Bei insgesamt 5,48 Metern Außenlänge wächst der Radstand beim Maybach S 580 im Vergleich zur Langversion der Standard-S-Klasse von 3,22 auf 3,40 Meter. Schon optisch grenzt sich unser Testwagen deutlich von dieser ab: viel Chrom, Maybach-Muster in den Lufteinlässen, eigene Embleme an der C-Säule. Dazu kommt eine Olive-Metallic-Lackierung aus dem Manufaktur-Programm, die da im Sonnenlicht an der Côte d’Azur schimmert. Im Inneren setzt diese S-Klasse auf Nappaleder in Tabak/Schwarz, das ebenfalls aus der hauseigenen Individualisierungslinie stammt. Erhaben und elegant steht der Maybach als S 580 4-Matic da – und lädt zur ersten Testfahrt ein.
Schweben statt fahren
Die Fondpassagiere genießen eine üppige Beinfreiheit und auf Wunsch nun auch eine Wadenmassage. Während sie die leichten Vibrationen in der Beinauflage spüren, fällt kaum auf, wenn sich der Maybach in Bewegung setzt. Zum einen, weil der 4,0-Liter-V8 sanft anspringt und die neuen Lanchester-Ausgleichswellen dessen Schwingungen noch besser beruhigen. Zum anderen, weil serienmäßig ein Luftfahrwerk an Bord ist. Die neue intelligente Dämpferregelung setzt auf Datenaustausch innerhalb der Mercedes-Modelle (Car-to-X). Die automatische Niveauregulierung lässt den Maybach förmlich über den Asphalt gleiten – wie ein Schiff durch ruhige See. Eintauchen und Federn der Karosserie bei Unebenheiten werden sanft geglättet und heben den Maybach beim Komfort nochmals von der Mercedes S-Klasse ab. Diese Limousine ist weniger Fortbewegungsmittel als rollender Ruhepol.
Dazu tragen auch zusätzliche Dämmmaßnahmen bei, die im gesamten Fahrzeug umgesetzt wurden. Auf die "Active Road Noise Compensation", also aktive Geräuschunterdrückung per Gegenschall über die Lautsprecher, konnte Mercedes im Vergleich zum Maybach-Vorgängermodell deshalb verzichten.
Harmonie für alle Insassen
So sehr der Maybach auch zum Chauffiertwerden einlädt, nehmen wir bei auto motor und sport das Lenkrad am Ende doch lieber selbst in die Hand. Dabei fällt auf, wie leichtgängig und sanft sich diese Limousine dirigieren lässt. Die serienmäßige Hinterradlenkung mit 4,5 Grad Lenkwinkel sorgt für zusätzliche Stabilität bei höherem Tempo – und macht die S-Klasse zugleich so handlich, dass man fast vergisst, wie lang sie tatsächlich ist. Man fühlt sich stets mit dem Fahrzeug verbunden und gleichzeitig angenehm entkoppelt vom Stress der Außenwelt.
Leichtfüßig nimmt das rund 2.500 Kilogramm schwere Luxusgefährt den Gasbefehl an. Dabei rückt der sonst unauffällig im Hintergrund arbeitende V8 stärker ins Bewusstsein. Seine 537 PS werden von einem Mildhybrid-System unterstützt, das einen zusätzlichen Boost von 17 kW beisteuert. Eine kraftvolle Harmonie, ohne prolligen Auftritt. Die Werksangabe von 4,5 Sekunden von Null auf Hundert unterstreicht die Potenz dieses Antriebs.
Jetzt neu: der Maybach-Fahrmodus
Der neu eingeführte "Maybach"-Fahrmodus stellt den Insassenkomfort in den Mittelpunkt: Nicht nur bei der Federung, sondern auch bei der Schaltstrategie der Neungang-Wandlerautomatik, die hier besonders geschmeidig abgestimmt ist, um Ruckeln bestmöglich zu vermeiden. Eine kurze Übersetzung der unteren Gänge (1 bis 5) gehört zum Maybach-Konzept, um einen kräftigen Antritt zu ermöglichen. Die höheren Gänge (7 bis 9) sind entsprechend länger übersetzt – passend zur Komfort- und Geräuschstrategie. Eleganz, Komfort und Ruhe, das soll sich einfach auf jedes Detail der Maybach S-Klasse beziehen.
Fazit
| Mercedes S-Klasse Maybach S 580 | |
| Außenmaße | 5484 x 1921 x 1510 mm |
| Kofferraumvolumen | 500 l |
| Hubraum / Motor | 3982 cm³ / 8-Zylinder |
| Leistung | 395 kW / 537 PS bei 5500 U/min |
| Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h |







