Formel 1: Upgrade-Plan: Wann kommt der Mercedes-Macarena?

Upgrade-Plan bis Saisonende
Wann kommt der Mercedes-Macarena?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.08.2026
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Kimi Antonelli - Mercedes - GP Miami 2026
Foto: xpb

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als könne sich Mercedes in der zweiten Saisonhälfte entspannt zurücklehnen. Nach den ersten 11 Rennen hat das Silberpfeil-Team 72 Punkte Vorsprung in der Konstrukteurswertung vor Ferrari. McLaren und Red Bull brauchen schon ein kleines Wunder, wollen sie noch einmal ein Wörtchen im Kampf um den Titel mitsprechen.

Doch ganz so sicher sollte man sich im Silberpfeil-Lager nicht sein. Von dem großen Vorsprung, der zu einer langen Siegesserie zu Saisonbeginn führte, ist in den letzten Rennen nicht mehr viel übrig geblieben. Die Verfolger haben den Rückstand mit aggressiven Upgrade-Programmen immer weiter reduzieren können.

Die unterschiedlichen Entwicklungsstrategien waren mehr als auffällig. Während Ferrari, Red Bull und McLaren im ersten Halbjahr mindestens zwei große Upgrade-Pakete verbauten, gab es nur ein größeres Mercedes-Facelift in Montreal. "Wir haben aber zwischendurch viele kleine Dinge verbessert, die nicht alle in der offiziellen FIA-Liste aufgetaucht sind. Damit konnten wir unsere Position halten", verriet der stellvertretende Mercedes-Teamchef Bradley Lord in Budapest.

George Russell - Mercedes - GP Ungarn 2026
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Upgrade-Welle nach den Ferien

Um nicht mit dem Budget-Deckel in Konflikt zu kommen, hat Mercedes bewusst nicht ganz so aggressiv nachgerüstet. "Der Windkanal liefert jede Woche Summe X an Rundenzeit", erklärt Lord. "Mit dem Budgetdeckel musst du entscheiden, wann du Teile an die Strecke bringst und den Performance-Sprung realisierst. Im Idealfall kommt ein Upgrade, wenn ein Bauteil ohnehin am Ende seiner Laufleistung ist. Die Kunst liegt im Timing."

Natürlich haben die Ingenieure in Brackley trotz des starken Saisonstarts nicht die Hände in den Schoß gelegt. Das Ergebnis der Entwicklungsarbeit soll nach der Sommerpause erkennbar werden. Lord verspricht einen spürbaren Schritt in den ersten Rennen nach den Ferien. Im Idealfall reicht dieser Schritt schon, um die Konkurrenz bis zum Saisonende auf Distanz zu halten und die beiden Titel abzusichern.

Ein Unterschied zu den anderen drei Top-Teams liegt auch im Heckflügel-Design. Ferrari und Red Bull hatten schon in der Winterpause einen Flügel entwickelt, bei sich der Flap im Straight-Line-Modus ein halbes Mal um die eigene Achse dreht. McLaren hat inzwischen nachgelegt. In Budapest kam der Rotations-Flügel zum ersten Mal im Training zum Einsatz. Die Rennpremiere wird spätestens in Monza erwartet.

Leonardo Fornaroli - McLaren - GP Ungarn 2026
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Kein Macarena-Flügel in dieser Saison

Der Mercedes war bisher das einzige Top-Auto, an dem der sogenannte "Macarena"-Wing noch nicht getestet wurde. Vermisst haben ihn die Fahrer bisher nicht. Die Werksautos zeigten auch ohne den cleveren Flügel gute Top-Speeds auf den Geraden. Experten sind sich aber sicher, dass mittelfristig jedes Team auf den Macarena-Flügel umbauen muss, um den Vorteil des geringeren Luftwiderstands mitzunehmen.

Angeblich hat Mercedes die Einführung der eigenen Lösung aber nicht ganz oben auf der Prioritäten-Liste. Wie die italienische Webseite autoracer.it berichtet, wurde das Projekt für dieses Jahr auf Eis gelegt. Der Grund dafür sollen die hohen Kosten für Entwicklung und Produktion sein. Die Ingenieure investieren die begrenzten Ressourcen lieber in das Auto für die kommende Saison.

Die Planungen für die letzten Upgrades in diesem Jahr werden auch wegen der möglichen Kalenderverschiebungen erschwert. Durch den anhaltenden Iran-Krieg steht das Saisonfinale in Katar und Abu Dhabi weiter auf der Kippe. Bei einer erzwungenen Absage sollen die beiden Rennen in der Golf-Region nur durch einen Grand Prix in Europa ersetzt werden. Eine mögliche Reduzierung der Einsätze für neue Teile hätte natürlich auch Auswirkungen auf dem Entwicklungsplan.

Fazit