Honda Base Station Prototyp: Honda baut jetzt Wohnwagen

Honda Base Station Prototyp
Honda baut jetzt Wohnwagen

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 16.01.2026
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Klassische Caravans folgen meist demselben, jahrzehntealten Konzept: Vollmöbliert, seitlicher Einstieg, großes Gehäuse für Stehhöhe im Inneren. All das wirft Honda mit dem Base Station über Bord, den die Japaner jetzt in den USA vorgestellt haben. Grund für das radikale Neudesign sind vor allem moderne Elektroautos, aber auch kompaktere SUV. Für beide ist die Anhängelast meist limitiert, tonnenschwere Standard-Wohnwagen dürfen gar nicht erst angehängt werden.

Hinzu kommt, dass Elektroautos mit handelsüblichen Caravans schwer schuften müssen, zum Gewicht kommt der hohe Luftwiderstand des Aufbaus, weshalb die Reichweite in den Keller rauscht, der Verbrauch steigt dann gerne auf über 40 kWh für 100 Kilometer Fahrstrecke. An diesen beiden Punkten, Gewicht und Luftwiderstand, setzt der Honda Base Station Wohnwagen an. Exakte Daten gibt der Hersteller für den Prototyp zwar nicht an, nach den ersten veröffentlichten Bildern gehen wir aber von einem Leergewicht unter einer Tonne aus.

Extraleicht und extraklein

Durch die geringen Abmessungen verspricht Honda, dass der Base Station trotz kompakter Außenmaße so ausgelegt ist, dass er in eine normale Garage oder auf einen üblichen Parkplatz passt – wobei hier sicherlich Parkplätze im US-Format angesprochen werden. Der Innenraum ist offen gestaltet und durch fünf große Seitenfenster hell beleuchtet. Diese Fenster lassen sich entfernen und durch Zubehörmodule ersetzen, wodurch der Anhänger an unterschiedliche Einsatzszenarien angepasst werden kann.

Ein wesentliches Element des Raumkonzepts ist das Hubdach, das im ausgefahrenen Zustand eine Stehhöhe von rund zwei Metern ermöglicht. Während der Fahrt bleibt es zugeklappt und reduziert dadurch den Luftwiderstand. Ergänzt wird dies durch eine nach oben öffnende Heckklappe, die nicht nur einen bequemen, breiten Zugang schafft, sondern auch als Regen- und Sonnenschutz dient. Zusätzlich erlaubt die große Heckklappe das bequeme Beladen des Anhängers, zum Beispiel mit Fahrrädern oder einem Motorroller.

Für vier Personen ausgelegt

Im Inneren ist eine Sitz- und Liegelandschaft vorgesehen, die sich von einer Futon-ähnlichen Couch zu einer Schlafgelegenheit im Queen-Size-Format umwandeln lässt. Optional ist ein zusätzliches Etagenbett für Kinder vorgesehen, der Prototyp ist auf die Unterbringung einer vierköpfigen Familie ausgelegt.

Die Gestaltung des Innenraums ist bewusst reduziert gehalten. Um die Fenster herum sind Lichtleisten angebracht, deren Helligkeit und Farbton programmiert werden können. Diese dienen nicht nur der Innenraumbeleuchtung, sondern sollen auch den Bereich rund um den Anhänger ausleuchten, etwa beim Aufbau des Lagers in den Abendstunden.

Modularer Aufbau

Der modulare Ansatz zeigt sich auch bei der technischen Ausstattung. Der Prototyp ist mit einer Klimaanlage, einer Außendusche und einer externen Küche mit Induktionskochfeld ausgestattet. Für die Stromversorgung ist ein Lithium-Ionen-Akku mit Wechselrichter vorgesehen, der zusammen mit integrierten Solarpaneelen einen autarken Betrieb ermöglichen soll. Alternativ kann der Anhänger an externe Stromquellen wie einen Campingplatzanschluss oder einen Generator angeschlossen werden.

Honda Motocompacto Koffer-Elektroroller
Honda

Entwickelt wurde der Base Station von demselben US-amerikanischen Team, das auch den kompakten Motocompacto-Elektroscooter entworfen hat. Das lässt darauf hoffen, dass Honda den Base Station tatsächlich in Serie bringt, denn den abgefahrenen Motocompacto kann man wirklich kaufen. Auch dass Honda wörtlich von einem Prototyp, nicht von einer serienfernen Studie spricht, lässt darauf schließen, dass wir den Base Station Wohnwagen als echtes Produkt sehen werden.

Fazit