Tesla Model S P85D Range Extender Umbau Einzylinder Kofferraum Wraped Perception
Tesla Model S P85D Range Extender Umbau Einzylinder Kofferraum
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Tesla Model S P85D Range Extender Umbau Einzylinder Kofferraum 19 Bilder

Tesla mit Range Extender: 2964 Kilometer ohne Supercharger

2.964 Kilometer im Model S ohne Ladekabel Tesla mit Range Extender

Die Idee hatte vermutlich jeder schon einmal: Warum nicht einfach einen Diesel- oder Benzin-Generator ins E-Auto bauen und so die Ladepausen umgehen? Ob das wirklich eine gute Idee ist und wie gut das klappt, hat ein Youtuber ausprobiert.

Keine Kennzahl ist beim E-Auto so interessant wie die Reichweite. Dem Youtuber Wraped Perception reichte die Reichweite seines regulär 345 kW starken Tesla Model S P85D von rund 400 Kilometern wohl nicht mehr aus. So tat er, was viele – zum Glück – nur am Stammtisch diskutieren: Er verpasste dem Stromer einen Range Extender in Form eines klassischen Generators und fuhr so insgesamt 2.964 Kilometer, ohne den Tesla an die Ladestation zu klemmen.

Tesla Model S
Tests

Zum Einsatz kam ein 10 kW starker Einzylinder mit 400 Kubik, den er in den Kofferraum des Model S setzte. Eigens dafür besorgte er sich dafür eine neue Heckklappe, bei der er die Heckscheibe gegen ein Riffelblech mit großem Loch tauschte. Außerdem schraubte er eine wuchtige Unterkonstruktion in den Kofferraum, mit der er den Generator an die frische Luft setzte. Den Benzintank montierte der Youtube-Bastler vorn in den Frunk des Elektroautos.

Das Aggregat ist zu schwach

Wer sich ein bisschen mit der Thematik von E-Auto-Verbräuchen auskennt, wird – wenn nicht ohnehin längst geschehen – mit dem Kopf schütteln. Denn der Stromer benötigt je nach Fahrweise zwischen 15 und 20 kWh/100 Kilometer. Der Generator liefert aber nur 10 kWh pro Stunde nach. Im besten Fall sind also nur 70 km/h in der Spitze drin, ohne dass der Akkustand des Tesla spürbar schwindet.

Angetrieben wird das Model S nämlich weiterhin über seine E-Motoren, die vom Akku mit Strom versorgt werden. Der wird nun aber während der Fahrt gleichzeitig vom verbauten Generator geladen. Wie das genau funktioniert, wird leider nicht erwähnt. Aus Sicherheitsgründen können E-Autos nämlich eigentlich nicht geladen werden, während sie fahren.

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1600 Meilen ohne Ladekabel

Durch diesen Umstand – und durch das wahnwitzige Ansinnen des Tüftlers, kein Ladekabel in die Hand zu nehmen – ließ er für einen 1.600 Meilen (2.575 Kilometer) langen Roadtrip den Generator knapp 7 Tage am Stück laufen. Während der Fahrt, bei Pinkelpausen und selbst nachts, als er im Hotel eincheckte und schlafen ging. Da er sich bei seiner Fahrweise aber nicht immer an das technische Limit des Generators hielt, musste er unterwegs ebenfalls anhalten, um den Generator im Stand den Akku wieder aufladen zu lassen, damit er weiterfahren konnte. Dass all das nicht viel mit Effizienz zu tun hat, muss man an dieser Stelle kaum erwähnen. Außerdem ist der Macher von Wraped Perception im Video immer wieder mit Gehörschutz zu sehen, weil der Generator so schrecklich laut ist. Laut Handy-App-Messung im Video: 70 dB. Im Innenraum des Autos. Draußen wohl um einiges lauter, wie man auch im Video immer wieder hört. Denn kaum eine Moderation des Youtubers klingt nicht nach Schreien, wenn der Einzylinder im Hintergrund wie immer unter Volllast arbeitet.

Wirkungsgrad? Unterirdisch!

Interessant ist es aber vielleicht dennoch, wie ineffizient diese Form der Mobilität tatsächlich ist. Also rechnen wir. Da ein Liter Benzin etwa den Energiegehalt von 8,7 kWh hat und der Generator laut Angaben im Video nur rund 1,4 kWh pro Liter Benzin erzeugt, kommt er auf einen Wirkungsgrad von rund 16 Prozent. Zum Vergleich: Moderne Benzin- und Dieselfahrzeuge kommen inklusive aller Reibungsverluste, Widerstände etc. auf bis zu 30 Prozent. Elektroautos auf bis zu 90 Prozent – je nachdem, wie die Energie produziert wird. Welchen Effekt die Energieproduktion hat, untermauert nicht zuletzt der Versuch des Tesla-Bastlers.

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7 Liter Benzin pro Stunde

Unter Volllast verbraucht der 400 cm³-Generator rechnerisch, um seine 10 kW zu liefern, also rund 7 Liter pro Stunde. Wie Liter Benzin er insgesamt verbraucht hat, verrät der Youtuber nicht. Da der Tank im Frunk aber wie der Akku im Boden des Autos eine begrenzte Kapazität hat, sieht man im Video mehrere Tankstopps mit verdutzt drein blickenden Tankwarten. Zumindest grob lässt sich die Spritmenge aber berechnen:

Wenn man mit einer wohlwollenden Verbrauchsrechnung kalkuliert und annimmt, dass das Durchschnittstempo bei nur 50 Meilen pro Stunde lag, also etwa 80 km/h, verbrauchte das Model S entsprechend den Angaben im Video rund 225 Wh/Meile. Bei seinem 1.600-Meilen-Roadtrip hat er also rund 360 kWh Energie und aufgrund der Ineffizienz des Generators rund 252 Liter Benzin verbraucht und knapp 600 Kilogramm CO₂ ausgestoßen. Mindestens.

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Jens Eser
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Mindestens 9,8 Liter pro 100 km

Insgesamt, mit allen Testfahrten belief sich die Strecke wohl auf 1.842 Meilen, also 2.964 Kilometer. In benötigten Litern Benzin für den Generator entspricht das mindestens 290 Litern und 688 Kilogramm CO₂. Im Schnitt kam der Tesla also auf einen Verbrauch von rund 9,8 Litern auf 100 Kilometern – wohlgemerkt bei einem Durchschnittstempo von nur 70 km/h. Wenn er, wie im Video häufig gesehen, 70 Meilen pro Stunde, also rund 113 km/h fährt, verbraucht er etwa 18,6 kW/100 km Strom aus dem Generator und benötigt damit 13,1 Liter pro 100 km. So viel verbraucht nicht einmal ein Porsche GT3. Der kam im auto motor und sport-Test auf einen Durchschnittsverbrauch von 12,9 Litern – allerdings Super Plus.

Aus umweltbilanzieller Sicht war die Aktion also nicht allzu erfolgreich. Aber auch aus Sicht des Youtubers gibt es noch Verbesserungsbedarf. Am Ende des Videos erklärt er deshalb, dass er einen neuen Versuch starten werde. Beim nächsten Mal mit einem stärkeren Generator, sodass er keine Ladepausen des Generators mehr abwarten müsse. Dass er dann vermutlich noch einmal deutlich häufiger zur Tankstelle muss, hat er wohl nicht bedacht.

Fazit

Es gibt Ideen, die klingen super und sind es auch. Und es gibt Ideen, die klingen anders. Grundsätzlich ist das Projekt eine interessante Machbarkeitsstudie – quasi ein Hybrid im Eigenbau. Aber der Hybrid-Antrieb ist längst erfunden und arbeitet wohl selbst in seiner unwirtschaftlichsten Konfiguration besser und vor allem effizienter als der Tesla mit 0,4-Liter-Brüll-Benziner.

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