Milliardenabschreibungen und Gigafactory-Absagen: Wie Hersteller ihre Zellstrategien neu bewerten.

Stellantis und die Neuausrichtung der Zellstrategien
Ende der Batterie-Renaissance?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.02.2026
Als Favorit speichern
11/2020, Stellantis Logo neu final
Foto: Stellantis

Stellantis hat seinen 49-Prozent-Anteil an der Batteriefabrik NextStar Energy in Windsor, Kanada, für symbolische 100 Dollar an LG Energy Solution verkauft. Die Fabrik, die 2022 als Joint Venture gegründet wurde, bleibt weiterhin ein wichtiger Lieferant für die E-Modelle von Stellantis. Der Verkauf ermöglicht dem Konzern jedoch eine Reduzierung der Kapitalbindung und eine höhere Flexibilität, geht jedoch mit einem Verlust an Einfluss und potenziellen Subventionen einher.

Milliardenabschreibungen und ihre Folgen

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Stellantis massive Wertberichtigungen in Höhe von 26,5 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der Elektrifizierung bekannt gegeben hat. Diese Verluste haben den Konzern dazu veranlasst, Entwicklungsprogramme zu kürzen und Produktionspläne anzupassen. Stellantis ist dabei nicht allein: Viele Hersteller kämpfen mit einer geringeren Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und der schwierigen Auslastung teurer Zellwerke.

Europäische Gigafactory-Pläne auf Eis

Während das Werk in Kanada weitergeführt wird, hat Stellantis mehrere europäische Projekte gestoppt. Besonders betroffen ist das geplante Batteriezellwerk in Kaiserslautern, das ursprünglich 2.000 Arbeitsplätze schaffen sollte. Auch der Bau einer Gigafactory in Italien wurde abgesagt. Die Gründe liegen in der schwachen Nachfrage und der fehlenden Wirtschaftlichkeit solcher Projekte.

Auswirkungen auf die Branche

Die Absage von Gigafactory-Projekten hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische und gesellschaftliche Konsequenzen. In Regionen wie Kaiserslautern, die auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze angewiesen sind, hinterlassen solche Entscheidungen tiefe Spuren. Gleichzeitig zeigt der Rückzug von Stellantis, wie stark die Branche unter Druck steht, ihre Investitionen zu rechtfertigen und rentabel zu gestalten.

Neue Strategien und Perspektiven

Stellantis setzt nun auf eine diversifizierte Strategie, die weniger auf Eigenproduktion und mehr auf Partnerschaften setzt. LG Energy Solution plant, die kanadische Fabrik für zusätzliche Kunden zu öffnen, was die Rentabilität des Standorts erhöhen könnte. Diese Entwicklung zeigt, dass die Zeit der "Must-have"-Zellwerke vorerst vorbei ist und jedes Projekt seine Wirtschaftlichkeit unter Beweis stellen muss.

Fazit