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Pflanzenöl als Diesel-Ersatz

Pflanzenöl statt Diesel Sparen mit Kraftstoff aus dem Supermarkt?

Mit rasant steigenden Spritpreisen werden alternative Kraftstoffe immer attraktiver. Pflanzenöl als Diesel-Ersatz – wir sagen, was geht und was nicht.

Der Dieselpreis an den Tankstellen hat die Zwei-Euro-Marke gerissen. Da denken viele Selbstzünderfahrer über Kraftstoffalternativen nach – besonders über günstigere. Auch das Pflanzenöl aus dem Supermarkt, das selbst bei Preisen von rund 1,80 Euro je Liter durchaus preislich noch attraktiv wäre, rückt da bei manchem Sparfuchs wieder in den Fokus.

Aber herkömmliches Pflanzenöl aus dem Discounter hat im Autotank nichts zu suchen, auch wenn tatsächlich einige ältere Diesel damit tatsächlich laufen würden. Klären wir gleich vorab die rechtliche Lage. Wer Speiseöle als Betriebstoff in seinem Fahrzeug verwendet begeht Steuerhinterziehung, denn anders als auf den Diesel an der Tankstelle wird auf das Öl aus dem Supermarkt keine Kraftstoffsteuer erhoben. Die will der Staat aber auf jeden Fall haben. Bei Pflanzenöl liegt der Steuersatz seit 2013 bei 45,03 Cent je Liter. Der normale Diesel wird mit 47,04 Cent je Liter besteuert.

Technische Anpassungen notwendig

Nachdem das geklärt ist, wenden wir uns den technischen Aspekten zu. Grundsätzlich eignen sich verschiedene Pflanzenöle – im Fachjargon kurz Pöl genannt – als Kraftstoff für Dieselmotoren. Pöl ist dabei nicht mit Biodiesel zu verwechseln. Dem werden mit verschiedenen chemischen Prozessen Eigenschaften wie herkömmlichem Diesel verpasst. Bei der Verwendung von Pöl wird in den meisten Fällen auf Rapsöl zurückgegriffen, es kann aber auch Sonnenblumenöl verfeuert werden.

Auto und Rapsfeld

Da diese Öle aber über eine höhere Viskosität verfügen, also zäher sind als herkömmlicher Diesel und sich zudem zündunwilliger zeigen, sind Anpassungen am Motor unumgänglich. In der Regel werden zumindest die Einspritzdüsen und die Glühkerzen modifiziert. Oft kommen aber noch Kraftstoffvorwärmsysteme (Pöl verursacht bei tiefen Temperaturen oft Startschwierigkeiten), neue Kraftstoffleitungen, zusätzliche Filter und eine angepasste Motorsteuerung dazu. Alte Vor- und Wirbelkammer-Dieselmotoren können auf den ausschließlichen Pöl-Betrieb umgerüstet werden. Moderne Direkteinspritzer bedingen ein Zwei-Tank-System, bei dem der herkömmliche Diesel für den Startvorgang benötigt wird. Je nach Art und Umfang des Umbaus muss dieser zudem von einem Sachverständigen abgenommen und eingetragen werden. Mit einem Pöl-Umbau, der nicht vom Fahrzeughersteller freigegeben ist – uns ist derzeit kein Hersteller mit derartigen Freigaben bekannt – erlischt zudem jeder Garantie- und Gewährleistungsanspruch. Die Kosten für eine Umrüstung variieren mit dessen Aufwand stark. Manchmal reichen wenige hundert Euro, in manchen Fällen werden daraus aber auch mehrere tausend Euro. Wer auf einen Umbau verzichtet, riskiert einen Motorschaden.

HVO Bio-Diesel Audi
Alternative Antriebe

Kommen wir zur Pöl-Versorgung. Pöl wird bundesweit nur an sehr wenigen Tankstellen angeboten. Die Verwendung von Supermarkt-Ware ist verboten (siehe oben). Bleibt also nur, unter Berücksichtigung der lokalen Auflagen, eine eigene Tankstelle einzurichten und sich Pöl in großen Gebinden liefern zu lassen. Diese Tankstelle ist dann aber beim zuständigen Hauptzollamt anzumelden. Schließlich will der Staat auch hier seine Steuer haben.

Tech & Zukunft


Pöl mit guter Umweltbilanz

Rundweg positiv sind die Umwelteigenschaften von Pöl. Der Ausstoß von Rußpartikel verringert sich fast um die Hälfte. Vom Treibhausgas (CO2) wird nur so viel ausgestoßen, wie die Pflanzen während ihres Wachstums (Photosynthese) aus der Umwelt aufgenommen haben. Da Pflanzenöl keinen Schwefel enthält, entstehen auch keine Schwefeloxide (SOx). Der fehlenden Schwefel wirkt sich auch positiv auf die Haltbarkeit der Abgasanlage aus. Auch gibt es keine Emissionen von Schwermetallen oder anderen gesundheitsgefährdenden Stoffen.

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Tipps zum Spritsparen finden Sie in der Fotoshow.

Fazit

Eine Umrüstung auf Pflanzenöl ist für Dieselbesitzer aufgrund der nötigen Umbaumaßnahmen, der steigenden Rohstoffpreise und der erhobenen Energiesteuer kaum noch wirtschaftlich. Zudem ist die flächendeckende Verfügbarkeit des Kraftstoffs nicht existent. Und die Nummer mit dem Pflanzenöl aus dem Supermarkt ist illegal.

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