Stellantis-Europachef Emanuele Cappellano hat bei einem Pressetermin im italienischen Wirtschaftsministerium die Weiterentwicklung der GSE-Motoren (Global Small Engine) und damit zusammenhängende Investitionen bestätigt. Die auch als FireFly bekannten Triebwerke sollen für die kommende Euro-7-Norm vorbereitet und noch bis weit in die 2030er-Jahre hinein produziert werden.
FireFly sichert italienischen Standort
Die GSE-Triebwerke gehören zur modularen Benzinmotoren-Familie, die auf Aluminiumblöcke und MultiAir-Technologie setzt. Entwickelt wurden die FireFly-Triebwerke von FCA (Fiat Chrysler Automobiles). Erste Aggregate kamen 2026 in Südamerika auf den Markt. In Europa waren FireFly-Triebwerke ab 2018 im Einsatz. Für Europa werden die GSE-Motoren im italienischen Werk Termoli gefertigt, das mit der Ankündigung Cappellanos über Jahre hinaus ausgelastet und damit gesichert wäre. In Termoli sollen zudem ab 2026 jährlich rund 300.000 Einheiten vom neuen e-DCT-Doppelkupplungsgetriebe für die elektrifizierten Fahrzeuge gefertigt werden.
Die im europäischen Markt erhältlichen FireFly-Versionen umfassen den 1.0 T3 Dreizylinder (mit oder ohne Turbolader), den 1.3 T4 Vierzylinder (mit Turbolader, auch in Plug-in-Hybridsystemen) und den 1.5 T4 Vierzylinder speziell für e-Hybridsysteme (48-V-Mild-Hybrid).
FireFly statt PureTech
Mit der Ankündigung von Cappellano dürfte sich die Motorenbalance im Stellantis-Konzern deutlich verschieben. Nachdem Stellantis bereits im Sommer 2025 angekündigt hat, die Motorenproduktion im französischen Werk Douvrin, der Heimat der PureTech-Motoren, voraussichtlich 2026 einzustellen, vermuten Beobachter, dass die weiterentwickelten FireFly-Triebwerke flächendeckend die ehemals von PSA entwickelten PureTech-Motoren verdrängen werden.
Die französischen PureTech-Aggregate (siehe Bildergalerie) waren zunehmend wegen ihrer Unzuverlässigkeit in Verruf gekommen. Thematisiert wurde dabei hauptsächlich der im Motoröl laufende Zahnriemen zur Ventilsteuerung, der für zahlreiche Motorschäden verantwortlich war. Unter dem Italiener Antonio Filosa, der seit Juni 2025 neuer Stellantis-Konzernchef ist, könnte die Waage damit ein weiteres Mal Richtung Italien ausschlagen. Filosas Vorgänger Carlos Tavares hatte noch eine Ausmusterung der FireFly-Motoren in Europa zugunsten der PureTech-Aggregate vorangetrieben.
Aktuell werden FireFly-Triebwerke im Fiat 500 und Fiat Panda mit 1.0 Mild-Hybrid, im Fiat 500X als 1.0 und 1.5 e-Hybrid sowie im Fiat Tipo 1.5 e_Hybrid verbaut. Ebenfalls auf FireFly-Motoren setzen Jeep Renegade und Compass (1.0, 1.3 und 1.5 e-Hybrid) sowie der Alfa Tonale (1.3 und 1.5 e-Hybrid).












