Diesen Bugatti EB110 GT hat 1994 der Monegassische Importeur Monte Carlo Royal Motors ausgeliefert. Erstbesitzer war Gualtiero Giribaldi, der den Supersportwagen in Rosso Scuro mit zweifarbig grauem Interieur bestellt hatte. 2005 wechselte das Fahrzeug bei einer Bonhams-Auktion in Monaco den Besitzer – mit damals gut 7.000 Kilometern auf dem Tacho.
Der Käufer: HSH Sheikh Nasser Mohammed Al-Ahmed Al-Sabah, Emir von Kuwait und Premierminister. In seiner Sammlung blieb der EB110 für 17 Jahre. Bewegungsprofil in dieser Zeit: praktisch keines. Der Emir seine Sammlung 2023 versteigern ließ, standen lediglich rund 7.105 Kilometer auf dem Kilometerzähler.
Klima-Spuren nach 17 Jahren Standzeit
Optisch präsentierte sich der Bugatti gepflegt, technisch jedoch zeigte die lange Standzeit Wirkung. Staub, oberflächliche Korrosion und klimabedingte Einflüsse – insbesondere durch Luftfeuchtigkeit und Meeresnähe – machten eine umfassende technische Überarbeitung erforderlich. Immerhin war der EB110 inzwischen rund 30 Jahre alt.
Der neue Eigentümer beauftragte daraufhin das luxemburgische Unternehmen Art & Revs mit einer vollständigen Restaurierung und dem Verkauf.
Komplettzerlegung bis aufs Chassis
Die Restaurierung erfolgte als sogenannte "Nut-and-Bolt"-Restauration. Spezialisten haben das Fahrzeug wurde bis auf das Kohlefaser-Chassis zerlegt, sämtliche mechanischen Komponenten überarbeitet oder erneuert. Originallack und ursprüngliche Oberflächenbehandlungen blieben erhalten.
Das Ergebnis war 2024 erstmals im Rahmen der Monterey Car Week beim renommierten The Quail Concours zu sehen, 2025 folgte ein Auftritt bei der Retromobile in Paris. Laut Anbieter befindet sich der EB110 GT heute technisch und optisch in einem Zustand, der dem Auslieferungszustand von 1994 entspricht. Eine umfangreiche Dokumentation der Arbeiten liegt vor.

Spezialisten haben diesen wenig gefahrenen Bugatti EB110 GT bis auf die kleinste Schraube zerlegt und restauriert.
Technik-Ikone der 1990er
Der Bugatti EB110 galt Anfang der 1990er als einer der technologisch ambitioniertesten Supersportwagen seiner Zeit. Herzstück ist ein 3,5-Liter-V12 mit fünf Ventilen pro Zylinder und vier IHI-Turboladern. Im GT leistet das Aggregat 560 PS und mobilisiert 611 Newtonmeter Drehmoment.
Die Kraft geht über ein manuelles Sechsganggetriebe an einen permanenten Allradantrieb mit zentraler Visco-Sperre (27 zu 73 Prozent zwischen vorn und hinten). Das Resultat: null auf 100 km/h in 3,49 Sekunden, 342 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das Kohlefaser-Monocoque, die Aluminium-Karosserie, der automatisch ausfahrende Heckflügel und die markanten Scherentüren unterstreichen den Hightech-Anspruch der Marke in ihrer ersten Wiederauferstehungsphase.
Vom EB110 GT entstanden rund 96 Exemplare – entsprechend selten sind Fahrzeuge mit klarer Historie und geringer Laufleistung.

Die Geschwindigkeits-Anzeige des Bugatti EB110 GT reicht bis zur 400-km/h-Marke - maximal ist der Supersportwagen 342 km/h schnell.
Angebot bei Art & Revs in Luxemburg
Chassisnummer 071 ist nun über Art & Revs in Luxemburg angeboten. Den Preis erfahren ernsthafte Interessenten auf Anfrage. Angesichts der Kombination aus prominenter Provenienz, dokumentierter Komplettrestaurierung und minimaler Laufleistung dürfte sich das Fahrzeug preislich im oberen Marktsegment bewegen.












