Kaum ein Hersteller ist so eng mit ungewöhnlichen Türlösungen verbunden wie Mercedes-Benz. Der 300 SL machte die Flügeltüren in den 1950er-Jahren berühmt, der SLS AMG griff das Konzept Jahrzehnte später wieder auf. Doch in Stuttgart denkt man inzwischen weiter – und bezieht beim Thema Einstieg nicht mehr nur die Türen ein.
Ein aktuelles Patent, das beim Deutschen Patent- und Markenamt veröffentlicht wurde, zeigt ein Konzept, bei dem sich auch Teile des Dachs öffnen. Die Idee dahinter ist simpel: Der Hersteller möchte den Einstieg erleichtern, gerade bei Autos mit flacher Dachlinie, wie etwa Sportwagen. Statt sich unter die Dachkante zu ducken, öffnet sich der Bereich nach oben und gleichzeitig zur Seite.
Ein Dach, das sich auffaltet
Der technische Ansatz unterscheidet sich deutlich von bisherigen Ideen. Mercedes setzt auf mehrere Scharniere und ein in Segmente aufgeteiltes Dach. Statt eines großen Elements, das komplett nach oben schwenkt, wird die Struktur in mehreren Stufen aufgeklappt.
Das lässt sich wie eine Art gefaltetes Dach vorstellen, das sich beim Öffnen nach und nach anhebt und zur Seite bewegt. So entsteht eine große Öffnung über der Tür, ohne dass ein einzelnes Bauteil weit aufschwingen muss. Der Einstieg wird freier, gleichzeitig bleibt der Bewegungsraum des Systems vergleichsweise kompakt. Gerade bei sportlichen Fahrzeugen oder Limousinen mit niedriger Dachlinie könnte das einen spürbaren Unterschied machen.
Viel Technik, viel Aufwand
Allerdings ist so ein System alles andere als trivial. Mehrere bewegliche Dachsegmente bedeuten mehr Bauteile, mehr Abstimmungsaufwand und höhere Anforderungen an die Konstruktion. Die Elemente müssen präzise laufen, sauber schließen und dauerhaft dicht bleiben. Dazu kommen klassische Themen wie Gewicht, Bauraum und Crashsicherheit, die durch zusätzliche Gelenke nicht einfacher werden. Genau deshalb sind solche Lösungen bisher selten in Serie zu finden.
Dass Mercedes sich trotzdem damit beschäftigt, überrascht nicht. Die Marke hat Erfahrung mit komplexen Dachsystemen – etwa mit den aufwendigen Variodächern früherer Modelle wie dem SLK. Ob aus dem Patent tatsächlich ein Serienfahrzeug wird, ist offen.












