Dartz aus Lettland blickt auf eine beeindruckende Historie geschmacklicher Entgleisungen zurück, hat sich bislang allerdings mit den "Prombron"-Modellen auf schwere Geländewagen konzentriert. Jetzt haben sich die Macher der gerne auch mal vergoldeten Protz-SUV auf die Mercedes V-Klasse gestürzt, mit dem erwartbaren Ergebnis: Man weiß gar nicht, wo man zuerst wegsehen soll.
Hotel-Shuttle mit Schock-Effekt
Angeblich wegen der Bestellung eines Hotels, das seine nervenstarke Kundschaft in solch einem Van transportieren möchte, ist das Projekt "Pullman Shere Khan" entstanden. Nach Art des Hauses ist die Farbe Gold ein wesentlicher Bestandteil der Umgestaltung. Hinzu kommen vor allem an der Front reichlich neue und reichlich kantige Karosseriebauteile, bei denen auch mit Luftschlitzen nicht gespart wurde.
Ein vorderer Dachspoiler mit seitlichen Zusatzscheinwerfern soll offenbar den Mercedes-AMG G63 6x6 zitieren, am unteren Ende der A-Säule wurden technisch sinnfreie Applikationen im Scharnier-Look befestigt. Ganz besonders apart ist der Kühlergrill mit einem dreidimensionalen Löwenkopf (selbstverständlich beleuchtet). In der Beschreibung verspricht Dartz allerdings, dass sich der Kühlergrill einfach und mit wenigen Handgriffen austauschen lässt, was eine der besseren Ideen des Umbaus sein dürfte.
Recht ratlos macht die seitliche Beplankung in Schwarz mit den ausgeschnittenen Türgriff-Mulden, deren Form von einer goldfarbenen Verkleidung auf den hinteren Seitenscheiben fortgesetzt wird. Komplettiert wird das Ganze mit Felgen im Maybach-Design. In der Außenansicht lassen sich Sitze mit Karo-Steppung und zweifarbiger Ausführung erkennen.
Exotisches Leder
Vom Innenraum hat Dartz keine Bilder veröffentlicht, wofür wir uns ausdrücklich bedanken. Immerhin verspricht der lettische Tuner aber, man würde Maybach-Sitze, einen alten Fernseher im Holzgehäuse, viel Holz und ein altes Handy als Einbau integrieren. "Es wird kein Eco-Leder geben, sondern nur Naturleder – und natürlich exotisch", schreibt Dartz. Welches exotische Leder tatsächlich zum Einsatz kommt, will man auch nicht so genau wissen, frühere Sitzbezüge von Dartz-Modellen entstanden aus Walfisch-Geschlechtsteilen. Eine ausführliche Bestückung des Interieurs mit Echtgold wird zusätzlich in Aussicht gestellt.
Was das Ganze kosten soll, verrät Dartz ebenso wenig wie ein Premieredatum des Autos, das derzeit nur im Computer existiert. Hilfreich wäre auch die Angabe des Hotels, in dem die aufgeprotzte V-Klasse zum Einsatz kommen soll, damit man sich notfalls nach einer alternativen Unterkunft umsehen kann.







