Ein Siebenzylinder-Motor klingt zunächst ungewöhnlich, doch Toyota hat mit dem Camry GR eine völlig neue Herangehensweise gewählt. Der sogenannte Bimotor-Ansatz kombiniert zwei eigenständige Motoren: einen Dreizylinder-Turbo mit 1,6 Litern Hubraum an der Vorderachse und einen Vierzylindermotor im Heck. Der vordere Motor stammt aus bewährten Modellen wie dem Yaris GR und liefert bereits im Serienzustand rund 300 PS. Für den Heckmotor gibt es keine offiziellen Angaben, doch Experten vermuten einen Zweiliter-Turbo mit einer Leistung zwischen 450 und 600 PS. Zusammen ergibt sich ein potenzielles Gesamtleistungsspektrum von beeindruckenden 750 bis 900 PS.
Die Integration des Heckmotors erforderte umfangreiche Umbauten am Fahrzeug. Der gesamte hintere Bereich des Camry wurde neu gestaltet: Anstelle der Rücksitze befindet sich nun ein Überrollkäfig mit einem Hilfsrahmen für den zweiten Motor. Diese Konfiguration ermöglicht nicht nur Allradantrieb, sondern auch eine perfekte Gewichtsverteilung für den Rennstreckeneinsatz.
Optik und Aerodynamik
Das Design des Camry GR unterstreicht seine Rennsport-DNA. Ein Breitbau-Bodykit sorgt für eine aggressive Optik mit verbreiterten Kotflügeln, Seitenschwellern und einer markanten Frontschürze. Am Heck dominiert ein großer Diffusor, ergänzt durch einen imposanten Heckflügel, der für zusätzlichen Abtrieb sorgt. Schwarze Leichtmetallfelgen füllen die Radhäuser aus und runden das Erscheinungsbild ab.
Diese aerodynamischen Anpassungen sind nicht nur optischer Natur, sondern tragen wesentlich zur Performance auf der Rennstrecke bei. Der erhöhte Abtrieb verbessert die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten und in Kurven.
Warum keine Serienproduktion?
Trotz aller technischen Faszination bleibt der Camry GR ein Einzelstück ohne Aussicht auf Serienfertigung. Die Gründe dafür liegen vor allem in den hohen Kosten und der Komplexität des Bimotor-Systems. Zudem ist das Fahrzeug primär als technisches Demonstrationsobjekt gedacht – eine Plattform, um Toyotas Innovationskraft zu zeigen.
Akio Toyoda, Aufsichtsratschef von Toyota und selbst ein leidenschaftlicher Rennfahrer, betont immer wieder die Bedeutung von Fahrspaß in der Markenphilosophie. Mit Projekten wie dem Camry GR unterstreicht Toyota seinen Anspruch, auch in einer zunehmend elektrifizierten Welt emotionale Fahrzeuge zu entwickeln.
Bedeutung für den Motorsport
Der Einsatz des Camry GR beim Super Taikyu-Rennen zeigt Toyotas Engagement im Motorsport als Testfeld für neue Technologien. Solche Projekte bieten nicht nur wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Serienfahrzeuge, sondern stärken auch das Image von Gazoo Racing als Innovationsschmiede innerhalb des Konzerns.
Während andere Hersteller sich auf rein elektrische Antriebe konzentrieren, experimentiert Toyota weiterhin mit hybriden Ansätzen wie diesem Bimotor-System. Dies könnte langfristig auch Auswirkungen auf die Entwicklung leistungsstarker Hybridfahrzeuge haben.












