Jetzt kommt das Touch-Verbot: China schreibt mehr Schalter in Autos vor

Neue Vorschrift gegen zu viel Touch-Bedienung
China schreibt bei Neuwagen mehr Schalter vor

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.02.2026
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Tesla Model 3, Interieur
Foto: Hans-Dieter Seufert

Die chinesischen Behörden sorgen in letzter Zeit mit neuen Vorschriften für einiges Aufsehen. Ob es das Verbot von versenkten Türgriffen oder ein Verbrauchs-Deckel für Elektroautos ist, die neuen Vorgaben greifen zum Teil echte Ärgernisse an. Jetzt geht es der "Toucheritis" an den Kragen, jener modernen Unart von Autoherstellern, immer mehr Funktionssteuerungen auf den Multimedia-Bildschirm auszulagern. Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie wird hierfür eine nationale Norm anpassen, die Vorschriften für Bedienelemente und Anzeigen regelt. Ab dem 1. Juli 2026 müssen sich in Neufahrzeugen bestimmte wichtige Funktionen zwingend über physische Schalter und Hebel ausführen lassen.

Schluss mit Touch

Dass Autohersteller immer mehr Steuerelemente in Menüs unterbringen, liegt selten daran, dass die Bedienung dadurch besser funktioniert. Sondern schlicht an der Wirtschaftlichkeit, jeder echte Schalter im Auto kostet Geld. Die "blinde" Bedienung wesentlicher Funktionen bleibt dabei immer mehr auf der Strecke. Das soll in China jetzt geändert werden. Konkret schreibt der Entwurf einer neuen Verordnung physische Schalter oder Hebel für mehrere Funktionsbereiche vor. Das betrifft unter anderem den Fahrtrichtungsanzeiger (Blinker), die Warnblinkanlage und die Hupe. Die Fahrstufenwahl muss künftig auch über ein physisches Bedienelement anwählbar sein.

Ebenfalls physisch auszuführen ist ein Aktivierungsschalter für Assistenzsysteme. Weiterhin nennt der neue Entwurf Funktionen wie Scheibenwischer, Front- und Heckscheibenheizung, elektrische Fensterheber sowie einen separaten Schalter für die Fahrbereitschaft. Diese Vorschriften werden Tesla besonders treffen, wo die Bedienung praktisch aller Funktionen über den Zentralbildschirm auf die Spitze getrieben wurde. Auch bei VW wird die neue Bedien-Vorschrift für Arbeit sorgen, so werden beim ID.4 Wischintervalle und Zusatzfunktionen über den Touchscreen eingestellt.

Feedback vorgeschrieben

Neben dem Funktionsumfang definiert die Norm konkrete technische Mindestanforderungen. Die wirksame Bedienfläche eines Schalters oder Tasters muss mindestens 10 mal 10 Millimeter betragen. Die Elemente sind in fester Position anzuordnen, sodass sie ohne hinzusehen bedient werden können. Gefordert sind außerdem haptische oder akustische Bestätigungen der Betätigung. Zudem müssen wichtige Funktionen verfügbar bleiben, selbst wenn das zentrale Fahrzeugsystem abstürzt.

Dass diese neuen Regeln keine rein chinesische Angelegenheit bleiben, ist klar. Westliche Autohersteller, die dort ihre Fahrzeuge anbieten, sind ebenso betroffen wie chinesische Modelle, die in Europa verkauft werden. In beiden Fällen dürften sich die neuen Bedien-Vorschriften auch auf Autos auswirken, die es bei uns zu kaufen gibt.

Fazit