Innovationen beim E-Auto: Geely führt, Tesla stürzt ab ... und VW?

Innovationen beim E-Auto
Geely führt, Tesla stürzt ab ... und VW?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.01.2026
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E-Auto Innovationen Geely VW BYD
Foto: Shutter2U via Getty Images / Hersteller / Collage: Wittich

Laut dem neuen "Electromobility Report 2026" des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach liegt die chinesische Geely-Gruppe im weltweiten Innovationsranking erstmals auf Platz eins. Dann folgen die Volkswagen-Gruppe und BYD.

Der Bericht untersucht die Innovationsstärke von 36 Automobilkonzernen auf Basis von 713 serienreifen Elektro-Neuerungen zwischen 2021 und Mitte 2025. Erfasst wurden technische Entwicklungen, die einen konkreten Kundennutzen im Bereich Reichweite, Ladeleistung und Energieeffizienz bieten.

Chinesische Hersteller mit deutlichem Vorsprung

Mit 193 Indexpunkten belegt Geely die Spitzenposition. Die Gruppe mit Marken wie Zeekr, Polestar und Volvo konnte ihre Reichweiten- und Batterieperformance deutlich steigern und gilt damit als neuer Maßstab im Segment. Auf Platz zwei folgt die VW-Gruppe mit 153 Punkten, während BYD mit 147 Punkten Rang drei erreicht. Dahinter liegen SAIC mit 122 Punkten sowie BMW und Mercedes-Benz mit 110 bzw. 106 Punkten.

China und Deutschland dominieren damit das Innovationsranking. Die sechs führenden Unternehmen stammen ausschließlich aus diesen beiden Ländern. Hyundai, Tesla, Renault und General Motors komplettieren die Top Ten. Besonders auffällig ist der Absturz von Tesla, das im Zeitraum 2016 bis 2020 noch an der Spitze stand und nun auf Rang acht zurückgefallen ist.

Innovationsschwäche in Japan und den USA

Während chinesische und deutsche Hersteller ihre Innovationskraft deutlich steigern konnten, zeigen die USA und Japan ein gemischtes Bild. General Motors verliert im Vergleich zum letzten Bewertungszeitraum fünf Plätze und liegt nun auf Position zehn. Tesla halbierte seinen Innovationswert nahezu und kommt nur noch auf 70 Indexpunkte.

Japanische Hersteller wie Nissan, Honda und Mazda rangieren im unteren Drittel des Rankings. Toyota verbessert sich zwar, erreicht aber lediglich Platz 18. Damit bleibt der einstige Hybrid-Pionier bei batterieelektrischen Fahrzeugen im Mittelfeld.

Absatzentwicklung bestätigt Innovationsvorsprung

Die CAM-Studie belegt auch den Zusammenhang zwischen Innovationsstärke und Absatzentwicklung. Hersteller mit hohen Innovationswerten verzeichnen überdurchschnittliches Wachstum im BEV-Segment. BYD steigerte seine Auslieferungen im Jahr 2025 um 28 Prozent auf 2,26 Millionen Elektroautos und überholte Tesla als größten BEV-Produzenten der Welt.

Geely konnte seine Verkäufe um 61 Prozent auf 1,29 Millionen Fahrzeuge steigern, während die VW-Gruppe um 32 Prozent auf 983.000 Einheiten zulegte. SAIC folgt mit ähnlichen Werten. Dagegen musste Tesla einen Rückgang um 8 Prozent auf rund 1,6 Millionen Fahrzeuge hinnehmen.

Innovationsstärke als Frühindikator

Laut Studienleiter Stefan Bratzel vom CAM ist die Innovationsstärke ein wesentlicher Frühindikator für künftigen Markterfolg. Hersteller, die konsequent auf serienreife und kundennahe Lösungen setzen, könnten damit nachhaltiges Wachstum sichern. Innovation allein reiche jedoch nicht aus – entscheidend seien künftig auch wettbewerbsfähige Preise und effiziente Produktionsstrukturen.

Bratzel betont, dass deutsche Hersteller wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz mittlerweile technologisch mit den führenden chinesischen Gruppen mithalten können. Zugleich müssten sie die Kostenseite stärker in den Fokus rücken, um Skaleneffekte zu erzielen.

Methodischer Hintergrund

Für die Bewertung wurde jede Innovation nach Reife, Originalität, Kundennutzen und Innovationsgrad analysiert. Die sogenannte "CAM-Triade" aus Reichweite, Stromverbrauch und Ladeleistung bildete dabei den Kern der Bewertung. Ergänzend flossen Entwicklungen in der Batterietechnologie, Softwareintegration und Ladeinfrastruktur ein.

Im Untersuchungszeitraum von 2021 bis 2025 wurden 713 serienreife Innovationen berücksichtigt – mehr als doppelt so viele wie in der Vergleichsperiode 2016 bis 2020.

Fazit