Gerade die Innenraumheizung zählt bei E-Autos zu den größten Reichweitenfressern im Winter. Sie muss den Innenraum in ein für die Insassen angenehmes Temperaturfenster bringen und dieses halten, ohne dabei die Abwärme der Antriebskomponenten nutzen zu können. Entsprechend hoch ist ihr Energiebedarf in der kalten Jahreszeit. Dennoch sieht Mahle Potenzial, den Energiebedarf bei der Klimatisierung von Elektrofahrzeugen zu senken – und zwar um satte 20 Prozent im Vergleich zu konventionellen Abluftsystemen. Das soll die Reichweite pro Batterieladung vergrößern.
10 Extra-Kilometer beim Mittelklasse-E-Auto
In konkreten Tests mit seinem neuen Wärmerückgewinnungssystem "HeatX Range+" konnte Mahle eigenen Angaben zufolge bei einem typischen Mittelklasse-Elektrofahrzeug bei minus 7 Grad Außentemperatur und plus 20 Grad Innenraumtemperatur die Reichweite um knapp zehn Kilometer steigern. Das erscheint zunächst überschaubar, ist im Winteralltag jedoch ein relevanter Zugewinn. Zudem sorgt die kontinuierliche Zufuhr von sauerstoffreicher Frischluft dafür, dass Scheiben weniger schnell beschlagen und das Raumklima stabil bleibt. Von Letzterem profitiert die Innenraumluftqualität.
Technisch nutzt das HeatX-Range+-System den Verdampfer der Klimaanlage, um Wärmeenergie aus der Abluft des Innenraums zurückzugewinnen. Die aus dem Fahrgastraum nach außen abgeführte Luft erwärmt dabei das Kältemittel im Verdampfer. Dieses gibt seine gespeicherte Energie anschließend an die angesaugte Frischluft ab. So wird diese vorgewärmt, bevor sie in den Innenraum gelangt. Der Heizleistungsbedarf sinkt entsprechend – ohne negative Auswirkungen auf Luftdurchsatz oder Geräuschverhalten der Klimaanlage.
Wenig Aufwand für die Autohersteller
Für die Autohersteller dürfte besonders das modulare Design interessant sein: Die HeatX-Range+-Technik lässt sich laut Mahle vergleichsweise einfach und kostengünstig in bestehende Fahrzeugarchitekturen integrieren. Ausgelegt ist die aktuelle Version auf das Kältemittel R1234yf; Anpassungen an alternative Kältemittel sollen jedoch mit geringem Aufwand möglich sein. Damit adressiert HeatX Range+ nicht nur Effizienz- und Reichweitenthemen, sondern auch die wirtschaftliche Integration in kommende Elektrofahrzeug-Generationen.












