen Le-Mans-Autos ableitet. Jalopnik nennt als Zusatzgrund US-Crashvorgaben – die Niederländer verabschieden sich damit von der früheren ungewöhnlichen Positionierung der Tanks in den seitlichen Türschwellern. Das Gepäck wandert in einen Front-Kofferraum, die Schmetterlings-Türen sowie Front- und Heckhaube öffnen elektrisch.
SpykerSpyker Cars ist eine niederländische Edelschmiede, deren Ursprünge auf die historische Kutschen- und Flugzeugmanufaktur Spijker von 1898 bis zu deren Insolvenz 1926 zurückgehen. Im Jahr 1999 folgte die Wiederbelebung der Marke, die ab 2000 mit spektakulären Supersportwagen für Aufsehen sorgte. Nach einer Reihe von Pleiten durch die Übernahme von Saab schien die zweite Ära mit der Insolvenz 2021 vorläufig beendet. Im August 2026 ging es aber wieder los, als der Gründer Victor Muller mithilfe des ukrainischen Krypto-Milliardärs und Investors Volodymyr Nosov ein Comeback feierte. Dank Nosov ist Spyker jetzt Teil eines weltweiten Web-3.0- und Blockchain-Ökosystems. Auf der Monterey Car Week 2026 belebten Muller und Nosov die Marke mit dem 800 PS starken C8 Preliator XXV Coupé wieder.
Rose Gold als teure Sprenkel
Das Debütfahrzeug ist in sogenanntem Quail Green lackiert, das mit feinen Rose-Gold-Partikeln versetzt ist. Als Sitz- und Lenkrad-Bezugsmaterial nutzt Spyker "Tuscan Saddle"-Leder (warmer Orangebraun-Ton). Motortrend beziffert den Preis auf 1,6 Millionen Dollar (umgerechnet zirka 1,38 Millionen Euro), ein rose-gold-plattiertes Exterieurpaket soll 67.000 Dollar (57.786 Euro) kosten – die Serienausstattung ist poliertes Aluminium. Dramatisch wirkt das neue Abgas-Layout: Zwei große Endrohre treten auf Höhe des Heckscheiben-Fußes aus und sind schräg Richtung Himmel gerichtet.

Der ukrainische Krypto-Milliardär Volodymyr Nosov (links) ist Miteigentümer von Spyker. Er investiert in die vom niederländischen Geschäftsmann Victor Muller (rechts) gegründete Supersportwagen-Manufaktur.












