Elektro oder Plug-in-Hybrid: Was ist das Richtige für mich?

E-Auto oder Plug-in-Hybrid Entscheidungshilfen
E-Auto vs. Plug-in - was ist das Richtige für mich?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.01.2026
Als Favorit speichern

Am Montag ist es endlich so weit, die Bundesregierung gibt bekannt, wie sie künftig Autokäufer bei der Anschaffung eines elektrifizierten Modells unterstützen möchte. Wer diese Gelegenheit der neuen staatlichen E-Auto-Förderung nutzen und vom konventionellen auf einen alternativen Antrieb umsteigen will, hat die Qual der Wahl: rein elektrisch fahren oder teilzeitstromern. Vorteile und Nachteile bieten beide Konzepte. Welches das richtige ist, muss jedoch jeder für sich selbst herausfinden. Die Antworten auf die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei.

Kommt ein E-Auto nur dann infrage, wenn ich daheim laden kann?

Eine Lademöglichkeit im eigenen Zuhause hilft natürlich ungemein, wenn man ein Auto mit reinem Elektroantrieb nutzt. Wer daheim eine Wallbox installiert hat, profitiert von der größtmöglichen Flexibilität und kann sein Fahrzeug immer dann laden, wenn es gerade passt. Zudem lässt sich bares Geld sparen; insbesondere dann, wenn auf dem Dach des Eigenheims eine PV-Anlage Sonnenenergie einsammelt und diese in günstigen Ladestrom für das Elektroauto umwandelt. Doch auch, wer seinen Hausstrom in Hoch- und Niedertarifen bezieht und beispielsweise vorrangig nachts lädt, wenn der Strom aufgrund geringer Netzauslastung billiger ist, kann das eigene Portemonnaie schonen.

Ich kann nicht daheim laden. Ist ein E-Auto dann raus?

Nicht zwangsläufig. Immer mehr Arbeitgeber bieten ihren Beschäftigten die Möglichkeit, elektrifizierte Autos auf dem Firmenparkplatz zu laden. Das ist fast genauso flexibel wie die heimische Wallbox, sofern man regelmäßig am Arbeitsplatz erscheint und nicht hauptsächlich aus dem Homeoffice arbeitet. Denn dann müssen eigentlich nur Urlaubs- und Krankheitsphasen überbrückt werden, was angesichts der hierzulande immer weiter voranschreitenden Ladeinfrastruktur jedoch kaum noch ein Problem darstellt.

Schwieriger wird es für Menschen, die weder daheim noch am Arbeitsplatz eine sichere Lademöglichkeit vorfinden. Diese sollten ein reines E-Auto nur dann in Erwägung ziehen, wenn sie davon ausgehen, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur weiterhin zügig und flächendeckend vonstattengehen wird. Oder wenn sie ein passendes Fahrprofil aufweisen. Wer nur wenige Kilometer mit dem eigenen Auto fährt, kommt gegebenenfalls auch mit der öffentlichen Ladeinfrastruktur über die Runden.

E-Auto vs. Plug-in-Hybrid BEV PHEV Entscheidungsbaum
Eduard Morlang

Ich fahre nur wenige Kilometer. Welches Auto passt zu mir?

Mit einem Elektroauto dürften Wenigfahrer selten bis nie in Reichweitenprobleme kommen – selbst dann, wenn ihnen eine sichere Lademöglichkeit fehlt. In diesem Fall könnten sogar Modelle mit kleinem Akku infrage kommen, denn diese sind in der Anschaffung meist deutlich günstiger als ihre Geschwister mit XXL-Batterie. Beim Wocheneinkauf oder Restaurantbesuch ergeben sich sicher genug Möglichkeiten, den nötigen Strom nachzutanken. Wenn alle Stränge reißen, fährt man zur nächsten Tankstelle mit Lademöglichkeit. Immer mehr Tankstellenbetreiber stellen nämlich Schnelllader neben ihren Zapfsäulen auf – und die 15 bis 20 Minuten Wartezeit lassen sich gut bei Kaffee und Croissant überbrücken.

Vielfahrer und E-Auto – passt das?

Grundsätzlich schon, denn auch die Ladeinfrastruktur an den Fernstraßen wächst unaufhörlich weiter. Nicht zuletzt im Rahmen des Deutschlandnetzes: Dieses Förderprogramm stellt Gelder für Tankstellen- und Rasthofbetreiber bereit und fordert von diesen im Gegenzug einen kontinuierlichen Ausbau des Ladenetzes ein.

Die Abwägung zwischen einem reinen Elektroauto mit idealerweise größerem Akku und einem Plug-in-Hybriden basiert eher auf der Frage, wie groß der Termindruck während der Touren ist. Ist er gering, lassen sich locker Ladepausen einplanen, in denen man arbeiten oder für das leibliche Wohl sorgen kann. Wer dagegen möglichst schnell möglichst viele Kilometer fressen muss, sollte eher zum Auto mit PHEV-Antrieb greifen. Speziell dann, wenn keine sichere Lademöglichkeit zur Verfügung steht.

BEV oder PHEV – wo sind die Unterhaltskosten niedriger?

Pauschal lässt sich das nicht sagen, denn das hängt stark vom jeweiligen Fahrprofil und der eigenen Ladesituation ab. Wer viel fährt und über keine Lademöglichkeit daheim oder beim Arbeitgeber verfügt, muss entsprechend oft am Schnellladepark in Autobahnnähe laden und dort vergleichsweise hohe Stromtarife zahlen. Das Kostendelta zu einem PHEV-Modell fällt dann wahrscheinlich eher gering aus – zumindest dann, wenn dieses dann betankt wird, wenn der Sprit am günstigsten ist.

Wer beim Tanken dagegen wenig kostensensibel agiert, wird mit dem PHEV fast immer teurer fahren als mit einem reinen Stromer. Zumal dieser in Sachen Unterhaltskosten weiterhin auf eindeutige Vorteile vertrauen kann: E-Autos sind voraussichtlich noch viele Jahre von der Kfz-Steuer befreit, haben weniger Verschleißteile an Bord, die regelmäßig erneuert werden müssen (beispielsweise Bremsbeläge) und auch die Versicherungstarife sind bei ihnen in der Regel günstiger als bei Hybrid- oder Verbrennermodellen. Orientiert man sich also vorrangig am "Total Cost of Ownership" (TCO), wird man mit einem Elektriker auf Dauer sehr wahrscheinlich günstiger fahren. Erst recht dann, wenn die weiterhin in der Regel recht hohen Anschaffungskosten durch die E-Auto-Förderung abgemildert werden.

Fazit