ADAC Pannenstatistik 2026: Immer mehr Elektroauto-Pannen wegen Batterieproblemen

ADAC Pannenstatistik 2026
Mehr Elektroauto-Pannen wegen Batterieproblemen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.03.2026
Als Favorit speichern
Mehr Elektroauto-Pannen wegen Batterieproblemen
Foto: ADAC

Die Straßenwacht des ADAC war im Jahr 2025 häufiger unterwegs als je zuvor. Insgesamt registrierte der Automobilclub 3.691.813 Pannenhilfen auf deutschen Straßen. Das entspricht einem Zuwachs von rund 60.000 Einsätzen oder 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Statistisch gesehen ging damit alle neun Sekunden ein Notruf ein. Besonders stark ausgelastet war die Organisation im Januar 2025 mit 356.847 Einsätzen. Der arbeitsreichste einzelne Tag war der 29. Dezember 2025: An diesem Datum mussten die "Gelben Engel" 18.588 Mal ausrücken.

Häufigstes Problem bleibt die Starterbatterie

Die häufigste Ursache für liegengebliebene Fahrzeuge blieb auch 2025 wie in den Jahren zuvor eine defekte oder entladene Starterbatterie. Ihr Anteil lag bei 45,4 Prozent aller Einsätze. Damit entfällt nahezu jede zweite Panne auf dieses Bauteil. An zweiter Stelle folgen Defekte im Motormanagement oder im Hochvoltsystem mit 21,8 Prozent. Dazu zählen etwa Probleme mit Einspritzung, Zündung oder elektronischen Sensoren.

Mit dem steigenden Bestand an Elektroautos wächst auch deren Anteil an den Pannenstatistiken. 50.445 Einsätze entfielen 2025 auf reine batterieelektrische Fahrzeuge. Das entspricht einem Anteil von rund 1,37 Prozent aller Pannenhilfen. Im Vergleich zu 2024 ist das ein Anstieg um etwa 15 Prozent. Auch Plug-in-Hybride tauchten häufiger in der Statistik auf: Für diese Antriebsart verzeichnete die Straßenwacht 59.985 Einsätze, rund 13 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Diese Zahlen müssen allerdings in Relation gesetzt werden, denn zum Stichtag 1. Januar 2026 lag der Anteil an zugelassenen Elektroautos in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt bei 4,1 Prozent im Gesamtbestand. Rein rechnerisch erreichen sie damit in der ADAC-Pannenstatistik also nur rund ein Drittel der Pannenhäufigkeit gegenüber anderen Antriebsarten.

Bemerkenswert ist dabei allerdings, dass auch bei Elektroautos die 12-Volt-Bordbatterie zu den häufigsten Pannenursachen gehört. Obwohl ein Elektroauto über eine große Hochvoltbatterie für den Antrieb verfügt, ist zusätzlich eine 12-Volt-"Starterbatterie" nötig. Sie versorgt Steuergeräte und Komfortsysteme mit Strom, das sogenannte "Bordnetz" in Elektroautos läuft wie bei Verbrenner-Lkw mit 12-Volt-Technik. Dazu zählen entsprechend auch die Zentralverriegelung und die Steuergeräte des Bordnetzes. Auch die Aktivierung des Elektroautos erfolgt über dieses 12-Volt-Bordnetz. Erst wenn das Fahrzeug "aufwacht", wird das Hochvoltsystem aktiviert.

ADAC

Elektroautos haben auch Batterieprobleme

Ist die 12-Volt-Batterie entladen oder defekt, bleibt das Fahrzeug trotz voller Hochvoltbatterie fahrunfähig. Häufige Ursachen sind lange Standzeiten, Softwarefehler im Energiemanagement oder ein erhöhter Ruhestrom durch elektronische Verbraucher. Außerdem sind inzwischen längst zahlreiche Elektroautos auf den Straßen, die bereits mehrere Jahre alt sind und deren 12-Volt-Akkus wie bei Verbrennern schlicht durch Alterung defekt sein können.

Ein Blick auf die Pannenstatistik des Vorjahres zeigt ähnliche Strukturen. 2024 verzeichnete der ADAC insgesamt 3.633.154 Einsätze. Auch damals war die Starterbatterie mit rund 45 Prozent die häufigste Ursache. Der Anteil von Elektroautos lag damals bei etwa 1,2 Prozent der Pannenhilfen. Trotz steigender absoluter Zahlen gelten batterieelektrische Fahrzeuge weiterhin als weniger pannenanfällig als vergleichbare Verbrenner. In der Altersklasse von zwei bis vier Jahren lag die Pannenkennziffer bei Elektroautos bei 3,8 Pannen pro 1.000 Fahrzeuge, während Verbrenner auf 9,4 kamen.

Eine genaue, modellspezifische Auswertung der Pannenhilfen im abgelaufenen Jahr wird der ADAC im April 2026 veröffentlichen, dann wissen wir auch, wer die "Pannenkönige 2025" waren.

Fazit