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SEMA 2019
Toyota-Neuheiten SEMA360 Teaser Toyota Motor Sales, U.S.A., Inc.
Toyota Overland-Ready Tacoma
Toyota Overland-Ready Tacoma
Toyota Overland-Ready Tacoma
Toyota Overland-Ready Tacoma 19 Bilder

Toyota Tacoma und Supra auf der SEMA360

Toyota auf der SEMA360 Tacoma als Abenteurer und Supra als Drifter

Toyotas US-Dependance präsentiert auf der virtuellen Tuning-Messe seine zwei Gesichter: Zu einem Offroad-Pickup gesellen sich Sportwagen für Querfahrer.

Die stets im herbstlichen Las Vegas stattfindende SEMA Show ist das Highlight eines jeden Tuning-Jahres. Das gilt sogar im Corona-Jahr 2020. Natürlich kann die SEMA diesmal nicht als klassische Messe stattfinden, die Pandemie verhindert das. Aber die Organisation SEMA (Specialty Equipment Manufacturers Association, also der Verband US-amerikanischer Autozubehör-Hersteller) hat das Event kurzerhand ins Internet verlagert. Und zwar komplett sowie an genau dem Termin, an dem auch sonst die Messe stattgefunden hätte – nämlich Anfang November.

Hardcore-Tacoma für die Wildnis

Einige Hersteller folgen dem Online-Konzept der Veranstalter, die das digitale Event SEMA360 nennen. Zum Beispiel Toyota. Der US-Ableger des japanischen Autokonzerns zeigt in diesem Rahmen zwei völlig verschiedene Gesichter: Ein umfassend modifizierter Vertreter der Tacoma-Pickup-Baureihe mimt den Outdoor-Abenteurer, während sich das Sportcoupé Supra als Drift-Mobil, mobiles Kunstwerk und nach oben offen präsentiert.

Toyota Overland-Ready Tacoma
Toyota Motor Sales, U.S.A., Inc.
Mit dem Tacoma, der den Beinamen "Overland-Ready" trägt, stellt Toyota einen Pickup für die Wildnis vor.

Starten wir mit dem Tacoma, den die Redakteure des "4WD Toyota Owner Magazines" erdacht haben. Beim Basisfahrzeug handelt es sich um die Modellvariante TRD Pro, deren ab Werk 282 PS und maximal 359 Newtonmeter starker 3,5-Liter-V6-Benziner nun per Magnuson TVS1900-Kompressor unter Druck gesetzt wird. Folglich liegen im SEMA-Tacoma, der nun den Beinamen "Overland-Ready" trägt, 375 PS und höchstens 447 Newtonmeter an.

Offroad-Komplettumbau

Doch wichtiger als pure Höchstleistung ist bei diesem Tacoma, was er im Gelände kann. Deshalb erhielt er ein komplett neues Gewindefahrwerk; auch die Querlenker wurden ausgetauscht. Ein zusätzliches elektronisches Sperrdifferenzial maximiert den Grip. Dieselbe Aufgabe haben die BFGoodrich Mud-Terrain T/A KM3-Offroad-Reifen im Format 255/85 R16, welche die mattschwarzen sowie 8 x 16 Zoll großen Method-Felgen ummanteln. Die neuen Stoßstangen (vorne aus Aluminium und mit Kuhfänger, hinten aus Stahl) verbessern die Gelände-Fähigkeiten ebenso wie robuste Metallplatten, die als Unterfahrschutz dienen. Und wenn sonst nichts mehr hilft, helfen die vorne befestigte Seilwinde oder die beigelegten Sandbleche.

Toyota Overland-Ready Tacoma
Toyota Motor Sales, U.S.A., Inc.
Über der Ladefläche findet ein Dachzelt Platz - und in ihr noch vieles mehr.

Zusätzliche LED-Leuchten finden sich in der Frontstoßstange und am neuen Dachgepäckträger. Ein solches Gestell ist auch über der Ladefläche montiert, die nun zudem eine Abdeckung trägt. Hier lässt sich all das unterbringen, was die Redakteure des "4WD Toyota Owner Magazines" in der Wildnis für nötig halten. Als da wären: Luftkompressor, 15-Liter-Benzinkanister, 7,5-Liter-Wasserbehälter, Wagenheber und Yakima-Zelt.

Neuer Turbo und Breitbau-Bodykit

Einen völlig anderen Zweck als der Pickup verfolgt der GReddy Performance GR Supra. Das ist einerseits wenig überraschend, schließlich handelt es sich hier um einen Sportwagen. Aber es geht nicht um möglichst schnelle Rundenzeiten, sondern um perfekte Driftwinkel: Mit dem Boliden tritt Toyota zusammen mit Fahrer Ken Gushi in der Pro-Klasse der Formula Drift an – und zwar stark modifiziert. Der Dreiliter-Reihensechszylinder erhielt nicht nur einen neuen BorgWarner-Turbo, sondern kann dank des von vorne nach hinten verlagerten Kühlers und der neuen Abgasanlage freier ein- und ausatmen. Die Fahrstufen sortiert Ken Gushi über ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe.

Toyota GR Supra GReddy Performance Formula D
Toyota Motor Sales, U.S.A., Inc.
Mit diesem heftig modifizierten Supra driftet Ken Gushi durch die Formula D.

Der Supra mit der Startnummer 21 präsentiert zwar das für Toyotas Rennwagen typische weiß-rote Farbschema mit schwarzen Akzenten, sieht aber dennoch deutlich aggressiver aus als das Serienauto. Das Pandem Rocket Bunny-Breitbau-Bodykit schafft Platz für die ziemlich breiten und strahlend weißen Rays-Felgen, auf die jene Reifen aufgezogen sind, deren Substanz Ken Gushi in der Formula Drift nur allzu gerne schreddert.

Drift-Supra mit 1.047 PS und 1.231 Nm

Einer seiner Konkurrenten in der Pro-Klasse der Formula Drift ist Fredric Aasbø. Der Dienstwagen des Norwegers ist ebenfalls ein Supra, der vom Rennteam Papadakis Racing mindestens ebenso heftig umgebaut wurde wie das GReddy-Exemplar. Beispiel Motor: Hier fand zwar derselbe Turbo-Tausch statt, aber gleichzeitig ergänzen noch neue Wastegates, Kraftstoffpumpen und -regler, andere Einspritzdüsen, neue Kolben und Pleuel, ein Hightech-Ansaug- und Turbo-Krümmer und noch einiges mehr den Umbau. Lohn der Mühen sind 1.047 PS und maximal 1.231 Newtonmeter. Zum Vergleich: Das Serienauto leistet in der US-Version 387 PS und liefert höchstens 499 Newtonmeter.

Toyota GR Supra Papadakis Racing
Toyota Motor Sales, U.S.A., Inc.
1.047 PS und maximal 1.231 Nm - die beeindruckenden Daten des Supra von Papadakis Racing.

Bei den Werk-Werten beließ es Nicolai Sclater bei seinem Ausstellungsstück für die SEMA360. Dieser nach dem Spitznamen des Künstlers benannte "Ornamental Conifer" GR Supra ist eh kein Tuning-Monster im klassischen Sinne, sondern eher eine Toyota-Version der legendären BMW Art Cars. Die im Serienzustand im Farbton "Turbulence Gray" lackierte Supra-Karosserie wurde von Sclater handbemalt. Das Ergebnis ist – wie bei Kunstwerken üblich – natürlich Geschmackssache.

Der Supra erhält ein Targa-Dach

Der Toyota GR Supra Sport Top Concept wirkt im Vergleich zu den beiden Drift-Kraftmeiern und dem Kunst-Supra eher unspektakulär. Aber das täuscht: Toyotas US-Ableger selbst setzte die Flex an, um dem bisher nur als Coupé erhältlichen Sportwagen ein Targa-Dach zu verpassen. Über ein solches verfügten auch die Vorgänger-Generationen des Coupés, weshalb sich einige Supra-Freunde diese Option sicher sehnlichst zurückwünschen.

Es ist jedoch sehr fraglich, ob der aktuelle Supra dieses in zwei Teilen herausnehm- und im Kofferraum verstaubare Dach je offiziell erhält. Und es steht auch noch nicht fest, wann genau Toyota das endgültige Design des GR Supra Sport Top Concept vorstellt, der ersten Design-Renderings zufolge ebenfalls ein Breitbau-Bodykit erhalten wird. Irgendwann im Verlauf der SEMA360, die noch bis zum 6. November läuft, soll es soweit sein. Die Marke hat jedenfalls noch einen zweiten Schwung an Tuning-Neuheiten angekündigt.

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Mit diesem SEMA-Quintett hat Toyota USA schonmal ordentlich einen rausgehauen. Die Latte für die zweite Tuning-Welle, die bereits angekündigt ist, liegt damit auf jeden Fall ziemlich hoch. Wir sind schon gespannt, was da noch kommt.

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