Manche Trends in der Autoindustrie scheinen sich nicht aufhalten zu lassen. Aktuell wirkt es so bei einem vorherrschenden Aspekt im Innenraum: Werden neue Autos vorgestellt, dann haben sie in der Regel deutlich größere Bildschirme an Bord als die bisherigen Modelle ihres Herstellers. Das beste Beispiel ist der "MBUX Hyperscreen", den Mercedes – angefangen beim neuen GLC – nach und nach in seine Modelle integriert. Dieser erstreckt sich auf insgesamt 39,1 Zoll, was im metrischen System satten 99,3 Zentimetern entspricht.
"Große Bildschirme sind nicht das beste Erlebnis"
Doch zumindest ein Autobauer möchte sich dem um sich greifenden Monitor-Größenwahn nicht anschließen: Audi. Das bekräftigt der neue Chief Creative Officer des Premiumherstellers, Massimo Frascella, bei gleich mehreren Gelegenheiten. "Für mich besteht der Fokus nicht darin, Bildschirme einfach immer nur größer zu machen", sagt der Designchef in einem aktuellen Interview mit auto motor und sport. Und ergänzt: "In vielen Ländern entwickelt sich das Auto zu einem zweiten Lebensraum – und das müssen wir in unserer Strategie berücksichtigen, ohne einfach das nachzumachen, was andere tun."
Dem Italiener zufolge entsprechen riesige Bildschirme nicht unbedingt den Bedürfnissen der meisten Kundinnen und Kunden. "Große Bildschirme sind nicht das beste Erlebnis. Das ist Technologie um der Technologie willen", so Frascella im Gespräch mit dem britischen Magazin "Top Gear". Für Audi sei Technologie da, wenn man sie braucht, und nicht da, wenn man sie nicht braucht. Für den 55-Jährigen sei diese "Mischung aus digital und analog" und die "Wahrnehmung von Qualität und Präzision" etwas, das die Marke Audi ausmache.
Kein Retro-Design in künftigen Audis
Das heißt jedoch nicht, dass künftige Audis mit einem Retro-Design im Interieur auf den Markt kommen werden. Frascella möchte zwar das frühere, als sehr hochwertig wahrgenommene Audi-Gefühl in die heutige Zeit zurückholen – allerdings mit Metallteilen statt Monitoren. "Wir sprechen vom Audi-Klick. Der hat Audi zu dem gemacht, was Audi ist", sagt Frascella.
Ob künftige Serien-Audis deshalb eine derart reduzierte Bildschirm-Landschaft präsentieren werden wie die letztjährige IAA-Studie Concept C (siehe Video und Fotoshow), ist deshalb freilich noch lange nicht gesagt. Frascella gehe es "nicht darum, Dinge wegzulassen, sondern darum, die Technologie und die Funktionalität auf eine Weise anzubieten, die für den Kunden von Vorteil ist. Und die hochwertig ist."












