Rivian hat ein Patent für ein Offroad-Navigations- und Fahrsystem beantragt. Dabei muss sich nicht mehr der Fahrer allein an das Gelände herantasten, sondern das Fahrzeug hilft aktiv dabei, kritische Passagen zu meistern. Im Zentrum steht ein virtueller Offroad-Guide, der auf realen Fahrdaten basiert und diese für andere Nutzer nutzbar macht. Damit verschiebt sich der Fokus auch im Gelände vom reinen fahrerischen Können hin zur datenbasierten Unterstützung.
Grundlage des Systems sind sogenannte Trace-Parameter von Fahrzeugen, die eine Strecke bereits absolviert haben. Dazu zählen nicht nur präzise Positionsdaten, sondern auch Lenkwinkel, Beschleunigung, Drehmoment, Fahrhöhe, Rekuperationsstärke und der gewählte Fahrmodus. Diese Daten speichert das System in der Cloud, damit sie anderen Rivian-Fahrern als Leitfaden dienen können. Anders als klassische Karten zeigt das System also nicht nur, wo ein Trail verläuft, sondern wie ihn andere Rivians vorher gemeistert haben.
Assistenz statt Orientierung
Während bestehende Dienste wie onX oder MapOut Offroad-Fahrern vor allem bei Planung und Navigation helfen, greift Rivians Konzept direkt ins Fahrerlebnis ein. Wählt der Nutzer einen Trail, kann er zwischen Erfahrungsstufen wie Anfänger, Fortgeschrittener oder Experte wählen. Das Fahrzeug passt daraufhin Einstellungen wie Fahrhöhe, Antriebskonfiguration oder Rekuperation automatisch an. Ergänzend können Fahrerassistenzsysteme unterstützen, etwa bei der Dosierung von Gas oder beim Lenken.
Ein zentrales Element des Patents ist die direkte Kommunikation mit dem Fahrer. Hinweise auf dem Display enthalten auf Wunsch Empfehlungen zur Geschwindigkeit, zur idealen Linie oder zum Verhalten an Hindernissen. Das reicht von allgemeinen Sicherheitstipps bis hin zu sehr konkreten Anweisungen für einzelne Passagen. Der virtuelle Guide ersetzt damit teilweise einen erfahrenen Beifahrer.

Auf Wunsch gibt der Offroad Guide Tipps zum Meistern der Passage - oder er nimmt selbst die richtigen Einstellungen am Fahrzeug vor.
Abhängigkeit von der Community
Das System lebt davon, dass ausreichend hochwertige Fahrdaten vorhanden sind. Diese können entweder von erfahrenen Nutzern stammen oder Rivian generiert sie selbst. Erst wenn ein Trail mehrfach und sauber erfasst ist, entsteht ein belastbarer digitaler Guide.












