In 10 Wochen Millionen eingefahren: Hier steht Italiens lukrativster Blitzer

In 10 Wochen Millionen eingefahren
Hier steht Italiens lukrativster Blitzer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.08.2026
Als Favorit speichern
Blitzer Radarfalle Italien
Foto: MikeDot via Getty Images

Damit gehört der Blitzer zu den lukrativsten Messanlagen in ganz Italiens, sie wurde erst am 30.4.2026 auf der Paullese (SS415) bei Spino d'Adda in der Provinz Cremona in Betrieb genommen. Bis zum 9.7. fuhren 31.896 Autofahrer zu schnell an der Radarfalle vorbei. Das entspricht durchschnittlich rund 450 Bußgeldbescheiden pro Tag beziehungsweise Bußgeldern von etwa 44.000 Euro täglich. Geblitzt wird auf einem vierspurig ausgebauten Abschnitt der Schnellstraße in beiden Fahrtrichtungen, das Tempolimit liegt bei 110 km/h.

Die meisten Fahrer überschritten das Tempolimit nur gering

Von den insgesamt 31.896 Verstößen entfielen 20.063 auf Geschwindigkeitsüberschreitungen von bis zu zehn km/h. Weitere 11.433 Fahrer waren zwischen zehn und 40 km/h zu schnell. Deutlich seltener registrierte die Anlage erhebliche Überschreitungen.

315 Fahrer lagen zwischen 40 und 60 km/h über dem Tempolimit, 85 Autofahrer sogar mehr als 60 km/h. Nach den veröffentlichten Zahlen wurden dabei Geschwindigkeiten von über 170 km/h gemessen.

Bürgermeister wollte den Blitzer an anderer Stelle

Der Standort der Anlage ist seit ihrer Inbetriebnahme umstritten. Der Bürgermeister von Spino d'Adda erklärte gegenüber der Zeitung, die Gemeinde habe sich dafür ausgesprochen, den Blitzer im Bereich einer nahegelegenen Brücke zu errichten. Dort gilt streckenweise Tempo 70, außerdem habe es in der Vergangenheit mehrere schwere Verkehrsunfälle gegeben.

Die Provinz Cremona entschied sich dagegen für den heutigen Standort an der Ausfahrt Spino Est. Nach ihrer Begründung erfüllt dieser die gesetzlichen Voraussetzungen besser, weil dort über eine längere Strecke dieselbe Höchstgeschwindigkeit gilt. Im Bereich der Brücke wechseln die Tempolimits innerhalb weniger hundert Meter mehrfach.

Verbraucherschützer kritisieren die Standortwahl

Auch der italienische Verbraucherverband Codacons hält die gewählte Position für ungeeignet. Aus seiner Sicht hätte eine Messstelle im Bereich der Brücke die Verkehrssicherheit stärker verbessert.

Die Provinz widerspricht. Sie bezeichnet die Anlage als Maßnahme zur Geschwindigkeitsüberwachung und verweist auf die rechtlichen Vorgaben für stationäre Blitzer.

Wo der Blitzer im Italien-Vergleich steht

Eine offizielle Rangliste der einnahmestärksten einzelnen Blitzerstandorte gibt es in Italien nicht. Veröffentlicht werden in der Regel nur die gesamten Blitzereinnahmen der Städte. Florenz lag zuletzt mit rund 19,7 Millionen Euro pro Jahr an der Spitze. Der Blitzer auf der Paullese hat also in weniger Wochen mehr Einnahmen "erwirtschaftet" als alle Radarfallen in Rom im Jahr 2025. Übrigens: Mit Tutor 3.0 hat Italien auch eine besonders gemeine Tempokontrolle auf Autobahnen.

Fazit