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Toyota Tacoma und Supra auf der SEMA360

Projektfahrzeuge für die SEMA360 Toyota baut Supra Cabrio

Toyotas US-Ableger präsentiert auf der virtuellen Tuning-Messe zwei Gesichter: Der Tacoma zeigt seine Offroad-Ambitionen und der Supra viele Facetten.

Die stets im herbstlichen Las Vegas stattfindende SEMA Show ist das Highlight eines jeden Tuning-Jahres. Das gilt sogar im Corona-Jahr 2020. Natürlich konnte die SEMA diesmal nicht als klassische Messe stattfinden, die Pandemie verhindert das. Aber die Organisation SEMA (Specialty Equipment Manufacturers Association, also der Verband US-amerikanischer Autozubehör-Hersteller) hat das Event kurzerhand ins Internet verlagert. Und zwar komplett sowie über mehrere Wochen gestreckt, sodass auch jetzt, kurz vor Weihnachten, noch einige Showcars vorgestellt werden.

Hardcore-Tacoma für die Wildnis

Einige Hersteller folgen dem Online-Konzept der Veranstalter, die das digitale Event SEMA360 nennen. Zum Beispiel Toyota. Der US-Ableger des japanischen Autokonzerns zeigt in diesem Rahmen zwei völlig verschiedene Gesichter: Ein umfassend modifizierter Vertreter der Tacoma-Pickup-Baureihe mimt den Outdoor-Abenteurer, während sich das Sportcoupé Supra als Drift-Mobil, mobiles Kunstwerk und nach oben offen präsentiert.

Toyota Overland-Ready Tacoma
Toyota Overland-Ready Tacoma Toyota Overland-Ready Tacoma Toyota Overland-Ready Tacoma Toyota Overland-Ready Tacoma 19 Bilder

Starten wir mit dem Tacoma, den die Redakteure des "4WD Toyota Owner Magazines" erdacht haben. Beim Basisfahrzeug handelt es sich um die Modellvariante TRD Pro, deren ab Werk 282 PS und maximal 359 Newtonmeter starker 3,5-Liter-V6-Benziner nun per Magnuson TVS1900-Kompressor unter Druck gesetzt wird. Folglich liegen im SEMA-Tacoma, der nun den Beinamen "Overland-Ready" trägt, 375 PS und höchstens 447 Newtonmeter an.

Offroad-Komplettumbau

Doch wichtiger als pure Höchstleistung ist bei diesem Tacoma, was er im Gelände kann. Deshalb erhielt er ein komplett neues Gewindefahrwerk; auch die Querlenker wurden ausgetauscht. Ein zusätzliches elektronisches Sperrdifferenzial maximiert den Grip. Dieselbe Aufgabe haben die BFGoodrich Mud-Terrain T/A KM3-Offroad-Reifen im Format 255/85 R16, welche die mattschwarzen sowie 8 x 16 Zoll großen Method-Felgen ummanteln. Die neuen Stoßstangen (vorne aus Aluminium und mit Kuhfänger, hinten aus Stahl) verbessern die Gelände-Fähigkeiten ebenso wie robuste Metallplatten, die als Unterfahrschutz dienen. Und wenn sonst nichts mehr hilft, helfen die vorne befestigte Seilwinde oder die beigelegten Sandbleche.

Toyota Overland-Ready Tacoma
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Über der Ladefläche findet ein Dachzelt Platz - und in ihr noch vieles mehr.

Zusätzliche LED-Leuchten finden sich in der Frontstoßstange und am neuen Dachgepäckträger. Ein solches Gestell ist auch über der Ladefläche montiert, die nun zudem eine Abdeckung trägt. Hier lässt sich all das unterbringen, was die Redakteure des "4WD Toyota Owner Magazines" in der Wildnis für nötig halten. Als da wären: Luftkompressor, 15-Liter-Benzinkanister, 7,5-Liter-Wasserbehälter, Wagenheber und Yakima-Zelt.

Ein Anhänger als Basislager

Der Toyota Tacoma spielt auch bei einer weiteren SEMA360-Neuheit, dem TRD Sport Trailer, eine zentrale Rolle. Hierbei handelt es sich um einen Anhänger, der aus der Ladefläche des Pickups gefertigt wurde. Er ist in der Tacoma-Farbe Zementgrau lackiert, wurde mit Dekoraufklebern optisch ein wenig akzentuiert und rollt auf 17 Zoll großen TRD Pro-Rädern, die mit General Grabber X3-Reifen im Format 285/70 R17 ummantelt sind.

Herzstück des Trailers ist aber die ferngesteuerte Scheren-Hebebühne, auf der sich eine Plattform mehrere Meter aus der Ladefläche erhebt. Darauf befindet sich nicht nur ein Yakima-Zelt für vier Personen samt Markise und Halterungen für Angelruten. Hier sind auch eine speziell angefertigte Trocken-Toilette, ein Abfalleimer, ein Kühlschrank, ein Wasserkocher, eine ausziehbare Spüle und ein Kochfeld untergebracht. Hinzu kommen eine Dusche, ein Frisch- (61 Liter) und Abwassertank (57 Liter) sowie eine Campingplatz-Beleuchtung. Um abseits der Zivilisation energieautark unterwegs zu sein, gibt es sowohl einen Generator als auch eine leistungsstarke Batterie. Hinzu kommt allerlei Zubehör, damit es den Abenteurern wirklich an nichts fehlt.

Neuer Turbo und Breitbau-Bodykit

Einen völlig anderen Zweck als der Pickup und der Anhänger verfolgt der GReddy Performance GR Supra. Das ist einerseits wenig überraschend, schließlich handelt es sich hier um einen Sportwagen. Aber es geht nicht um möglichst schnelle Rundenzeiten, sondern um perfekte Driftwinkel: Mit dem Boliden tritt Toyota zusammen mit Fahrer Ken Gushi in der Pro-Klasse der Formula Drift an – und zwar stark modifiziert. Der Dreiliter-Reihensechszylinder erhielt nicht nur einen neuen BorgWarner-Turbo, sondern kann dank des von vorne nach hinten verlagerten Kühlers und der neuen Abgasanlage freier ein- und ausatmen. Die Fahrstufen sortiert Ken Gushi über ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe.

Toyota GR Supra GReddy Performance Formula D
Toyota Motor Sales, U.S.A., Inc.
Mit diesem heftig modifizierten Supra driftet Ken Gushi durch die Formula D.

Der Supra mit der Startnummer 21 präsentiert zwar das für Toyotas Rennwagen typische weiß-rote Farbschema mit schwarzen Akzenten, sieht aber dennoch deutlich aggressiver aus als das Serienauto. Das Pandem Rocket Bunny-Breitbau-Bodykit schafft Platz für die ziemlich breiten und strahlend weißen Rays-Felgen, auf die jene Reifen aufgezogen sind, deren Substanz Ken Gushi in der Formula Drift nur allzu gerne schreddert.

Drift-Supra mit 1.047 PS und 1.231 Nm

Einer seiner Konkurrenten in der Pro-Klasse der Formula Drift ist Fredric Aasbø. Der Dienstwagen des Norwegers ist ebenfalls ein Supra, der vom Rennteam Papadakis Racing mindestens ebenso heftig umgebaut wurde wie das GReddy-Exemplar. Beispiel Motor: Hier fand zwar derselbe Turbo-Tausch statt, aber gleichzeitig ergänzen noch neue Wastegates, Kraftstoffpumpen und -regler, andere Einspritzdüsen, neue Kolben und Pleuel, ein Hightech-Ansaug- und Turbo-Krümmer und noch einiges mehr den Umbau. Lohn der Mühen sind 1.047 PS und maximal 1.231 Newtonmeter. Zum Vergleich: Das Serienauto leistet in der US-Version 387 PS und liefert höchstens 499 Newtonmeter.

Toyota GR Supra Papadakis Racing
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1.047 PS und maximal 1.231 Nm - die beeindruckenden Daten des Supra von Papadakis Racing.

Bei den Werk-Werten beließ es Nicolai Sclater bei seinem Ausstellungsstück für die SEMA360. Dieser nach dem Spitznamen des Künstlers benannte "Ornamental Conifer" GR Supra ist eh kein Tuning-Monster im klassischen Sinne, sondern eher eine Toyota-Version der legendären BMW Art Cars. Die im Serienzustand im Farbton "Turbulence Gray" lackierte Supra-Karosserie wurde von Sclater handbemalt. Das Ergebnis ist – wie bei Kunstwerken üblich – natürlich Geschmackssache.

Der Supra erhält ein Targa-Dach

Der Toyota GR Supra Sport Top Concept wirkt im Vergleich zu den beiden Drift-Kraftmeiern und dem Kunst-Supra eher unspektakulär. Aber das täuscht: Toyotas US-Ableger selbst setzte die Flex an, um dem bisher nur als Coupé erhältlichen Sportwagen ein Targa-Dach zu verpassen. Über ein solches verfügten auch die Vorgänger-Generationen des Coupés, weshalb sich einige Supra-Freunde diese Option sicher sehnlichst zurückwünschen.

Toyota hat natürlich nicht einfach ein Loch ins Supra-Dach geschnitten. Der Rahmen musste umfangreich verstärkt werden, damit der Sportwagen seine strukturelle Steifigkeit behält. "Das war viel komplizierter, als wir ursprünglich dachten", sagt der leitende Konstrukteur Marty Schwerter. "Der Stahl war etwas schwieriger zu durchtrennen, als wir erwartet hatten" ergänzt KC Mathieu, der Inhaber von KC's Paint Shop in Fort Worth, Texas, wo der Umbau durchgeführt wurde.

Dachhälften aus dem 3D-Drucker

Nun lassen sich die beiden aus Verbundwerkstoff im 3D-Drucker gefertigten Dachhälften herausnehmen und im Kofferraum verstauen. Oberhalb der Schulterlinie und ab der B-Säule präsentiert der Supra Sport Top Concept eine Farbgebung mit schwarzem Klavierlack, die einen passenden Kontrast zum ansonsten weißen Erscheinungsbild bildet. Hinzu kommen Styling-Elemente der im letzten Jahr präsentierten, die vierte Supra-Generation zitierende Heritage Edition: runde Rückleuchten, ein handgefertigter Diffusor und natürlich der üppig dimensionierte Heckflügel.

Stichwort Heritage Edition: Dieses letztjährige SEMA-Showcar erhielt mithilfe eines neuen Turboladers, einer verbesserten Luftansaugung und einer neu abgestimmten Motorelektronik eine Leistungssteigerung auf über 500 PS. Der Toyota GR Supra Sport Top Concept soll ein "ähnliches", allerdings nicht näher spezifiziertes Motor-Upgrade erhalten haben. Dessen Werte liegen aktuell ebenso im Dunkeln wie die Serien-Zukunft eines Targa-Supras. Es ist zumindest sehr fraglich, ob der aktuelle Supra das herausnehmbare Dach je offiziell erhält.

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Mit diesem SEMA-Aufgebot hat Toyota USA ordentlich einen rausgehauen. Bleibt der Wunsch, die hier gezeigten Showcars auch in Serie zu bauen. Er dürfte vergeblicher Natur sein.

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