Police Interceptor Utility Vehicle with Sanitization Software Ford
Police Interceptor Utility Vehicle with Sanitization Software
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Police Interceptor Utility Vehicle with Sanitization Software 11 Bilder

Coronafreie Polizeiautos: Desinfektions-Hitze aus der Klimaanlage

Coronafreie Polizeiautos Ultraheiße Klimaanlage grillt Viren

Ford rüstet seine US-Polizeiautos mit einer Software aus, die das Abtöten von Corona-Viren durch Klimaanlagen-Hitze ermöglicht.

Fords neue Anti-Corona-Software wurde speziell für den Einsatz in Polizeiautos entwickelt, wird jetzt aber bereits in weiteren Spezialfahrzeugen getestet. Nach dem Update lässt sich die Innentemperatur der Fahrzeuge auf über 56 Grad erhöhen. Nach 15 Minuten Hitzebehandlung sollen so 99 Prozent aller sich im Innenraum befindlichen Corona-Viren abgetötet sein. Um die optimale Temperatur und den Wirkzeitraum zu ermitteln, arbeitete Ford mit der Ohio State University zusammen. Die Versuchs-Polizeifahrzeuge stammen vorwiegend aus New York und Los Angeles.

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Die Software ermöglicht ein Aufheizen des Innenraums auf eine Temperatur, der Corona-Viren nicht stand halten.

Einsatz von Bordmitteln

Hau Thai-Tang, bei Ford Chefentwickler und Einkaufsbeauftragter in Personalunion, erklärt, wie man auf die Idee mit der Überhitzung gekommen sei: Man habe sich angesehen, was die Autos bereits an Ausrüstung haben. Schnell sei man auf den Hitze erzeugenden Antriebsstrang und die Wäremkontrollsysteme, also die Klimaanlage, gekommen. Da Polizisten oft als Erste an Einsatzorten sind, und somit für sie die Gefahr einer Infektion besonders hoch sei, habe man zuerst Polizeiautos mit dem neuen Desinfektionssystem ausgerüstet. Die Temperaturerhöhung auf über 56 Grad für mindestens 15 Minuten desinfiziert alle Teile im Auto, mit denen die Insassen in Berührung kommen. Die Verringerung der Corona-Viren um 99 Prozent hat Jesse Kwiek, Laborleiter der Abteilung für Mikrobiologie an der Ohio State University, bestätigt.

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Ein Ford Entwickler spielt probeweise die neue Steuerungssoftware auf.

Überwachung mit Signalmuster

Während der Aufwärmphase blinken die Signallichter der Polizeiautos in einem bestimmten Muster. Dieses Blinkmuster ändert sich zum Ende der Heizphase, womit eine Überwachung des Desinfektionsvorgangs möglich ist. Außerdem zeigt das Kombiinstrument den Ablauf der Desinfektion an. Nach 15 Minuten kühlt die Klimaanlage den Fahrzeuginnenraum wieder aktiv ab.

Ford betont, dass mithilfe der Hitze-Desinfektion auch manuell nur schwer zugängliche Bereiche wie schmale Spalte erreichbar sind. Außerdem lässt sich so der Einsatz chemischer Desinfektionsmittel verringern.

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Überwachung der Temperatur mit Präzisions-Thermometern - die Anzeige erfolgt, wie in den USA üblich, in Fahrenheit. 152,2 Grad Fahrenheit entsprechen fast 67 Grad Celsius.

New Yorker Polizei schlug Alarm

Bereits seit März arbeitet Ford an der Methode zur Desinfektion mit Hitze. Damals machte die New Yorker Polizei darauf aufmerksam, dass die Beamten Fahrzeuge benötigen, die sich sicher und einfach desinfizieren lassen. Schließlich transportieren die Polizisten in Notfällen auch Patienten mit Corona-Verdacht ins Krankenhaus oder nehmen Verdächtige mit, bei denen Corona noch nicht sichtbar ausgebrochen ist.

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Bei modernen Polizeifahrzeugen lässt sich der Desinfektions-Heiz-Vorgang per App von außen steuern.

Teilweise per Tempomat freischaltbar

Große Polizeistationen mit eigenen Service-Centern können ihre Fahrzeuge selbst mit der neuen Klimaanlagen-Steuerungs-Software updaten – bei den anderen ist ein Werkstattbesuch nötig. Und bei neueren Modelljahren reicht es, die Tempomattasten in einer bestimmten Reihenfolge zu drücken, um die Hitze-Desinfektion freizuschalten. Als mögliche Einschränkung weist Ford darauf hin, dass spezielle Fahrzeugeinbauten, wie beispielsweise Trennwände, dazu führen können, dass die notwendige Höchsttemperatur nicht erreichbar ist.

Umfrage

239 Mal abgestimmt
Hätten Sie auch gerne ein Hitze-Desinfektionssystem für Ihr Auto?
Ja, das würde ich mindestens einmal pro Tag anwerfen.
Nein, da hätte ich Sorge, dass mich das aus Versehen röstet.

Fazit

Honda schützt bei für die Stadt Detroit umgerüsteten Odyssey den Fahrer mit einer Überdruckkabine vor Corona-Viren – dieser Überdruck erfolgt durch eine clevere Steuerung der Lüftung. Ford hat jetzt eine ebenso clevere Klimaanlagen-Steuerung entwickelt, die das Abtöten von Corona-Viren per Hitze ermöglicht. Die Autohersteller haben immer mehr sinnvolle Ideen, die helfen, die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen.

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