Ende Mai 2026 präsentierte Ferrari mit dem Luce sein erstes Elektromodell, was zu kontroversen Diskussionen führte. Ungeachtet der Kritik von Markenanhängern meldet die Financial Times jedoch, dass das Modell für das laufende Jahr bereits ausverkauft ist. Parallel zum Serienstart versteigert RM Sotheby's während einer Auktion am 15. August 2026 im Rahmen der Monterey Car Week in Kalifornien das "Chassis 0" für einen guten Zweck. Der Erlös geht an eine Bildungsinitiative der Ferrari Foundation.
Über 500 Exemplare: Verkaufsziele für 2026 bereits erreicht
Nach der Vorstellung des Luce entwickelte sich eine intensive Debatte, insbesondere unter traditionellen Markenfans. Die Verkaufszahlen zeichnen jedoch ein anderes Bild. Wie die Financial Times zwei Monate nach der Premiere berichtet, hat das Modell das intern gesetzte Verkaufsziel von 500 Einheiten für das Jahr 2026 bereits erreicht.
Besonders hoch sei die Nachfrage aus China, wo über 500 Kunden ein Fahrzeug bestellt haben. Die für diesen Markt vorgesehenen 88 Exemplare waren bereits 72 Stunden nach der Vorstellung vergeben. Auch auf dem nordamerikanischen Markt wird der Luce dem Bericht zufolge unerwartet gut angenommen.
Ab 550.000 Euro: Ein Ferrari für eine neue Zielgruppe
Bis zum Jahr 2030 plant Ferrari den Verkauf von rund 2.500 Luce-Modellen, was etwa 600 Exemplaren pro Jahr oder 5 Prozent des gesamten Jahresabsatzes entspricht. Mit einem Grundpreis von 550.000 Euro (vor Steuern in Europa) und 560.000 US-Dollar in den USA zählt der Luce zu den teuersten Modellen im Portfolio. Ferrari positioniert das Fahrzeug als Projekt, um technologische Fähigkeiten zu demonstrieren und eine neue Generation wohlhabender Kunden anzusprechen.
Parallel dazu stellt das Unternehmen einen besonderen Ausdruck seiner Forschungsarbeit im Bereich Design und Material vor: einen einzigartigen Ferrari Luce aus dem "Tailor Made"-Programm. Der cleane Look mit weißer Sonderlackierung und schwarzen Details erinnert an Apple-Produkte aus der Zeit des früheren Chefdesigners Jonathan "Jony" Ive. Dessen Firma LoveFrom hat den ersten Elektro-Ferrari gestaltet. Ein doppelter Bruch mit der Tradition, denn bisher hatten Ferrari einen Verbrennungsmotor und eine Karosserie von Pininfarina. Zumindest in den meisten Fällen, denn es gab auch von Bertone gestaltete Ferrari, wie etwa den Dino 308.
1,1 Millionen US-Dollar Schätzwert: Das Unikat "Chassis 0"
Das Exterieur des Auktionsfahrzeugs ist in einem exklusiven "Madreperla Semi-Gloss"-Finish lackiert, das speziell für dieses Modell entwickelt wurde. Ein dediziertes Pigment erzeugt irisierende Reflexe, die je nach Lichteinfall zwischen Grün und Violett changieren. Der halbglänzende Lack soll die Tiefe des Perlmutteffekts erhalten und gleichzeitig eine Balance zwischen glänzenden und matten Oberflächen schaffen, um die skulpturale Form des Autos zu betonen.
Der Innenraum bietet eine neue Interpretation von Helligkeit durch die Verwendung von Le Mans Metallic-Leder in der Farbe "Perla". Dessen reflektierende Eigenschaften sollen die Lichtdiffusion im Innenraum unterstützen. Sekundäre Elemente sind erstmals in Grigio Corvara statt in traditionellem Schwarz gehalten, um die visuelle Kontinuität zu stärken.
100 Prozent des Erlöses für die Ferrari Foundation
Zahlreiche Details wurden spezifisch für diese Konfiguration entwickelt, darunter eigene Felgen, maßgeschneiderte Bremssättel und das Ferrari-Logo auf einem optisch weißen Hintergrund. Das Fahrzeug ist als "Chassis 0", das erste Produktionschassis des Luce-Programms, identifiziert und mit einer Plakette versehen. Es gilt als Ausdruck der Möglichkeiten des Ferrari Tailor Made-Programms.
Der Schätzpreis des Unikats liegt bei 1.100.000 US-Dollar und damit doppelt so hoch wie der Listenpreis. Die Versteigerung dient der Unterstützung der Bildungsinitiativen von Ferrari. Der gesamte Erlös kommt der Ferrari Foundation zugute.





