Das finnische Unternehmen Donut Lab sorgt auf der CES 2026 in Las Vegas für Aufsehen. Es stellt die erste kommerziell verfügbare, produktionsreife Festkörperbatterie vor. Laut Hersteller soll sie die Elektromobilität revolutionieren – von Motorrädern über Nutzfahrzeuge bis hin zu Drohnen.
Technische Daten laut Hersteller
Donut Lab gibt nicht viele technische Daten an. Immerhin verspricht das Unternehmen, dass die Batterie eine Energiedichte von 400 Wh/kg erreicht und in nur fünf Minuten vollständig aufgeladen werden kann. Die Lebensdauer soll bis zu 100.000 Ladezyklen betragen, und extreme Temperaturen von -30 °C bis 100 °C sollen die Kapazität zu über 99 % erhalten. Außerdem soll die Batterie sicher sein, bei Beschädigung nicht brennen und aus weit verbreiteten, kostengünstigen Materialien bestehen.
Die erste praktische Anwendung erfolgt in den Motorrädern Verge TS Pro und TS Ultra. Hier soll die Batterie die Reichweite auf bis zu 600 km erhöhen und die Ladezeit auf weniger als zehn Minuten verkürzen. Donut Lab positioniert diese Fahrzeuge als "Proof of Concept", um die Technologie später auch in Autos, Nutzfahrzeugen oder als Bestandteil von Fahrzeugstrukturen einzusetzen. Bei so viel Superlativen stellt sich doch die Frage nach der Kehrseite oder zumindest nach der genauen Zellchemie oder der Produktionsmethode.
Skepsis von Experten
Trotz des Hypes bleiben viele Fragen offen. Prof. Dr. Volker Fichtner, Experte für Energiespeicher, äußerte auf LinkedIn deutliche Zweifel: "Die Festkörperbatterie der Firma Donut ist gerade dabei, eine Menge Aufregung zu erzeugen, ein echtes Wunderteil. Ich hab mir das viel gehypte Video mal angeschaut. Das macht mich eher noch skeptischer. Man kann zu diesem Wunderteil nichts sagen. Es gibt kein Zelldesign, es gibt keine Materialien, es gibt keine Produktionsmethode, geschweige denn eine Produktionslinie, die gezeigt würde. Und Daten zur Performance sowieso nicht."
Fichtner verweist außerdem auf fehlende Transparenz im Webauftritt des Unternehmens: "Da kann man nicht mal einen Podcast zu machen. Oder er wird sehr kurz… Ach ja. Auf deren Webseite gibt es auch kein Impressum."
Wir dürfen also gespannt sein, ob die neue Donut-Batterie tatsächlich bald in großer Stückzahl auf der Straße sehen werden.












